Wie die Stadt das bezahlen will? Große Hoffnung setzen Politik und Verwaltung auf das millionenschwere Förderprogramm, mit dem der Bund die Kommunen bei der Sanierung ihrer Sportanlagen unterstützt. Der Rat hat die Verwaltung beauftragt, sich für die Bundesfördergeld zu bewerben und „bei einer Fördermittelzusage die Gesamtsanierung priorisiert zu bearbeiten“. Der weitere Zeitplan nun: Bis zum 15. Januar müssen die Anträge in Berlin eingereicht sein. Der Haushaltsausschuss des Bundestags wählt dann voraussichtlich Ende Februar die Projekte aus, die für eine Förderung vorgesehen sind.
Bürgermeister Henning Schünhof (SPD) betonte in der Ratssitzung, dass er für eine schnelle Bearbeitung auf Barsinghausens CDU-Ratsherrn und Bundestagsabgeordneten Tilman Kuban und den Bundestag setze. Auf die Nachfrage aus der Bürgerschaft, was denn ist, sollte Barsinghausen bei der Förderung leer ausgehen, blieb er recht einsilbig. „Nun hängt es erst mal davon ab, ob und wie eine Förderung geartet ist. Und wenn da nichts kommt, dann müssen wir uns noch mal neu mit der Lage befassen“, sagte Schünhof. Aktuell sind lediglich 150.000 Euro im Haushalt für die Erneuerung der drei Filterkessel eingeplant. Ausgehend von etwa 690.000 Euro, die diese Sanierung inzwischen verschlingt, wären alleine hier etwa 540.000 Euro ungedeckt.
Die Grünen hätten es deswegen auch lieber gehabt, anstatt der üppigen 12-Millionen-Euro-Komplettsanierung, die ohne Zuschüsse des Bundes kaum darstellbar sei, sich zunächst nur die Filterkesselanlage vorzunehmen. Für die Deckungslücke hätte man einen Nachtragshaushalt beschließen können. Wie schon im Verwaltungsausschuss wurde der dahingehende Änderungsantrag der Grünen aber auch im Rat der Stadt mehrheitlich abgelehnt.
Das Golterner Freibad sei ein Stück Barsinghausen, sagte SPD-der Fraktionsvorsitzende Peter Messing. Er erinnerte daran, dass der Rat eine sukzessive Sanierung des Freibades bereits unlängst beschlossen habe. Thomas Struß von der Wählergemeinschaft Aktiv für Barsinghausen (AFB-WG) hatte zuvor betont, dass auch seine Fraktion grundsätzlich für den Erhalt des Schwimmbades sei. „Doch wir haben auch eine Verantwortung für den Gesamthaushalt und die weiteren Ausgaben“, sagte er. Was seien die Konsequenzen, wenn man hier heute nun so entscheide? Fiele dann irgendwas anderes hinten runter?
Kürzlich war öffentlich geworden, dass Barsinghausen offenbar die riesige Summe von etwa 650 Millionen Euro an Investitionen vor sich herschiebt. Das Geld soll bis 2036 dringend für Schulen, Straßen und andere Infrastruktur benötigt werden. Auch Kerstin Beckmann von der AFB-WG war vor der Abstimmung bereits sehr deutlich geworden: „Wir reden hier über bis zu 12 Millionen Euro – und die Förderung des Bundes sind nicht 100 Prozent. Wir beschließen hier, dass wir 55 Prozent aus städtischen Mitteln finanzieren.“ Kerstin Wölki (FDP) erinnerte daran, dass man ja auch den Neubau eines Hallenbades mit der Möglichkeit eines Freibades dran beschlossen habe. AFB und FPD enthielten sich letztlich bei der Abstimmung über eine „priorisierte Gesamtsanierung“ des Freibades. Die Grünen stimmten dagegen.
Rolf Hennies, der Vorsitzende des ehrenamtlichen Betreibervereins für das Freibad Goltern, zeigte sich anschließend zufrieden. „Das zeigt auf jeden Fall eine Perspektive für das Bad auf. Trotz aller finanziellen Probleme der Stadt“, sagte er am Freitag auf Nachfrage dieser Redaktion.
Der Betreiberverein ist realistisch: „Bis zur Saisoneröffnung wird an Sanierungen gar nichts passieren. Wir werden normal in die nächste Saison starten, auch mit zurzeit nur zwei Filterkesseln, und hoffen, dass die Technik durchhält“, sagt Hennies. Das sei aber auch von vornherein auch so geplant gewesen. „Schließlich haben wir auch einen großen Teil der vergangenen Saison schon so gearbeitet“, sagt Hennies. Dabei hätten die regelmäßigen eigenen Wasserproben und auch die des Gesundheitsamtes keine Abweichungen von den vorgegebenen Werten ergeben.
Hennies möchte nicht den Teufel an die Wand malen. „Was passiert, wenn ein zweiter Kessel sein Leben aushaucht, müssen wir sehen“, sagt er. Und ob das Gesundheitsamt dann Vorgaben mache, werde man dann auch erfahren, fügt er hinzu. Im Raum steht, dass das Freibad möglicherweise seine Besucherzahlen einschränken und häufiger beprobt werden muss.