Zehn Jahre gibt es den Verein im nächsten Jahr. Höhepunkt ist eine Feier im Jugendpavillon im Oktober – natürlich am 10. Gisela Wicke ist zufrieden. „Wir haben viel erreicht“, sagt sie. Kunst, Kultur, soziale Angebote und generationenübergreifende Veranstaltungen verbindet der MGT.
Wicke hat regelrecht für die Gründung gekämpft. 2013 organisierte sie die ersten Informationsveranstaltungen mit Vertretern aus Barsinghausen und Burgdorf, die damals längst schon solche Einrichtungen hatten. Die heute 73-Jährige warb für die Sache – und fand schnell Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Regelmäßig trafen sich die Initiatoren. Wicke lud ein, erstellte die Tagesordnung und protokollierte jede Zusammenkunft. Keine Information, kein Gedanke, kein Vorschlag sollte verloren gehen. Das übergeordnete Ziel: Der MGT sollte eine Initiative sein, die generationenübergreifendes Zusammenleben fördert, Gemeinschaft stärkt und Angebote für alle Altersgruppen schafft.
2016 wurde der Verein schließlich gegründet. Zur Zielgruppe gehören Familien und Alleinerziehende, Kinder, Jugendliche und Senioren, Alleinstehende und Migranten. Der MGT sollte Raum bieten, sich ungezwungen zu begegnen und gegenseitig von den jeweiligen Fähigkeiten der anderen zu profitieren.
Das Problem: Der MGT hatte keine Räume. „Wir sind zwischen Vierständerhaus, Freiwilligen-Agentur und Bürgersaal hin- und hergewandert“, erzählt Wicke. Ein Objekt hatte sie besonders im Blick: das ehemalige Gehrke-Haus in der Fußgängerzone. Das wurde saniert und modernisiert. Der MGT hoffte, dort einen Raum mieten zu können. Es kam anders. Die Umbauarbeiten des alten Fachwerkhauses zogen sich in die Länge, stattdessen wurden Räume im Haus Steinweg 17/19 frei. Mehr als 300 Quadratmeter.
Fünf Jahre ist es nun her, dass der MGT dort eingezogen ist und sich inzwischen eingerichtet hat. Dort findet auch die Mehrzahl an Veranstaltungen statt. Die Resonanz ist gut. Besonders beliebt sind die Kinoabende, die Spielerunden, das Jazzfrühstück oder Reiseberichte. „Es wird manchmal schon eng“, sagt Wicke. Dazu Elterntreff, Onko-Treff, Kunstausstellungen, Deutschkurse für Frauen, Nähgruppe, Erzähl-Café, Reparatur-Café oder Vorträge zu Themen wie „Kinder besser verstehen“. Ein Newsletter informiert über alle Angebote. Im nächsten Jahr soll es ein internationales Café geben.
Ein Drahtseilakt bleibt die Finanzierung. Etwa 3500 Euro benötigt der Verein im Monat. Die Mitgliederbeiträge liegen monatlich bei 400 Euro. „Wir finanzieren uns nahezu ausschließlich über Spenden“, sagt Wicke. Die Stadt unterstützt den MGT mit 10.000 Euro im Jahr.
Und immer wieder akquiriert Wicke auch Fördergelder. Von der Postcode-Lotterie erhielt der Verein 6000 und 12.000 Euro. Darüber wolle sie auch versuchen, eine Halbtagskraft zu finanzieren, sagt Wicke. Denn obwohl die Unterstützung im Verein groß ist und 48 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aktiv mitwirken: Es gibt viel zu tun.
Eigentlich wollte sie zum Jahresende noch ein besonderes Mitglied präsentieren: das 100. Doch ein schmerzender Zahn verhinderte das. Apropos Mitglieder: Wicke hat ein großes Ziel für 2026. Die Zahl der Mitglieder solle verdoppelt werden. Es ist Gisela Wicke zuzutrauen, dass ihr das gelingt.