Am Montag ließ die Gemeinde Wennigsen den Durchgang zum Dammweg von mehreren Anlaufpunkten sperren. Grund war, dass der Bauhof der Gemeinde die ersten zwei Tage der Woche für den Abbau der alten Brücke benötigte.
„Die alte Brücke stammte aus dem Jahr 1985 und war nicht mehr tragfähig. An mehreren Teilen war sie abgängig“, sagt Michael Pracejus aus dem Team Tiefbau und Kläranlage der Gemeinde Wennigsen. Über die Jahre und Jahrzehnte hätten sich die Schäden wegen der Feuchtigkeit und aufgrund der Lage unter den Bäumen ergeben, sagt Pracejus.
Nach Auskunft von Dirk Wagner vom ausführenden Planungsbüro SKI aus Hannover ist das „ein normales Alter für eine Brücke dieser Art“, zumal viel Holz verbaut worden sei. Die Brücke führt als Nord-Süd-Achse über den Bach und grenzt an die Kindertagesstätte Vogelnest an. Westlich der Kita, deren Außengelände während der Bauphase umzäunt war, führt ein Weg vorbei als Stichweg hinauf zur Neustadtstraße. Viele kleine Beobachter schauten deshalb interessiert durch den Kita-Zaun hindurch bei den Brückenarbeiten zu. „Die Kinder brauchen heute keinen Betreuer für Abwechslungen“, sagt Wagner und lacht.
Mit vorgefertigten Teilen, die verklebt wurden und über Nacht trockneten, entstand die neue Brücke. Der Fachmann spricht von einer CPC-Bauweise, dabei handelt es sich um Beton mit verstärkten Bodenfasern. Die Unterkonstruktion ist aus Stahl. „Daher ist die Lebensdauer sehr lang. Die Brücke wird 100 Jahre halten“, sagt Wagner. Einen weiteren Neubau an dieser Stelle dürften wohl nicht einmal die Kinder aus der Kita Vogelnest erleben.
Die Arbeiten verliefen nach Plan, dennoch gab es ein echtes Ärgernis: Pracejus berichtet davon, dass als vorbereitende Maßnahme die alte Brücke eingezäunt und mit Absperrbaken versehen war. Unbekannte hätten diese entfernt und auf den Weg geschmissen.
Die Kosten für den Neubau der Brücke belaufen sich laut seiner Aussage auf rund 60.000 Euro. „Dabei handelt es sich aber um die reine Investition für das neue Bauwerk“, sagt der Tiefbau-Experte der Gemeindeverwaltung. Die Arbeit des Bauhofs, der für den Abbau der Vorgängerbrücke verantwortlich war, lässt sich nur schlecht in Zahlen bemessen. Der Bauhof kümmert sich nach dem Abschluss des Neubaus auch in den Tagen danach um die Restarbeiten. Dazu zählten unter anderem der Einbau der Treppenstufen zur Brücke – eine kleine Hürde für Radfahrer – und außerdem die Errichtung einer Absturzsicherung. Auch für die Geländer, die aus Holz sind, ist der Bauhof verantwortlich.
Die Besonderheit an der Brücke: Sie ist bedeckt von dünnen Platten, die nur vier Zentimeter dick sind. „Das gibt es in Deutschland ganz selten und es ist eine innovative Sache“, sagt Michael Pracejus. Am späten Donnerstagnachmittag war die Brücke komplett fertig und freigegeben – das gilt seit Freitag auch für den Dammweg. So ist wieder ein Spaziergang in allen Richtungen entlang des Wennigser Mühlbachs möglich. Und eben per Brücke auch darüber.