Es gibt Roller, Bagger, Fahrräder und Kettcars in allen Variationen. Gerade schieben und hieven vier Jungs ein großes Gokart durch den Scheunengang. Alle müssen Platz machen, es passt gerade so hindurch. Am vorderen Eingang zeigen Tochter Frieda und Sohn Ludwig mit zwei Freunden, wie aus Weizen mittels einer kleinen elektrischen Mühle Mehl wird. Nebenan gibt es Waffeln und Kuchen.
„Ich komme seit zwei Jahren regelmäßig mit meiner Tochter hierher“, erzählt Stammkunde Volker Voigt. „Wenn wir schon auf dem Dorf wohnen, dann soll sie auch die Landwirtschaft kennen“, meint der Levester. Die Spielscheunen-Termine gibt es zwar noch nicht so lange, doch Bauer Ludwig, wie er sich gern nennen lässt, bietet seit Längerem Aktionen an, die sich an Familien richten. Dazu gehören die Organisation von Kindergeburtstagen und Gruppenbesuchen oder das gemeinsame Ernten von Gemüse. „Das ist unser frisch geerntetes Wintergemüse“, erklärt Bauer Ludwig und zeigt auf einen langen Tisch. Dort türmen sich unter anderem verschiedene Salat- und Kohlsorten. Er zupft ein wenig von einem grün-violetten Blattgemüse ab und steckt es sich in den Mund: „Das ist eine Kreuzung aus Grünkohl und Rosenkohl“, erklärt er.
In der Spielscheune, die der Winteraktion von Bauer Ludwig ihren Namen gab, deutet er auf einen alten Mähdrescher. Damit seien Kindheitserinnerungen verknüpft, erzählt er und weist auf die lange Rutsche hin, die er angebaut hat. Die Rutsche endet in einem Berg aus Futterweizen, der gut die Hälfte der Scheune füllt. Kinder spielen auch hier, erklimmen den Berg und versuchen, auf luftgefüllten Reifenschläuchen hinunterzurodeln. In der anderen Ecke turnen Kids auf einem Gebilde aus Strohballen herum.
Doch das ist noch lange nicht alles, was es auf dem Hof von Bauer Ludwig zu entdecken gibt. Hinter dem Komplex, wo die Gemüseäcker anfangen und der Landwirt heute zu einer Treckerfahrt einlädt, um Petersilienwurzeln zu ernten, liegt eine Rampe auf dem Mulchberg.
Bobbycars stehen bereit. Der dreijährige Jonas muss sich erst einmal sammeln, als er samt Bobbycar oben angekommen ist. Doch dann nimmt er allen Mut zusammen und fährt abwärts. Unten angekommen ruft er fröhlich: „Noch mal!“ Seine Mutter lächelt. „Wir kommen seit dem vergangenen Jahr relativ regelmäßig“, erzählt sie. Es sei mal etwas anderes. „Die Kinder sind ganz beseelt am Ende des Tages“, meint sie und betont, dass das Spielen mit Naturstoffen bei den Kindern gut ankomme.
Im Bauerngarten warten unter anderem Kaninchen und Hühner in ihren Gehegen, es gibt ein großes Holzschiff, einen Sandberg und Matsch. Dort steht auch das Palettenhaus, das Bauer Ludwig auf Wunsch der Kinder gebaut hat. „Eigentlich wollte ich ein Baumhaus bauen, aber wir haben hier keinen geeigneten Baum“, erzählt er. Die Kinder hätten im Internet ein Palettenhaus entdeckt, also baute er eins. Als seine Auftraggeber monierten, dass die zweite Etage fehle, baute er sie obendrauf.
Zu den Spielscheunen-Terminen, die er seit Ende 2024 anbietet, kämen immer rund 200 Menschen, schätzt Giesecke – viele davon aus Hannover.
Spielscheunen-Termine in dieser Saison sind noch am 17. und 24. Januar sowie am 7., 14., 21. und 28. Februar jeweils von 13 bis 17 Uhr. Weitere Informationen gibt es unter www.bauer-ludwig.de.