„Die Müllhaufen liegen schon seit Ende August“, sagt eine Frau aus Holtensen, die nach eigenen Angaben am Ziegeleiweg regelmäßig mit ihrem Hund spazieren geht. Ihren Namen will sie nicht nennen. Für das Aufstellen einer neuen Sitzbank, ohne auch den rechtswidrig hinterlassenen Müll fachgerecht zu entsorgen, habe sie wenig Verständnis. „Immerhin wurden schon die Asbestreste weggebracht und die alten Autoreifen aus dem Graben geholt“, berichtet sie. Eine Bank für Wanderer zwischen den verbliebenen Resten aufzustellen, sei trotzdem „unmöglich“.
Für die Frau aus Holtensen ist es naheliegend, dass es die Gemeinde Wennigsen war, die in dem Wildschongebiet in der Verlängerung der Bergstraße die neue Bank aufgestellt hat. „Ich habe Ende November einen Pritschenwagen mit dem Gemeindekennzeichen gesehen und mich schon gefreut, dass endlich der Schutt abgeholt wird“, berichtet sie. Stattdessen sei später die neue Holzbank zu sehen gewesen – zwischen Schrott und Sperrmüll wie einer alten Tür.
Die Anwohnerin verurteilt aber noch viel mehr den Umweltfrevel Unbekannter: „Das verschandelt die Landschaft und macht das Gebiet zur Müllhalde.“ Was außerdem vor diesem Hintergrund geradezu absurd sei: „Wenn Hunde in dem Wildschongebiet nicht angeleint werden, ist mit einer Geldbuße zu rechnen.“ Das sei deutlich auf einem Schild zu lesen. Auf das Unterlassen von Umweltsünden werde im Text nicht eingegangen. „Und die Leute kommen auch noch ungestraft davon“, sagt die Frau.
Wennigsen Bürgermeister Ingo Klokemann (SPD) bestätigt, dass die neue Sitzbank Ende November von der Gemeinde aufgestellt wurde: „Die alte Bank war abgängig“, nennt er den Grund. Der Austausch sei unabhängig vom Müll notwendig gewesen.
Dass die Maßnahme angesichts der Umgebung für Verwunderung sorge, könne er aber nachvollziehen. Nur: Für die Abholung des Sperrmülls ist laut Bürgermeister der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover (Aha) zuständig. „Der Bauhof der Gemeinde kann das nicht zwischenlagern“, so Klokemann. Er berichtet weiter: Sowohl die Gemeinde als auch die Polizei und Aha seien seit September über die illegale Entsorgung informiert.
„Wir würden uns auch wünschen, dass dieser Müll schneller abgeholt wird“, versichert der Bürgermeister. Angesichts der wiederkehrenden und regionsweiten Müllablagerungen sei aber Aha möglicherweise in der Abholpraxis sehr ausgelastet. „Wir haken in solchen Fällen regelmäßig nach“, sagt Klokemann. Wann mit der Entsorgung der Funde bei Holtensen zu rechnen sei, darüber habe er keine Informationen. „Wir haben keine Rückmeldung von Aha“, berichtet der Bürgermeister.
Auch für Klokemann sind derartige Umweltsünden nicht nachvollziehbar: Auf den Aha-Wertstoffhöfen könne schließlich Abfall kostenlos abgegeben werden.
Der Bürgermeister meint außerdem: Wilde Müllablagerungen seien stets mit einem Risiko verbunden, dass weitere Gegenstände von anderen Personen dazu gestellt würden. „Die Menschen müssen dazu sensibilisiert werden, dass sie solche Taten umgehend melden“, sagt Klokemann.