Mit internationalem Tanz ins neue Jahr
Der magaScene-Veranstaltungstipp:Real Dance Festival 2026

Das Brujas Collective lädt am 1. Februar zum „Ready To Be Soft Battle“ ins Neue Rathaus.Foto: Katharina Drößler

Jahrzehntelang hat das Festival TanzTheater International Hannover im September zur Tanzstadt gemacht. Seit 2024 haben sich die Koordinaten verschoben. Das Real Dance Festival setzt als Nachfolge-Reihe nicht nur thematisch andere Schwerpunkte, sondern auch zeitlich, denn der Januar wurde zum Tanzmonat. Die dritte Ausgabe läuft vom 28. Januar bis 1. Februar, Spielorte sind das Schauspielhaus, Ballhof Eins und Zwei, Cumberlandsche Bühne, der Kunstverein Hannover und das Neue Rathaus. Das Real Dance Festival 2026 ist eine Veranstaltung der Niedersächsischen Staatstheater Hannover GmbH, wird gefördert durch die Landeshauptstadt Hannover, die Stiftung Niedersachsen und das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Es verfügt über ein Budget von 583.000 Euro.

„Die von uns eingeladenen fünf internationalen Produktionen zeigen, unter welchen ästhetischen und sozio-politischen Vorzeichen Tanz in verschiedenen Regionen der Welt entsteht“, umreißt Festivalleiterin Melanie Zimmermann das diesjährige Programm. Zur Eröffnung zeigt Kyle Abraham, der international gefeierte Choreograf und Tänzer aus New York, am 28. und 29. Januar im Schauspielhaus unter dem Titel „Mixed Bill“ neben der Uraufführung von „Mediation Reprise“ drei weitere herausragende Stücke aus seinem seit 20 Jahren wachsendem Repertoire mit seiner Company A.I.M. Am 28. Januar steigt um 21.30 Uhr in der Cumberlandschen Bar die Eröffnungsparty. Ebenfalls aus New York angereist kommt Jerron Herman, der seine Performance „Lax“ im Kunstverein Hannover zeigt. Als „site-responsive choreography“ nimmt seine Auseinandersetzung mit athletischer Ruhe vom 29. bis 31. Januar Bezug auf die derzeit dort gezeigte Ausstellung „Self-Portrait as a Pregnant Woman“ von Teresa Solar Abboud. Im Ballhof Eins ist der renommierte, zwischen Singapur und Berlin lebende, Künstler Choy Ka Fai am 30. und 31. Januar mit „SoftMachine: The Return“ zu Gast. Seine Arbeit an „SoftMachine“ begann vor zehn Jahren. Er bringt vier Choreografinnen und Choreografen zusammen und befreit mit ihnen gemeinsam den Tanz von seiner Metaphorik. In Hannover sind zwei der vier Arbeiten, die „SoftMachine: The Return“ umfasst, zu sehen.

Nadia Beugré erforscht zwischen Afrika und Europa künstlerische und gesellschaftliche Grenzbereiche. Die Choreografin kehrt in „Epique ! (pour Yikakou)“ zurück in ihre Kindheit, in das längst überwucherte Dorf Yikakou und erzählt am 29. und 30. Januar im Ballhof Zwei anhand der sie prägenden Frauenfiguren und musikalisch begleitet von dem, was von einem längst verschwundenen Ort bleibt. Das Foyer des Ballhof Eins wird als Festivalzentrum vom 29. bis 31. Januar durch ein Take-over vom acid collège zum Parcours, der zu täglichen Sessions einlädt, um das Überleben in einer immer ätzender werdenden Gegenwart einzuüben. Am 31. Januar steigt hier die große Abschlussparty. Zum endgültigen Schluss geht es am 1. Februar zum großen Brujas-Finale ins Neue Rathaus, wo Oberbürgermeister Belit Onay das erste No-Boundaries-Dance-Battle Hannovers eröffnen wird. Die Brujas (spanisch für Hexe) sind ein Kollektiv aus acht Frauen, die die Politiken des Battelns dort neu verhandeln, wo Stadtpolitik gemacht wird. Am Battle können alle teilnehmen – aktiv oder zuschauend, mit oder ohne Behinderung, Anfänger wie fortgeschrittene Tänzer. Die Anmeldung für die Teilnahme läuft.

Tickets und das komplette
Programm unter
www.realdance.de und an
den Kassen des Staatstheaters
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