Seit Dezember 2024 stoppt die sprintH Linie 500 auch am Bahnhof in Weetzen, wodurch ein Wechsel in die S-Bahn möglich ist. Zuvor endete die Buslinie in Gehrden an der Haltestelle Schwesternhaus. Über mehrere Jahre gab es Gespräche, Initiativen, Fahrgastbefragungen und Prüfungen – auch das Jugendparlament in Gehrden und Ronnenberg setzte sich vehement für die Verbindung ein.
Es forderte vor allem für Schüler und Jugendliche den wichtigen Anschluss an die S-Bahn in Weetzen und sammelte viele Unterschriften. Denn Gehrden hat keinen S-Bahnhof. Ronnenberg hingegen besitzt mit Empelde, Ronnenberg, Linderte/Holtensen und Weetzen vier Stationen.
„Wir erleben ein wunderbares Beispiel, was in der Kommunalpolitik möglich ist. In vielen Gesprächen mit Bürgern war zu spüren, dass die Anbindung der Linie 500 an den Bahnhof Weetzen ein großer Wunsch ist“, sagte Regionspräsident Steffen Krach (SPD). Die vorliegenden Zahlen seien sehr gut, meinte Ulf-Birger Franz (SPD), Verkehrsdezernent der Region Hannover. „Wir haben das als Versuch gestartet, der auf drei Jahre angelegt ist. Eine dauerhafte Fortführung macht Sinn”, sagte Franz – verweist aber darauf, dass ein politischer Beschluss der Regionsversammlung dafür nötig sei.
Die Zahlen sprechen jedenfalls für sich, wie die Statistiken und Zählungen der Üstra zeigen. Im zweiten Quartal 2025 stiegen pro Tag 680 Personen am Bahnhof Weetzen in einen Bus in Richtung Gehrden ein, dazu zählen neben dem 500er auch die verwandten Linien 520 und 522. Im dritten Quartal 2025 stieg die Zahl auf 770 Menschen an. „Wir rechnen damit, bald die 1000 zu erreichen“, sagte Franz mit Blick auf die Entwicklung der vergangenen Wochen. Im Vergleich zu der Zeit, als es noch keine Verlängerung der 500er-Linie und nur die Linien 520 und 522 gab, haben sich die Fahrgastzahlen verdreifacht.
Vor Ort waren bei der Zwischenbilanz auch die beiden Bürgermeister Malte Losert (Gehrden/parteilos) und Marlo Kratzke (Ronnenberg/SPD). „Die Querverbindung zum Bahnhof Weetzen ist für die Menschen in Gehrden Gold wert – und zwar nicht nur für die Weiterfahrt in Richtung Hannover. Auch die Anbindung nach Springe zu den Berufsbildenden Schulen und nach Barsinghausen ist jetzt viel besser“, sagte Losert und zeigte sich freudig überrascht über die Zahlen. „Ich hätte nicht gedacht, dass sie so hoch sind.“ Auch Kratzke freut sich über die Aufwertung: „Davon profitieren auch die Menschen in unseren kleineren Ortsteilen wie Vörie und Linderte.“
Mit der Verlängerung der sprintH Linie 500 von Gehrden bis zum Bahnhof Weetzen ist das Fahrtenangebot deutlich erweitert worden. Die Linie 500 verkehrt montags bis freitags in der Zeit von 6 bis 19 Uhr in einem Zehn-Minuten-Takt sowie sonnabends von 8 bis 20 Uhr in einem 15-Minuten-Takt. Zudem bietet der 500er zwei Möglichkeiten, das Zentrum der Landeshauptstadt zu erreichen. „Ob mit dem direkten Weg oder als Umstieg auf die S-Bahn – wir sehen, dass die Fahrgäste aus Gehrden beide Varianten zu schätzen wissen“, sagte Franz. Und im Grunde gibt es sogar noch eine dritte Möglichkeit: Am Stadtbahnendpunkt in Wettbergen hält der 500er-Bus ebenfalls, dort wäre ein Umstieg in die Stadtbahnlinien 3 und 7 möglich.