Im Mittelpunkt des Besuchs steht keine politische Diskussion, sondern eine Führung durch den Stollen. Doch am Rande des Termins erklären die beiden Geschäftsführer der Alten Zeche, Wilfried Klatt und Hans-Werner Röth, warum die Modernisierung so dringend geworden ist.
Die alte Schwarzkaue, die bis vor Kurzem noch die Ausstellung beherbergt hat, ist inzwischen leergeräumt und bereit für den Umbau. „Nach 27 Jahren ist die Räumlichkeit in die Jahre gekommen“, erklärt Klatt. „Irgendjemand hat mal was gehabt und immer hier abgelegt“, sagt er. So sei eine strukturierte Aufteilung kaum möglich gewesen. Mit dem Projekt „Zeche 2.0“ wurde vor drei Jahren schließlich beschlossen, eine neue Ausstellung herzurichten – auch mit Hinblick auf die Landesgartenschau 2026 im benachbarten Bad Nenndorf.
Das neue Konzept: thematische Bereiche, kindgerechter und barrierefreier. Ein Highlight soll der Nachbau eines Strebs werden, in den man hineinkrabbeln kann. Als Streb bezeichnet man im Bergbau einen schmalen, langen Abbauraum. Um den Besuchen vieler Schulklassen gerecht zu werden, soll sich das Barsinghäuser Besucherbergwerk zu einem außerschulischen Lernort entwickeln. Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, kamen bisher nicht problemlos in den Stollen hinunter, doch auch das soll sich mit der Umgestaltung ändern. „Wir sind froh, dass hier etwas passiert, damit es weiterhin ein Magnet bleibt“, so Geschäftsführer Klatt.
Stationen, wie beispielsweise zur Entstehung der Steinkohle, sollen zukünftig besser strukturiert sein. Während in einer Ecke ein kleiner Museumsshop geplant ist, sollen in einer anderen Sitzbereiche für Kinder entstehen. Die Ausstellung soll nach dem Umbau eine klare und nachvollziehbare Wegführung haben. Röth hofft insgesamt auf ein Ergebnis, das lange hält: „Wir wollen alles aus einem Guss machen.“
Eine anfänglich angestrebte Fertigstellung bis zur Landesgartenschau im Frühjahr 2026 ist laut der Geschäftsführung allerdings inzwischen nicht mehr realistisch. Gründe dafür seien veraltete Kostenschätzungen und starke Preissteigerungen. Ursprünglich kalkuliert waren 300.000 Euro, eine genaue neue Zahl liege aktuell noch nicht vor. Die Stadt und das Besucherbergwerk können die Summe allein nicht stemmen – deshalb setzen die Akteure auf Förderer wie die Stiftung der Stadtsparkasse Barsinghausen und die Stiftung Niedersachsen. Laut der beiden Geschäftsführer der Alten Zeche wolle Minister Mohrs das Besucherbergwerk bei der Suche nach weiteren Fördermöglichkeiten unterstützen. Nichtsdestoweniger wird das Museum als Außenprojekt der Bad Nenndorfer Veranstaltung im nächsten Jahr agieren. „Wir sind zwar nicht neu, aber wir sind da“, macht Röth deutlich.
In diesem Jahr hat das Bergwerk in Barsinghausen rund 6000 Besucherinnen und Besucher durch die historischen Gänge begleitet. Zur Landesgartenschau wird mit einem Zuwachs von ungefähr 10 Prozent gerechnet. Entscheidend für den reibungslosen Ablauf ist das unermüdliche Engagement der Grubenführer und Grubenführerinnen: „Ohne Ehrenamt wäre das nicht machbar“.
Wann genau die Eröffnung der neuen Ausstellung stattfinden kann, ist nun abhängig von zusätzlichem Geld. Klar ist jedoch: Die Modernisierung soll das Besucherbergwerk fit für die Zukunft machen.