„Es war eigentlich einfach für mich“
Sechstklässler Pepe Dahle gewinnt Vorlesewettbewerb im Matthias-Claudius-Gymnasium und erhält den verdienten Applaus des gesamten Jahrgangs

So sehen Sieger aus: Pepe Dahle wird von seine Freunden für den Erfolg gefeiert.Foto: Thore Kessal
Gehrden. Pepe Dahle dürfte sich wie ein kleiner Star vorgekommen sein, als er stolz auf der Bühne stand, den tosenden Applaus des Publikums hörte und seine Freunde ihn hochleben ließen. Und tatsächlich ist dem Sechstklässler des Matthias-Claudius-Gymnasiums etwas sehr Beeindruckendes gelungen: Dahle gewann den Vorlesewettbewerb im sechsten Jahrgang seiner Schule.

Zwei Texte mussten er und seine vier Mitbewerber auf der Bühne vortragen – einen selbst ausgesuchten und einen ihnen unbekannten. Nicht zu unterschätzen, schließlich hat sich der ganze Jahrgang samt Jury in der Aula versammelt, um ihnen dabei zuzuhören. Doch besonders Dahle meisterte die Aufgabe mit Bravour und machte seine Sache noch besser als seine Mitschüler. Und auch seine Aussagen danach entsprachen denen eines Vorlesesterns. „Die anderen waren auch richtig gut“, betonte Dahle, der sich über seinen Erfolg sichtbar freute.

Die Atmosphäre war schon vor Wettbewerbsbeginn besonders: Die Bühne glich mit Sofas, Tischen und Kerzen einer gemütlichen Leseecke. Bevor die Vorleser die Bühne betraten, befeuerte die Schulband „Toothless“ mit dem Song „Du schreibst Geschichte“ von Madsen die Vorfreude in der Aula. Spannende Geschichten hatten dann auch die fünf Vorleser parat.

„Ein Mädchen namens Willow – Nebeltanz“ lautete der Titel des Romans von Autorin Sabine Bohlmann, aus dem Sarah Beilfuß vorlas. Das gelang ihr fehlerfrei und eindrucksvoll. „Am Anfang war ich sehr nervös“, sagte sie nach dem Wettbewerb. „Beim Lesen ging es aber.“

Pepe Dahle hatte das Buch „Löcher“ von Louis Sachar ausgewählt. „Ich finde das Buch einfach cool und lustig“, sagte er. Definitiv bewies er echtes Vorlesetalent, wechselte bei Dialogen die Stimmlage und betonte passend zum Inhalt. Seine Mitschüler im Publikum hielten Anfeuerungsschilder in die Höhe.

In der zweiten Runde lasen dann alle Teilnehmer aus einem ihnen unbekannten Buch vor. Die ersten kamen leicht ins Stocken. Nicht so Dahle, der vorlas, als lese er diese Textpassage täglich vor dem Schlafengehen. „Es war eigentlich einfach für mich“, sagte er danach und grinste. Schließlich lese er auch in seiner Freizeit gerne.

Nachdem alle vorgelesen hatte, steckte die Jury die Köpfe zusammen und wertete die Leistungen aus. Als die Moderatoren nach wenigen Minuten und einem weiteren Bandauftritt die Siegehrung ankündigten, wurde es still im Publikum. Dann Trommelwirbel, ein goldener Umschlag, und der Name „Pepe“ hallte durch den Raum. Unter donnerndem Applaus nahm Dahle strahlend seinen Preis entgegen – eine Urkunde und einen Gutschein für einen Buchladen. „Das war ein Erfolg“, stellte er fest und schmunzelte. Nun fühle er sich „sehr erleichtert. Vorher war ich sehr aufgeregt“. Anzumerken war ihm das zu keiner Zeit.

Lob gab es auch von Schulleiter Christian Schmidt. Dahle sei für ihn der verdiente Gewinner. „Jeder hat ein dickes Lob verdient. Es war ein enges Rennen.“ Der Wettbewerb habe ihm „sehr gut gefallen.“ Begeistert hätte ihn dazu die Schulband, die der Veranstaltung „einen besonderen Touch“ verliehen hätte.

Auffällig: Während des Wettbewerbs wurde das Publikum gefragt, wer alles gerne liest. Alle meldeten sich und nannten ihre Lieblingsbücher. „Das spricht für unsere Schülerschaft“, betonte Schmidt.

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