Abstimmen dürfen alle jungen Leute aus Barsinghausen zwischen zwölf bis 20 Jahren. Mitarbeiten in dem Gremium und dafür kandidieren, kann man von 14 und 20 Jahren. Nicht nur Sabine Freitag, Barsinghausens Grünen-Fraktionschefin und Vorsitzende des Sozialausschusses, hatte sich in der Sitzung des Rates durchweg positiv geäußert: „Es gibt wohl sehr viele Interessierte und einen großen Kreis, der momentan sehr aktiv dabei ist. Von daher sieht es recht gut aus.“ Kerstin Wölki (FDP) bedankte sich bei der Verwaltung und vor allem bei Jugendpflege-Leiter Björn Wende für dessen Einsatz für eine stärkere Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Entscheidungen. Knapp vier Jahre ist es her, dass die FDP den Vorstoß gemacht hatte, wieder ein Jugendparlament in Barsinghausen einzurichten. Die Jugendlichen selbst sind von Anfang an eng in diesen Prozess eingebunden.
Auch Tilman Kuban (CDU) zeigte sich im Rat erfreut. „Es ist toll, dass wir so viele engagierte Jugendliche haben, die sich einbringen wollen.“ Die Gruppe aus jungen Leuten, die sich für ein Jugendparlament in Barsinghausen starkmacht, nennt sich „JuWant – Jupa Basche“. Für ihr Engagement bekamen sie den „Barsinghäuser Hirsch“ 2024 verliehen. Dieser Jugendpreis der Stadtsparkasse ist mit 1000 Euro dotiert und wird an junge Menschen vergeben, die sich im sozialen oder kulturellen Bereich besonders engagieren.
Die Stadtverwaltung kündigt derweil an, dass der Neujahrsempfang 2026 der Stadt Barsinghausen unter dem Motto „Mehr – junge – Demokratie wagen“ stehen werde. „Wir wollen im kommenden Jahr wieder ein Jugendparlament ins Leben rufen. Da lag der Schluss nahe, dieses Thema beim Neujahrsempfang in den Mittelpunkt und unter den Sinnspruch des Ex-Bundeskanzlers Willy Brandt zu stellen“, sagt Bürgermeister Henning Schünhof (SPD). So sei unter anderem eine Talk-Runde mit ehemaligen Mitgliedern und mit dem Initiatorenteam des neuen Jugendparlaments geplant. Der Neujahrsempfang findet am 18. Januar mit über 400 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Vereinen und Verbänden statt.
In Barsinghausen hat es schon einmal ein Jugendparlament gegeben. Das ist aber schon über 15 Jahre her. Das erste Jugendparlament wurde im November 2003 gewählt. Doch dann scheiterte die Wahl eines neuen Gremiums trotz mehrmaliger Anläufe, und das Jugendparlament wurde nach nur zwei Amtsperioden aufgelöst. Das erste Jugendparlament war von Anfang Dezember 2003 bis Oktober 2005 im Amt, die zweite Wahlperiode dauerte von Juni 2006 bis Juni 2008. Seitdem hat die Stadt Barsinghausen verschiedene Beteiligungsformen ausprobiert, etwa einen Jugendstammtisch und ein Internetforum. Zurzeit finden projektbezogene Beteiligungsformen statt.