Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die vorher schon im Hagebau beschäftigt waren, wurden übernommen. Damit bleiben rund 60 Beschäftigte dem Standort an der B65 in Empelde erhalten. „Die Menschen hier kennen ihre Ansprechpartner, und genau diese Verlässlichkeit wollten wir bewahren“, sagt der langjährige Marktleiter Frank Müller. Gleichzeitig gehe man neue Wege. Der Obi-Markt sei strukturierter, digitaler und noch stärker auf Service ausgerichtet.
Es ist eine Zäsur, daraus macht Karsten Krüger von der Stammelbach Karl Krüger GmbH & Co. KG keinen Hehl. Seine Familie sei Gründungsgesellschafter gewesen, als Hagebau vor 61 Jahren aus der Taufe gehoben wurde. Über sechs Jahrzehnte verkauften die Hildesheimer Unternehmer ihre Waren als Franchisenehmer der Hagebau-Gruppe.
Doch damit ist nun Schluss. Seit Beginn diesen Jahres öffneten die Baumärkte erstmals unter dem orangefarbenen Obi-Logo. Außer Empelde betrifft dies auch die Krüger-Märkte in Sarstedt, Hildesheim, Alfeld, Holzminden, Seesen und Gernrode (Sachsen-Anhalt). Am 2. Januar blieben die Märkte geschlossen, da wurden die wichtigsten Umstellungen vollzogen, zum Beispiel an den Kassensystemen. Auch die großen Firmenschilder an den Märkten wurden ausgetauscht. Der geschäftsführende Gesellschafter spricht allerdings von einer „leisen Eröffnung“. In den folgenden Wochen laufe noch der Abverkauf von Waren aus der Hagebau-Zeit, Lieferantenwechsel würden vollzogen, ebenso viele kleinere Veränderungen in den Märkten, bis wirklich alles nach Obi aussieht. Für den 9. März plant Krüger in allen Märkten, auch in Empelde, die offizielle Eröffnung.
Doch wie kam es eigentlich zu dem Wechsel von Hagebau und Obi? „Wir haben uns das nicht leicht gemacht, aber es gibt einige Aspekte, die zu der Auffassung geführt haben, dass Obi der leistungsstärkere und zukunftssicherere Partner ist“, erklärt der Hildesheimer Unternehmer. Als Beispiele nennt er Einkauf und Marketing bei Obi, aber auch „schlankere, digital unterstützte Prozesse“. Diese wiederum sollten dazu führen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusätzliche Zeit für ihre eigentliche Aufgabe gewinnen – „die Beratung der Kunden“. Überhaupt scheint die Digitalisierung bei Obi weiter vorangeschritten, was auch andere Händler, die derzeit wechseln, anführen.
Krüger nennt als Beispiel die „Hey Obi“-App. Die biete aus seiner Sicht mehr Vorteile als die Partnercard von Hagebau, mit der viele Kundinnen und Kunden bislang in der Regel 3 Prozent Rabatt erzielen. „Sie ist deutlich attraktiver für die Kundschaft“, ist Krüger überzeugt. „Vieles ist dauerhaft günstiger, die App ist individualisiert auf den persönlichen Bedarf, und das Reservieren und Abholen von Waren ist darüber deutlich einfacher.“ Um den Wechsel zu Obi vorzubereiten, seien die Beschäftigten seit Monaten in Schulungen, berichtet Krüger. Gleichwohl werde der anstehende Umstellungsprozess „noch sehr umfangreich“. Ein neues IT-System, neue Abläufe, neue Lieferanten, neue Produkte, eine neue Sortierung in den Märkten – am Anfang müssten die Kundinnen und Kunden sicher auch das eine oder andere Mal Verständnis haben, wenn nicht alles sofort so schnell gehe wie gewohnt. Langfristig aber, davon ist der Hildesheimer Unternehmer überzeugt, sei der Wechsel zu Obi richtig.
Eine der wichtigsten Neuerungen, wie Marktleiter Müller es ausdrückt, sei die sogenannte „Machbar“ direkt im Eingangsbereich. Dort würden Kundinnen und Kunden empfangen, könnten ihre Wünsche schildern und würden dann gezielt an die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den jeweiligen Abteilungen weitergeleitet. „So stellen wir sicher, dass jeder schnell die richtige Unterstützung bekommt“, erklärt Müller.
Bis zur offiziellen Eröffnungsfeier mit Rahmenprogramm im März soll der neue Obi-Markt vollständig eingerichtet sein. Am Sortiment ändert sich zunächst nur wenig. Neben den klassischen Baumarktartikeln werden zusätzlich Eigenmarken geführt. Neuheiten gibt es auch im Kassenbereich: Neben drei klassischen Kassen stehen den Kunden vier Self-Scan-Kassen zur Verfügung. Das Soft Opening sei bereits erfolgreich gewesen. „Schon um 8 Uhr standen die ersten Kunden vor der Tür. Die Neugier war groß“, berichtet der Marktleiter.