Seit dem 1. Januar gibt es im Deister keine genehmigten Mountainbikestrecken mehr. Die drei über Jahre betriebenen Trails der Deisterfreunde wurden geschlossen, nachdem die Sonderregelung der Landschaftsschutzgebiete seitens der Region Hannover nicht verlängert wurde. Damit endet ein Projekt, das seit 2012 als Pilot für legales Mountainbiking galt.
Die Strecken seien ehrenamtlich gepflegt und in Abstimmung mit den zuständigen Stellen betrieben worden, heißt es in der Petition der Deisterfreunde.
Gleichwohl bewerte die Region Hannover diese Pilotstrecken inzwischen öffentlich als „nicht naturverträglich“. Diese Bewertung stünde in deutlichem Gegensatz zu fachlichen Gutachten, die die Region selbst in Auftrag gegeben habe. Ohne tragfähige, legale Alternativen drohe ein Rückfall in ungelenkte Nutzung, zunehmende Konflikte zwischen Nutzergruppen und weitere Eskalation, heißt es weiter. Der Deister brauche tragfähige Lösungen statt neuer Fronten, so der Mountainbikeverein.
Die Region Hannover hat zuletzt ihrerseits betont, dass naturverträgliches Mountainbiken im Deister auch zukünftig möglich sein solle. Für das neue Singletrail-Netz entlang von bestehenden Wanderwegen, das die Region als Alternative zu den Downhilltrails etablieren will und das idealerweise in den kommenden Monaten starten soll, stünden erste Flächen der Niedersächsischen Landesforsten zur Verfügung.
Singletrails sind schmale Trampelpfade, auf denen man wegen ihrer geringen Breite nicht nebeneinander fahren kann und die speziell für Mountainbiker ausgewiesen sind.
Für die ersten Streckenkilometer im Deister gibt es schon konkrete Korridore.
Fortsetzung auf Seite 5Geeignet seien laut Region unter anderem Bereiche entlang des Kammwegs, östlich vom Parkplatz Nienstedter Pass und entlang der Passstraße Richtung Egestorf.
Der Vorsitzende der Deisterfreunde, Mark Wolf, sagt auf Nachfrage hingegen ganz deutlich: „Wir halten es weder für ökologisch noch sportlich noch wirtschaftlich sinnvoll, ein bestehendes und bewährtes Angebot mutwillig zu zerstören, um im schlimmsten Fall auf der anderen Straßenseite des Nienstedter Passes für eine neue Strecke wieder in die Natur einzugreifen.“ Darum habe der Verein die Petition gestartet.
Im laufenden Verwaltungsverfahren bei der Region hängen die Deisterfreunde derweil weiterhin in der Luft. Der Vorsitzende erklärt auf Nachfrage: „Bezüglich unseres Antrags haben wir bis heute keine Rückmeldung der Region, außer dem, was wir in der Zeitung lesen. Wir diskutieren gerade, ob wir eine Untätigkeitsklage machen.“
Im Herbst 2025 hatte der Verein eine Verlängerung für die Deister-Strecken um 15 Jahre beantragt, über die die Region nach wie vor noch nicht entschieden hat. Direkt vor dem Jahreswechsel scheiterte ein Eilantrag beim Verwaltungsgericht Hannover – damit wollte der Verein die Sperrung der drei Mountainbiketrails bis zu einer bestandskräftigen Entscheidung über den Verlängerungsantrag aufschieben lassen. Doch die 9. Kammer wies den Eilantrag ab: Eine Zusage würde eine Entscheidung in der Hauptsache vorwegnehmen, hieß es zur Begründung.