„Die bisherigen Anlagen sind stabil gebaut und würden statisch noch mehr als 20 Jahre lang halten“, sagt Jan Pinkernelle aus der dreiköpfigen Geschäftsführung der beiden beteiligten Bürgerenergiegesellschaften. Nur: Für die ersten fünf Anlagen sei die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ausgelaufen. Nur allein mit dem Stromverkauf am freien Markt seien die Einnahmen gesunken. Auch mit Blick auf drei weitere Windräder aus dem Jahr 2009 sei wegen steigender Wartungs- und Instandhaltungskosten sowie begrenzter Flächenangebote ein Austausch wirtschaftlich sinnvoll.
„Windwärts Volandis – Projekt Gehrden I und II“: So lautet der Name der beiden Betreibergesellschaften für die acht bestehenden Anlagen des Windparks zwischen Leveste und Eckerde. Im Jahr 2005 wurden an der Gehrdener Straße die ersten fünf Exemplare in Betrieb genommen, vier Jahre später drei weitere. An beiden Projekten sind laut Geschäftsführung rund 270 Privatpersonen mit einem Kommanditkapital von 4,2 Millionen Euro beteiligt. Der produzierte Strom wird in einem Umspannwerk in Barsinghausen ins Netz eingespeist.
„Moderne Anlagen produzieren deutlich mehr Strom“, sagt Pinkernelle. Mit einem Abbau der acht Windräder und dem Bau von vier neuen sei es möglich, auf derselben Fläche die Produktion um mehr als das Dreifache zu steigern. Die geplante Nabenhöhe liege bei etwa 160 Metern, der Rotordurchmesser betrage 175 Meter. „Mit knapp 250 Metern wären die neuen Anlagen mehr als doppelt so hoch wie die alten Modelle“, so Pinkernelle.
„Pro Jahr werden im Windpark zurzeit knapp 20 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt“, berichtet Pinkernelle. Das decke rechnerisch etwa den Verbrauch von rund 8000 Haushalten. Mit den moderneren und höheren Anlagen sowie größeren Rotorflächen lasse sich das steigern. Bei Vollauslastung werde die Gesamtleistung aller Anlagen von rund 16,9 auf künftig 24 Megawatt erhöht.
Die Beteiligten aus den Projektgesellschaften sind über die Pläne informiert. Denn: „Wir möchten das Repowering aus eigener Kraft umsetzen“, kündigt der Geschäftsführer an. Notwendig sei eine Investition im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Deshalb seien in den vergangenen Jahren zunächst weniger der erwirtschafteten Gelder ausgeschüttet worden und teilweise gar nichts. Für das Millionenprojekt sollen diese Rücklagen einen wesentlichen Teil des Eigenkapitals bilden. Die ebenfalls notwendige Finanzierung durch eine Bank werde durch die erwirtschafteten Stromerlöse zurückgezahlt.
Den Zeitplan kann Pinkernelle zurzeit nur vorsichtig skizzieren: Derzeit laufe das Genehmigungsverfahren: „Es wurden viele Gutachten erstellt – für Umwelteinflüsse, Standsicherheit, Schall und Schattenwurf“, nennt er Beispiele. Ein Grundsatz der Repoweringplanung: „Die Werte dürfen den bisherigen Grenzrahmen nicht überschreiten und sollen sich möglichst verbessern.“ Zunächst sei die Genehmigung nach dem Bundesemissionsschutzgesetz erforderlich, die von der Region Hannover erteilt werde. Dann müsse erfolgreich an einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur teilgenommen werden. Ein Baubeginn wäre – „sehr optimistisch gedacht“ – frühestens Ende 2028 möglich.