Der Round Table in Barsinghausen sind junge Männer zwischen 18 und 40 Jahren, die sich für die Gesellschaft engagieren. Konfession, Hautfarbe oder politische Gesinnung spielen beim Round Table keine Rolle. Auch der Beruf ist egal. Sie wollen anpacken, sie wollen helfen. Das ist es, was die jungen Männer vereint.
Round-Table-Präsident Sven Heindorf (31) ist aus diesem Grund in den Serviceclub eingetreten und nun seit Sommer 2022 dabei. „Ich habe nach einer Möglichkeit gesucht, etwas zu ändern und Gutes zu tun, ganz unabhängig von Politik, Vereinen und Konfession. In einem Bereich, ohne Hierarchien und auf Augenhöhe“, sagt er. Gleichzeitig habe ihm die offene Art am Tisch und mit den Jungs imponiert.
„Hier kann jeder Mensch sein, wir nehmen Rücksicht aufeinander“, sagt Heindorf, der bis vor einem Jahr Sozialdezernent in Barsinghausen gewesen ist und jetzt das Kirchenamt Wunstorf leitet. Rewe-Marktleiter Max Genemann (35) pflichtet ihm bei. „Durch den Eintritt beim Round Table haben sich bei mir aus anfänglichen Bekanntschaften richtig gute und feste Freundschaften gebildet. Die Truppe ist immer für einen da, steht dem jeweils anderen zur Seite und unterstützt immer, wenn es notwendig ist“, sagt er.
Barsinghausens ehemaliger Bürgermeister Marc Lahmann (58) gründete den Round Table in Barsinghausen vor 15 Jahren. Er brachte die Idee aus Landau in der Pfalz mit, wo er herkommt und wo es bereits einen Round Table gab. „Daraus sind wir gewachsen“, sagt Heindorf.
Aktuell hat der Round Table in Barsinghausen 13 Mitglieder. Nur so wenige? Eigentlich genau richtig, meint Max Genemann. Denn es gehe ums Handeln, nicht ums Diskutieren. Mehr als 25 Mitglieder seien es meist nirgendwo bei einem Round Table. Jeder Tisch – in Barsinghausen ist es der RT 225 - ist dabei eigenständig und nimmt Mitglieder nach persönlichem Kennenlernen auf. Deswegen gibt es beim Round Table auch kein Beitrittsformular, sondern persönliche Ansprechpartner. Noch relativ neu in Barsinghausen gibt es zudem den Old Table. Das ist die Nachfolgeorganisation für Männer ab 41 Jahren, die vormals Mitglieder beim Round Table waren.
Round Table gibt es in ganz Deutschland und in mehr als 55 Ländern. Deutschlandweit sind 220 Tische mit etwa 3400 Mitgliedern aktiv. Weltweit zählt die Vereinigung mehr als 30.000 Mitglieder. „Egal wo, ob Bayern oder Kiel, wenn man jemanden vom Round Table trifft, fühlt es sich so an, als wenn man sich bereits mehrere Jahre kennt. Es verbindet“, sagt Genemann.
Zu allererst und das sei für ihn das Wichtigste, „helfen wir aber Menschen, die nicht solche Möglichkeiten oder auch nicht die finanziellen Mittel zur Verfügung haben.“ Aber auch Institutionen, die auf Spenden oder Manpower angewiesen seien.
Fortsetzung auf Seite 10„Es freut mich immer wieder, in zufriedene und glückliche Gesichter blicken zu können, wenn man etwas Positives erreicht hat und helfen konnte. Das bewegt auch etwas in mir selber“, sagt Genemann.
Ganz viel macht der Round Table im Moment für das neue Hospiz an der Bergstraße. „Wir helfen dort bei der Gartenarbeit und derzeit auch beim Roden“, berichtet Heindorf. Der Verein für Gemeindediakonie habe noch ein dahinterliegendes Grundstück gekauft.
Festgelegt auf bestimmte Projekte ist der Round Table nicht. „Im Prinzip können wir dort unterstützen und helfen, wo wir sagen, darauf haben wir Lust und dort können wir etwas bewirken“, sagt Heindorf. So hat die Männerriege dem Fuchsbau-Verein schon beim Holzhacken geholfen. Und in der Egestorfer Kita Wirbelwind hätte man das alte Kneipp-Becken demontiert und den Schutt entsorgt, erzählt Heindorf. Der Barsinghäuser Round Table unterstützt auch immer den Weihnachtspäckchen-Konvoi nach Osteuropa.
Zudem hilft er mit Geld. Bei den verkaufsoffenen Sonntagen in Barsinghausen hat der Round Table immer einen Stand mit Flammkuchen. „Das über solche Aktionen generierte Geld spenden wir“, sagt Genemann. Pro Jahr können das bis zu 5000 Euro sein, die der Round Table weitergibt.
Auch der erste Ball, den der Round Table am 28. Februar im Sporthotel veranstaltet, ist für einen guten Zweck. Offizieller Veranstalter ist der Förderverein des Round Table. Finanzieren soll sich die Veranstaltung selbst über die Eintrittsgelder. „Darüber hinaus hoffen wir, Sponsoren zu finden, um am Ende eine Großspende für ein soziales Projekt machen zu können“, sagt Heindorf. Auch hier hat sich der Round Table für das Hospiz entschieden.
Karten für den ersten Wohltätigkeitsball gibt es online auf bascheball.de. Der Eintritt kostet 89 Euro inklusive Büfett. 112 Karten für den Ball sind im Verkauf. Man habe sich bewusst dafür entschieden, zunächst in einem etwas kleineren Rahmen anzufangen. „Wenn es dann funktioniert, lässt sich die Veranstaltung in den nächsten Jahren etablieren und dann auch vielleicht größer aufziehen“, sagt Genemann.