Hintergrund ist die Sanierung der Terrassen vor dem Turm, bestätigte Gehrdens Stadtsprecher Frank Born dieser Redaktion. Denn diese seien „stark abgängig“ und somit schwer begehbar, weshalb sie aufgearbeitet und wiederhergestellt werden müssten. „Ziel ist es, den Burgbergturm wieder mehr in die Naherholung der Stadt Gehrden zu integrieren“, teilte Born mit. Ende November sollten die Arbeiten eigentlich abgeschlossen sein, schrieb der Stadtsprecher noch Anfang November. Doch daraus wurde nichts, Bauzäune und Baumaterialien sind noch da. „Wir sind mitten in den Umbauarbeiten“, bestätigte Projektleiterin Tatjana Keller von der Stadt Gehrden auf Anfrage.
Wie kam es zu der Verzögerung? „Es gab einen Stopp aufgrund archäologischer Arbeiten. Wir mussten uns eine baurechtliche Genehmigung einholen“, erläuterte Keller. Denn das Areal sei denkmalgeschützt, weshalb sie die Behörden der Region Hannover einschalten musste. Immerhin: Bisher habe es keine archäologischen Funde gegeben, die das Vorhaben noch weiter verzögert hätten, so Keller.
Und es gab noch einen weiteren Stolperstein – im wahrsten Sinne des Wortes. „Es war angedacht, dass wir bei den Terrassen die vorhandenen Stufen nutzen können“, sagte die Projektleiterin. Allerdings hätten diese sich ebenfalls als „stark abgängig“ erwiesen und würden somit eine Stolpergefahr darstellen. Also mussten die Stufen ebenfalls ausgetauscht werden. Bis alles fertig ist, dauere es voraussichtlich noch bis Ende Januar, so Keller. Macht eine Verzögerung von zwei Monaten.
Die Kosten ließen sich vor Projektende nur schwer einschätzen, sagt Keller. Der aktuelle Auftragswert liege bei 65.000 Euro bei einem vorhandenen Budget von 125.000 Euro. „Wir sollten also im Budget bleiben“, so die Projektleiterin, auch wenn sie durch den größeren Aufwand mit etwas höheren Kosten als geplant rechne.
Keller definiert das Ziel der Sanierung so: „Bei den Terrassen wurde eine Nicht-Verkehrsfähigkeit festgestellt. Dem kommen wir nach.“ Sie hoffe, dass das Gelände vor dem Turm dann wieder attraktiver wird und „Besucher auch mal ein Picknick machen können“. Außerdem gehe es darum, Unfällen vorzubeugen.
Turm und Anbau selbst würden nicht saniert, betont sie – obwohl das in der Vergangenheit bereits mehrmals Thema war. Vor zwölf Jahren war die Rede von einer Sanierung des Bauwerks aus dem Jahr 1897/1898. Sogar über die Einrichtung eines Bistros wurde diskutiert, um das Gebäude weiter aufzuwerten. Es blieb ohne Ergebnis. Später versuchten auch der Gehrdener Marcel Szot und der jetzige Bürgermeiser Malte Losert (parteilos), den Turm als Ausflugsziel herzurichten. Das Vorhaben zerschlug sich aber mit der Übernahme durch die Struckmeyersche Mühle.
Der Vorplatz immerhin bekommt jetzt einen neuen Anstrich. Wenn alles fertig ist, hat der Burgbergturm dann wieder bis Februar jeden ersten und dritten Sonntag im Monat von 10 bis 12 Uhr geöffnet, in den Monaten danach jeden ersten und dritten Sonntag von 14 bis 16 Uhr.