Zwischen Bennigsen und Steinkrug überquert der Südlink die Stadtgrenze im Norden. Bei Völksen unterquert er die Bahntrasse, führt dann an Bockerode vorbei und weiter zwischen Alferde und Eldagsen hindurch – bis zur Grenze zum Landkreis Hildesheim.
Derzeit ruhen die Baustellen. Erst waren Weihnachtsferien, jetzt verhindern die Witterungsverhältnisse eine Fortsetzung der Arbeiten. Die schweren Maschinen würden auf dem zurzeit aufgeweichten Boden zu große Schäden hinterlassen, erklärt Christoph Klapproth. Er ist der für die Region Hannover zuständige Bürgerreferent des Netzbetreibers Tennet, der den nördlichen Teil des Südlinks bauen lässt – im Süden ist das Unternehmen TransnetBW zuständig. Bevor der Boden weich wurde, hatte der Frost die Bauarbeiter gestoppt und die erforderlichen Unterbohrungen verhindert.
Die Leerrohre für die Kabel werden auf dem größten Teil der Strecke in offenen Gräben verlegt. Hindernisse – Straßen, Bahntrassen, Bäche – müssen allerdings untertunnelt werden. In den meisten Fällen passiere das mittels des sogenannten Hydrospülbohrverfahrens, sagt Klapproth. Bei Bahntrassen aber sei es komplizierter: „Da brauchen wir einen Mikrotunnel.“
Weder diese Hürden noch das Wetter sind allerdings die Hauptgründe, warum die Arbeiten dem Zeitplan etwas hinterherhinken. Ursprünglich sollten schon im vorigen Oktober oder November Schwertransporte nach Springe unterwegs sein, um die Rollen mit den oberarmdicken Kabeln zu liefern, die schließlich in die Leerrohre gezogen werden.
„Das war ein sehr ambitionierter Zeitplan“, räumt Klapproth ein. In der Region Hannover habe Tennet im vergangenen Jahr erst an einer Stelle einen „Kabelzug“ geschafft: In Neustadt im Norden der Region hatten die Tiefbauarbeiten schon Monate früher begonnen als in Springe.
Im Wesentlichen seien es zwei Dinge, die das Südlink-Projekt in der Region Hannover verzögert hätten, so Klapproth. „Wir haben deutlich mehr Kampfmittel gefunden als erwartet.“ Meistens seien es kleine Munitionsfunde gewesen, bei Garbsen musste aber auch ein Zwei-Tonnen-Blindgänger entschärft werden. Vor allem aber gebe es an den Rändern des Regionsgebiets – bei Neustadt und Springe – zahlreiche archäologische Funde.
Diese seien nicht so spektakulär wie der Mammutstoßzahn, der in Baden-Württemberg entdeckt wurde, oder die Langhaussiedlung, die bei Göttingen zum Vorschein kam. Überwiegend seien Keramikscherben oder historische Feuerstellen aufgetaucht. Aber auch die müssten dokumentiert und von der Denkmalschutzbehörde gesichtet werden. Die Artefakte würden nun während der Schlechtwetterpause abgearbeitet, sagt Klapproth. Der Trassenbau werde fortgesetzt, sobald das Wetter dies wieder zulasse.
Bis die Kabel eingezogen werden können, wird es wohl noch einige Monate dauern. Der aktuelle Plan sei, dass sie im dritten Quartal, also frühestens im April, geliefert werden, kündigt Klapproth an. Die Schwertransporte dafür kommen nachts aus Berkhof. Sie haben eine volle Kabeltrommel geladen – sie wiegt 100 Tonnen und ist zwölf Meter lang, bei einem Durchmesser von vier Metern. Tagsüber wird sie abgerollt und in der nächsten Nacht leer wieder abtransportiert.