Trotzdem schlug Meyer nach dem Realschulabschluss zunächst einen anderen Weg ein: Schon als Neuntklässler sei ihm als Förderschüler von vielen Seiten ein sozialer Beruf nicht zugetraut worden – wegen angeblich unzureichender Sprachfähigkeiten. Nach dem Schulabschluss habe ihn dann seine damalige Freundin wegen der besseren Verdienstmöglichkeiten zu einer Ausbildung als Metallmechatroniker überredet. Diese Lehre brach Meyer nach einem Jahr ab. „Das hat mir keinen Spaß gemacht“, so der 26-Jährige.
Also erinnerte sich der junge Mann an seinen Jugendwunsch und begann 2018 an der Alice-Salomon-Schule in Hannover-Kleefeld eine Ausbildung zum sozialpädagogischen Assistenten. Ab 2020 arbeitete er als Springer für eine Zeitarbeitsfirma in wechselnden Kitas – und landete in einer ASB-Kita in Rodenberg. Weil er dort von Plänen berichtete, auch noch eine Ausbildung zum Erzieher zu absolvieren, bewarb sich Meyer auf Anraten bei den Baschelinos.
Es war für alle Beteiligten ein Glücksgriff: Um sich gemeinsam mit seinen acht Kolleginnen um die Baschelino-Kinder zu kümmern, fährt Meyer täglich rund 50 Kilometer mit dem Auto aus Pattensen-Hüpede nach Barsinghausen und zurück. In Hüpede wohnt der inzwischen verheiratete Mann mit seiner Frau.
Seine Aufgabe in der ASB-Kita erfülle ihn mit Zufriedenheit, betont der 26-Jährige. Sein Spezialgebiet: Bewegungsaktionen mit den Vorschulkindern. Einmal pro Woche leitet Meyer auch im Morgenkreis pädagogische Mitmachaktionen. „Wenn ich morgens die Kinder empfange, geht mir das Herz auf, weil sie so viel Herzlichkeit ausstrahlen“, sagt er. Im Kita-Alltag sei er aber nicht nur der verständnisvolle Kumpel. Er könne auch sehr bestimmt auftreten. „Es ist wichtig, Kindern Grenzen aufzuzeigen.“
Bei den Baschelinos will Meyer auch im Teilzeitmodell weiterarbeiten, wenn er mittelfristig seine Erzieherausbildung absolviert. Sein Zukunftstraum: „Ich will eine Kita auf dem elterlichen Bauernhof errichten – mit vielen Tieren, in einer natürlichen Umgebung“, erzählt der 26-Jährige.