„Ich möchte die Menschen aktivieren, damit sie sich einbringen“, nennt die neue Quartiersmanagerin eine grundsätzliche Aufgabe. Ziel sei es unter anderem, Freiwillige zu akquirieren, die Angebote machen. Sie will auch offene Aktivitäten wie Kaffee- und Frühstückstreffen oder Feste koordinieren, um die Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen.
Die 49-jährige Mesch hat Anfang Oktober eine Personalstelle im künftigen Quartierstreff eröffnet. „Ich lerne zurzeit noch die Strukturen und Aufgabenbereiche genauer kennen“, sagt die Sozialarbeiterin aus Hannover. Zuletzt sei sie mehr als zehn Jahre lang für die Stadt Langenhagen im Jugendamt tätig gewesen. Laut Win-Geschäftsführerin Claudia Koch hat sich Mesch unter 15 Bewerbungen durchgesetzt.
Als Quartiersmanagerin ist für sie in der ersten Phase vor allem Aufklärungsarbeit angesagt. „Ich möchte den Treffpunkt erstmal bekannt machen und darüber informieren, wofür die Einrichtung da ist“, sagt die verheiratete Mutter von zwei Kindern. Sie stellt klar: „Die Nachbarschaftsarbeit ist kein Vergnügungsausschuss, der ungefragt Programm organisiert.“ Vielmehr gehe es darum, Freiwillige zu finden, die sich mit ihren Interessen beteiligen wollen, und deren Wünsche kennenzulernen.
Um die Ideen zu unterstützen und Projekte anzuschieben, sei es notwendig, ein Netzwerk aufzubauen. „Jugendpflege, Seniorenbeirat, Sozialberatung, Mehrgenerationen-Treff, Sportvereine, DRK“, nennt Mesch Beispiele für Einrichtungen und mögliche Kooperationspartner, mit denen sie Kontakt aufnehmen wird. „Die Quartiersarbeit soll keine Konkurrenz sein, sondern sinnvolle Ergänzung“, betont sie. Deshalb sei es wichtig, bereits bestehende Aktionen zu kennen. „Es muss ja nichts dreifach angeboten werden“, sagt Mesch.
Die Quartiersmanagerin kann auf den Erfahrungsschatz des KSG-Vereins zurückgreifen: In Langenhagen-Wiesenau, Ronnenberg-Empelde und Hannover-Kronsberg-Süd betreibt Win bereits Nachbarschaftsarbeit. Auch in Gehrden soll die neue Begegnungsstätte offen für alle Menschen sein. Die erste Zielgruppe befinde sich aber im näheren Umfeld, mit einem Fußweg von etwa fünf bis zehn Minuten, so Mesch.
Für den heutigen Sonnabend, 18. Oktober, lädt die Quartiersmanagerin von 10 bis 13 Uhr schon zu einem ersten Treffen möglicher Ehrenamtlicher ein. „Ich möchte herausfinden, an welchen Angeboten Interesse besteht, wie sich das umsetzen lässt und wie ich das unterstützen kann“, so Mesch. Klassiker seien Angebote wie Improvisationstheater, Repair-Café und Quizabende. Aber: „Man muss die Menschen und ihre Interessen erst kennenlernen. Viel ticken heute ganz anders als früher“, weiß die Sozialarbeiterin. Mesch hat auch eigene Ideen – wie etwa eine Spielplatzgruppe mit Sportangeboten von Ehrenamtlichen für Kinder. Im Trend liege bei jungen Erwachsenen heutzutage das Nähen. Angesagt sei auch das Gestalten von Schmuck und Dekorationen mit Modelliermasse, die nach dem Backen im Ofen aushärte.
Für Aktionen steht dem Quartierstreff künftig auch ein Spiel- und Bolzplatz an der Straße Im Teichfeld zur Verfügung, den KSG laut Win-Geschäftsführerin Koch von der Stadt Gehrden übernommen habe. Dieser soll demnach mit Beteiligung von Kindern und Jugendlichen aus dem Quartier umgestaltet werden.
Koch verweist auch auf eine Förderung des Deutschen Kinderhilfswerkes für das Programm „Dein Quartier“: Unter diesem Motto sollen im Gehrdener Treffpunkt am 12. und 13. Dezember Kinder und Jugendliche jeweils im Rahmen eines Pizzaabends an Beteiligungsveranstaltungen teilnehmen. „Woran habt ihr Spaß? Wo haltet ihr euch auf? Was fehlt euch?“: Diese Fragen sollen im Mittelpunkt der Aktion stehen.