Wann kommt endlichdas neue Bahnsteigdach?
Das wurde am Barsinghäuser S-Bahnhof im Sommer abgebaut, weil eine Modernisierung geplant ist. Nun kommt der Winter – aber Ersatz gibt es nicht vor Frühjahr 2026.

Baustelle an Gleis 1 in Barsinghausen: Das alte Bahnsteigdach wurde abgebaut. Aufgrund von Schwierigkeiten im Bodengrund im Bereich der Fundamente ziehen sich die Arbeiten nun aber schon seit Monaten hin.Foto: Jennifer Krebs
Barsinghausen. Wie lange dauert das denn noch? S-Bahn-Pendler und Schüler stehen am Barsinghäuser Bahnhof derzeit oben ohne da. Im Sommer hat die Deutsche Bahn das Dach auf dem Bahnsteig vor Gleis 1 abbauen lassen. Der Grund: Es war altersschwach. Der Zustand des alten Bahnhofsdachs hätte weitreichende Sanierungsmaßnahmen erfordert, erklärt eine Sprecherin der Bahn auf Nachfrage dieser Redaktion. „Der Neubau ist die zukunftsorientiertere Lösung.“ Doch das Ersatzdach lässt weiter auf sich warten.

Bei Bahnreisenden führt dies mit Blick auf den bevorstehenden Winter und schlechteres Wetter zunehmend zu Unmut. Inzwischen ärgere sie sich doch ziemlich über diese unkoordinierten Abläufe, sagt S-Bahn-Nutzerin und Rentnerin Frauke Eue aus Barsinghausen. Anfang des Jahres sei von der Bahn mit großem Aufwand, Aufbau von Bürocontainern und noch größeren Bauschildern die Erweiterung der Überdachung des Bahnhofs angekündigt worden. Im Sommer sei dann das alte Dach entfernt worden. Der ganze Bahnhof sei mit Betonpollern für die Übergangsbeleuchtung gepflastert und mit Bauzäunen gesichert worden.

Eue zeigt durchaus Verständnis dafür, dass das Bahnhofsdach erneuert werden muss und dass damit auch Einschränkungen und eine Baustelle verbunden sind. Aber was sie nicht nachvollziehen kann: „Seit August tut sich am Bahnhof nichts mehr“, ärgert sich die Barsinghäuserin. Lange Lieferzeiten für das Material oder fehlende Arbeitskräfte müssten doch bei einem solchen Projekt vorher einkalkuliert sein und dürften nicht als Rechtfertigung für die Unterbrechung der Arbeiten gelten. „In der kommenden Zeit mit vermehrten Regen und Schnee stehen alle Fahrgäste buchstäblich im Regen“, prophezeit sie.

Die Sprecherin der Bahn klärt auf Nachfrage auf, warum das neue Bahnsteigdach seit Monaten auf sich warten lasse. Demnach hätten sich während des Rückbaus des alten Bahnsteigdachs Schwierigkeiten im Bereich der Fundamente herausgestellt. „Nach dem Dachabriss und der Offenlegung der Fundamente wurden Abweichungen zu den Bestandsunterlagen festgestellt. Deshalb mussten die Planungen aktualisiert werden“, so die Bahnsprecherin. Diese seien nun abgeschlossen.

Konkret heißt das: Diesen Winter kommt das neue Bahnsteigdach an Gleis 1 nicht mehr. „Aktuell sind die Arbeiten zum Aufbau des neuen Dachs in Barsinghausen im Frühjahr 2026 geplant, da die Fundamente in der kalten Jahreszeit nicht hergestellt werden können“, erklärt die Sprecherin der Bahn auf Nachfrage. Denn generell müssten Fundamente mindestens vier Wochen aushärten. Das Bahnsteigdach werde im Zuge der Erneuerung um etwa 20 Meter verlängert. Die Bahnsprecherin kündigt zudem an, dass der Barsinghäuser Bahnhof Anfang nächsten Jahres mit zwei neuen Wetterschutzhäuschen ausgestattet werden solle. Bei den Gestellen, die derzeit auf dem Bahnsteig an Gleis 1 stehen, handelt es sich nach Auskunft der Bahn um Scheinwerfer, die provisorisch aufgebaut seien, bis eine neue Beleuchtungsanlage in Betrieb genommen sei.

Noch etwa fünf Wochen länger und damit nun doch bis ins neue Jahr hinein bleibt derweil am Barsinghäuser Bahnhof die Baustelle der Avacon bestehen, die im Bereich Berliner Straße/Deisterplatz eine Gashochdruckleitung erneuert. Der Energieversorger teilte dazu jetzt auf Nachfrage mit: „Die vollständige Fertigstellung – inklusive Wiederherstellung der Oberfläche – ist aktuell für den 20. Januar vorgesehen. Bis dahin bleiben die verkehrlichen Einschränkungen bestehen.“ Das bedeutet: Die Berliner Straße bleibt vorerst weiterhin auf Höhe des Bahnhofs eine Einbahnstraße, sodass der Verkehr aus Richtung Deisterplatz zwar noch den Bahnhofsparkplatz erreichen, aber nicht mehr andersherum in Richtung Bürgerbüro-Parkplatz und Jobcenter abbiegen kann.

Eigentlich sollte die Avacon-Baustelle am Bahnhof vor Weihnachten abgeschlossen sein. Grund für die Verzögerungen: „Im Bauverlauf kam es zu unerwartet hohem Aufwand im Tiefbau. Die Straßenkonstruktion war deutlich massiver aufgebaut als üblich, was umfangreichere Abtragungen erforderlich machte“, erklärt eine Avacon-Sprecherin. Zudem handele es sich bei der bestehenden Gasleitung um eine ältere Leitung mit Sondermaßen, deren Arbeiten nur von spezialisierten Firmen durchgeführt werden können.

Bei der zu erneuernden Gasleitung handelt es sich um eine Gashochdruckleitung. Solche Leitungen transportieren Erdgas über größere Strecken zu industriellen Abnehmern oder zu regionalen Verteilstationen. Von dort gelangt das Gas über kleinere Leitungen schließlich in die Haushalte. „In Barsinghausen wird ein Leitungsabschnitt erneuert, um die Versorgungssicherheit weiterhin zu gewährleisten“, so die Unternehmenssprecherin.

Insgesamt werden in der Berliner Straße 70 Meter Leitung ausgetauscht. Die Gasversorgung bleibe dabei durchgehend aufrechterhalten, was einen besonders sorgfältigen und technisch anspruchsvollen Ablauf erfordere.

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