Um Zufall handelt es sich aber nicht. Ausgezeichnet wurde Leonardo van Straaten für sein außerordentliches Engagement, das er in die Begleitung der AG Wassermanagement investierte. Unter seiner Anleitung seien zusammen Handlungsfelder und Maßnahmen definiert worden, die Wennigsen auf dem Weg zur „wasserresilienten Kommune“ voranbringen sollen, heißt es in einer Mitteilung der Gemeinde.
Die AG Wassermanagement soll dabei helfen, die Gemeinde Wennigsen auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Das Ziel einer „wasserresilienten Kommune“ ist ein Teil dessen und beinhaltet eine Absicherung gegen Extremwetterereignisse. „Wir müssen uns auf mehr Hochwasser und Starkregen einstellen“, erklärt van Straaten. Dafür brauche es Sammelbecken, die strategisch in der Gemeinde verteilt werden müssten. Auch um das dort gespeicherte Wasser in Trockenzeiten zur Bewässerung zu nutzen.
Van Straatens Ideen wirken schlüssig und durchdacht. Und auch das ist kein Zufall. Nach einem Geologiestudium spezialisierte er sich auf den Bereich Wasser. Anschließend arbeitete er 30 Jahre als Hydrogeologe; Grundwasseruntersuchungen waren sein Alltagsgeschäft. „Ich habe mich mein Leben lang mit Wasser beschäftigt“, sagt van Straaten.
Als es Richtung Ruhestand ging, habe er dann überlegt, wie er die Zeit nutzen könnte. „Ich habe mich intensiv mit dem Klimawandel beschäftigt. Da kann man sich engagieren“, so der Wasserexperte. „Es reicht nicht, auf die Straße zu gehen, Plakate hochzuhalten und von anderen zu fordern.“
Also gründete van Straaten 2022 den Verein „M.A.R.S. 2035“, um Klimaprojekte voranzubringen. Ein Beispiel ist die Initiative „Klimaboomer“, bei der es darum geht, die Generation der „Babyboomer“ für den Klimaschutz zu motivieren. „Sie sollten nicht einfach abtreten und den jungen Menschen das Schlamassel überlassen”, so van Straaten, der als gutes Beispiel vorangeht. Etwa durch sein Engagement für die AG Wassermanagement: Der Hydrogeologe protokollierte, referierte, ließ sein Wissen einfließen.
Der Name „M.A.R.S. 2035“ steht für „Motivate“, „Adapt“, „Remove“, „Stop“ – laut Vereinshomepage geht es darum, die Menschen zu motivieren, Infrastruktur und Lebensweise anzupassen, Treibhausgase aus der Atmosphäre zurückzuholen und Emissionen zu stoppen. 2035 sei wiederum das Jahr, ab dem die CO₂-Konzentration in der Erdatmosphäre nicht weiter steigen darf, wenn das 1,5-Grad-Ziel eingehalten werden soll, was einer „Mars-Mission“ gleiche.
Van Straaten betont ausdrücklich, dass die Ideen von „M.A.R.S. 2035“ und der AG Wassermanagement allein nicht ausreichen. Es gehe darum, sie auch umzusetzen. „Sonst ist das den Umweltpreis auch nicht wert“, sagt er. Immerhin: Die 300 Euro Preisgeld sind für Vorhaben des Vereins vorgesehen.
Sein Einsatz resultiere aus intrinsischer Motivation, erzählt van Straaten. Sein umweltbewusster Lebensstil spiegelt das wider. „Wir haben einen naturnahen Garten und lassen das Auto meist stehen. Meine Frau kocht gerne vegetarisch.“