Die Stadt will Teilflächen des Gewerbegebietes in eigener Regie vermarkten. Eine landwirtschaftliche Fläche von etwa 1,5 Hektar hat die Verwaltung bereits gekauft.
Geht es nach der Stadtverwaltung, sollen sich am Bünteweg Betriebe aus den Bereichen Handwerk und Kleingewerbe sowie Büro und Verwaltung ansiedeln. Im Rathaus geht man davon aus, dass genau diese Branchen in nächster Zeit Bedarf haben werden. Insoweit sollen dort insbesondere „die Belange der Wirtschaft und ihrer mittelständischen Struktur im Interesse einer verbrauchernahen Versorgung der Bevölkerung angesprochen werden“, heißt es.
Für die SPD steht fest: Zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur lokalen wirtschaftlichen Stärkung Gehrdens seien Investitionen in die Gewerbeflächenentwicklung notwendig. „Wir als SPD-Fraktion stehen für die künftige Erweiterung von Gewerbeflächen wie im Bünteweg, mit Energiekonzepten, um die wirtschaftliche Zukunft der Stadt zu sichern“, sagte der Fraktionsvorsitzende Michael Passior in der Ratssitzung kurz vor Weihnachten. Neue Unternehmen würden Arbeitsplätze schaffen und nachhaltig die Gewerbesteuereinnahmen stärken.
Stephan Fromm (UWG) wiederum hat mehr städtisches Engagement auf dem Energiesektor gefordert. Aus seiner Sicht sei dieser Bereich ausbaufähig und zukunftsträchtig. Seine Idee: Mit dem Potenzial der erneuerbaren Energien, vor allem der dezentrale Ausbau von Windrädern oder Photovoltaikanlagen, könnte die Stadt nachhaltige Erträge für den Haushalt generieren. „Für den Standort Gehrden würde dies das Wirtschaftswachstum und die Wertschöpfung vor Ort ankurbeln sowie neue Arbeitsplätze schaffen“, glaubt Fromm.
Gleichzeitig würde die wirtschaftliche Entwicklung und das Steueraufkommen der Stadt Gehrden steigen. „Dieses wirtschaftliche, nachhaltige und zukunftssichere Standbein gilt es in Verbindung mit der Gewerbeflächenentwicklung Gehrden-Ost und Bünteweg aufzubauen“, sagte er. Fromms Forderung: Eine Machbarkeits-, Potenzial- und Wirtschaftlichkeitsanalyse für die Errichtung einer städtischen Energie- und Wärmeerzeugungsgesellschaft „Burgbergenergie“ solle erstellt werden.
Ein Vorstoß, der zwar in der jüngsten Ratssitzung abgelehnt wurde, aber keineswegs auf taube Ohren stieß. „Wir sind inhaltlich gar nicht dagegen, aber das Timing passt nicht“, meinte Klaus Dörffer (CDU). Thomas Spieker (CDU) erinnerte daran, dass bereits vor Jahren eine Stadtwerke-Gründung geprüft worden sei. Im Gegensatz zu Fromm sehe er aktuell keine größeren Potenziale im Energiesektor für Gehrden. Auch die SPD wolle laut Passior abwarten. Rudi Locher (FDP) ist skeptisch. Die Stadt solle sich lieber aus dem Energiesektor heraushalten.