Obwohl: Das Wort „Beruf“ hört er gar nicht so gerne. „Es ist inzwischen für mich zu einem Hobby geworden“, sagt er. Wenn andere Serien auf Netflix schauen, organisiere er die Bäckerkutsche. Und samstags steht Volbers um 4 Uhr auf der Matte, bereitet die Lieferungen vor. Um 6 Uhr fahren die Fahrzeuge vom Hof. „Zum Frühstück bin ich wieder zu Hause“, sagt er lachend.
Angefangen hat alles vor fünf Jahren. Zu einem Zeitpunkt, wo sich eine gewisse Schockstarre über das Land gelegt hatte. Die Corona-Pandemie breitete sich rasend schnell aus. Zeitweise konnten die Menschen die eigenen vier Wände nicht verlassen. Die Bäckerkutsche wollte sie auch in jener Zeit mit frischen Brötchen versorgen. Die Idee hatte aber eigentlich einen anderen Ursprung. Als Tobias Volbers irgendwann bei brütender Hitze in einer langen Warteschlange vor einer Gehrdener Bäckerei anstehen musste. Er dachte: Das müsse doch auch anders gehen. „In Zeiten von Corona und eng gestrickten Zeitplänen wollten wir dafür sorgen, dass unsere Kunden am Wochenende entspannt in den Tag starten können – ohne Wartezeiten, ohne Warteschlangen und mit kontaktlosem Service“, so der 34-Jährige, der in Lemmie lebt.
Inzwischen rollt die Bäckerkutsche längst nicht mehr nur durch Gehrden. Mittlerweile beliefert sie rund 600 Kundinnen und Kunden. Zum Gebiet gehören Gehrden, Ronnenberg, Wennigsen, Pattensen, Barsinghausen, Hemmingen, Seelze und Springe mit den jeweiligen Ortsteilen. Selbst in Hannover gibt es Kunden – speziell zum Weihnachtsgeschäft. Dann nämlich liefern Volbers und sein Team auch Gänse oder Enten ins Haus; und Ostern gibt es Lammkeule. Dazu arbeitet er mit der Fleischerei Ahrberg zusammen. Und: Die Bäckerkutsche versorgt auch das Dorfhaus in Lenthe sowie Kitas mit Backwaren. „Das sind allerdings keine großen Mengen“, sagt Volbers. Das bereite er morgens vor seiner Arbeit vor. Dazu gehört auch, dass er schon mal auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz Brötchen wegbringt. Das alles könne nur funktionieren, weil er ein tolles Team habe. 14 Frauen und Männer sind dabei – „viele schon mehrere Jahre.“ Er habe Glück, dass sich die Leute so für die Sache einsetzen. Die Abläufe hätten sich eingespielt. „Wir arbeiten effizient“, sagt Volbers. Wichtig sei ihm auch, dass sich die Kunden auf die Bäckerkutsche verlassen können. „Wir hatten noch nie geschlossen“, hebt er hervor. Egal, welches Wetter: Es sei geliefert worden. „Auch wenn wir manchmal improvisieren mussten.“
Eingespielt habe sich auch die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Partnern wie Ollis Holzbäckerei, dem Gehrdener Backhaus oder der Backstube Otto. Absolut zuverlässig seien die. „Sie stehen hinter meinem Konzept“, sagt Volbers.
Der 34-Jährige betont immer wieder. „Es macht mir wirklich Spaß.“ Er probiert auch neue Dinge aus. Zum Muttertag habe er in Kooperation mit Blumen Theobald in Wennigsen Blumensträuße geliefert. „Das ist wirklich gut gelaufen“, meint Volbers. Solche „kleinen Events“ solle es auch in Zukunft geben.
Ein konkretes Ziel sei es für 2026, glutenfreie Produkte anzubieten. „Die werden immer häufiger nachgefragt“, sagt Volbers. Zurzeit suche er eine Bäckerei in der Region, die ihn beliefern könne. Grundsätzlich wolle er organisch wachsen, in kleinen Schritten. Nur eines wird bleiben: Mehr als 24 Stunden wird auch Volbers Tag nicht haben.
Informationen zur Bäcker-www.baeckerkutsche.de.