ME/CFS steht für Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom und ist eine schwere Multisystemerkrankung, deren Auswirkungen alle Organe betreffen kann. Seit 1969 stuft die Weltgesundheitsorganisation WHO die ME/CFS als neurologische Krankheit ein. Es treten über 200 Symptome auf. Dazu gehören krankhafte Erschöpfung, Schmerzen, Kreislaufprobleme, kognitive Beeinträchtigungen sowie Konzentrations- oder Merkfähigkeitsstörungen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, geschwollene Lymphknoten sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl. Besonders charakteristisch ist eine erhebliche Verschlechterung aller Symptome nach Belastung, die verzögert eintritt (Stunden bis Tage). Erkrankte beziehungsweise Angehörige müssen dafür sorgen, dass die Belastungsgrenze nicht überschritten wird, andernfalls kann ein sogenannter Crash ausgelöst werden, der die Krankheit nachhaltig verschlimmern kann. Schlaf oder Pausen verschaffen bei der Erkrankung keine Erholung. Auslöser von ME/CFS sind in den meisten Fällen Virusinfekte wie EBV, Herpes oder Influenza. Aktuell sind zunehmend Post-Covid-Erkrankte betroffen. Weltweit soll es sich um etwa 17 Millionen Menschen handeln. In Deutschland stieg die Zahl nach Corona auf etwa 620.000.
Etwa 60 Prozent der Betroffenen sind arbeitsunfähig, 25 Prozent sind schwerst betroffen und können Haus oder Bett nicht mehr verlassen. Therapieformen oder Medikamente gibt es nicht, die Behandlung erfolgt symptomorientiert.