Kulturverein Krawatte
bekommt 24.120 Euro vom Land
Gefördert werden die „Zukunftsstrategie Kulturfabrik Krawatte“und das Projekt „Ich wünsch mir einen Ort …“

Eine Vernissage in der Kulturfabrik Krawatte: Gäste schauen sich Werke von Helmut Müller an.Foto: Frank Hermann
Barsinghausen. Das Miteinander und die Kultur im Fokus: Der Kulturverein Krawatte in Barsinghausen erhält in diesem Jahr 24.120 Euro aus der Soziokulturförderung des Landes Niedersachsen. Gefördert werden die „Zukunftsstrategie Kulturfabrik Krawatte“ (11.500 Euro) und das Projekt „Ich wünsch mir einen Ort ...“ (12.620 Euro).

Bärbel Cronau-Kretzschmar vom geschäftsführenden Vorstand des Barsinghäuser Kulturvereins freut sich über die Zuwendung und erklärt dazu: „Ohne finanzielle Unterstützung kann Kulturarbeit, die möglichst viele Menschen erreichen möchte, nicht existieren.“

In seinem Antrag auf die Landesförderung hatte der Krawatte-Vorstand geschrieben: „Die Kulturfabrik Krawatte soll ein soziokulturelles Zentrum werden, das regional und überregional in Sachen Kunst und Kultur bekannt ist.“ Die Zusammenarbeit mit Schulen sei dabei elementarer Bestandteil der Kulturarbeit vor Ort. Weiter heißt es: „Die Kulturfabrik soll ein Treffpunkt für alle Generationen werden und macht dafür entsprechende Angebote. Es sollen aber auch Menschen dazu bewegt werden, eigene Ideen in den Räumlichkeiten umzusetzen.“ Gut vier Jahre ist es her, dass die Kulturfabrik Krawatte ihren Betrieb aufgenommen hat. Vorausgegangen waren mehrere Jahre des Um- und Ausbaus im alten Gebäude der einstigen Krawattenfabrik an der Egestorfer Straße. Allein bis zur Eröffnung im Oktober 2021 kosteten die umfangreichen Bauarbeiten für die Kulturfabrik rund 1,2 Millionen Euro, finanziert zumeist über Zuwendungen öffentlicher und privater Geldgeber. Kooperationspartner unter einem Dach sind in der Kulturfabrik Krawatte der Kulturverein, der Kunstverein Barsinghausen und die Kunstschule Noa Noa.

Ziel der Kulturfabrik sei und bleibe es, ein Haus für alle Bürger zu werden, sagt Cronau-Kretzschmar. Dazu gehörten tägliche Erreichbarkeit, genug Zeit, auf Wünsche einzugehen, die gute Vorbereitung von Vermietungen und eigenen Veranstaltungen, die professionelle Betreuung von Künstlern, Teamern, ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie Besuchern. Das Vorstandsmitglied betont: Eine Kulturfabrik in der Größe und mit den Möglichkeiten, wie sie in Barsinghausen aufgebaut worden sei, müsse von einem hauptamtlichen Team betrieben werden.

„Die strukturelle Förderung wird uns dabei unterstützen, weiteres Personal zu gewinnen und gemeinsam mit allen drei Vereinen diese konkrete Zukunftsstrategie weiterentwickeln zu können.“

Das Projekt „Ich wünsch mir einen Ort ...“, das ebenfalls vom Land gefördert wird, ist die Fortsetzung des Projekts „Kreativ vernetzt!“ und richtet sich insbesondere an Frauen, die sich mit öffentlichen Räumen beschäftigen möchten. „Es geht darum herauszufinden, welche Orte fehlen, welche Begegnungen gewünscht sind und wie Räume entstehen können, in denen sich alle Menschen willkommen und sicher fühlen“, erklärt Cronau-Kretzschmar. Das Projekt setze dabei folgendermaßen an: „In gemeinsamen Gesprächen und Gesprächsformaten, künstlerischen Aktionen und Spaziergängen werden Wünsche, Bedürfnisse und Ideen für einen gerechteren Ort gesammelt, weiterentwickelt und möglichst auch umgesetzt“, so Cronau-Kretzschmar. Vor allem in den Blick genommen werden soll hier der Zechenpark, der an die Kulturfabrik angrenzt.

Für die Barsinghäuser Landtagsabgeordnete Claudia Schüßler (SPD) ist Niedersachsens Soziokulturförderung gut investiertes Geld. „Soziokulturelle Projekte bringen Menschen zusammen, stärken das Miteinander und fördern demokratisches Engagement vor Ort“, sagt sie. „Diese Förderung zeigt eindrucksvoll, wie Kultur gerade in Barsinghausen Gemeinschaft schafft.“ Landesweit unterstützt Niedersachsen im ersten Halbjahr 2026 soziokulturelle Projekte mit rund 1,5 Millionen Euro.

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