Baustart für drei neue Windräder
I n der Feldmark bei Linderte haben die Erdarbeiten für den neuen Windpark „Schwarzfeld“ begonnen

Neue Zuwegung: Von der Landesstraße 389 (Verlängerung der Straße Poggenburg in Linderte) wird der Feldweg für die Transportwege aus gebaut. Im Hintergrund ist Linderte zu sehen.Foto: Uwe Kranz
Linderte. Diesen Moment wollte der Investor UKA Nord offenbar nicht an die große Glocke hängen: Mit den ersten Erdarbeiten für den Wegebau ist der Startschuss für die Errichtung des Windparks Schwarzfeld bei Linderte gefallen. Zehn oder elf Windräder mit einer Höhe von rund 260 Metern sollen dort entstehen. Ein Mammutprojekt für die Stadt Ronnenberg. Im ersten Schritt will UKA zunächst drei bestehende Windräder im sogenannten Repowering-Verfahren mit neuen, größeren und leistungsfähigeren ersetzen. „Durch das Repowering können voraussichtlich rund 15.000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Das entspricht einem Plus von rund 13.900 Haushalten“, rechnet UKA in einer Stellungnahme vor. Beginn der Arbeiten hatte das Unternehmen die Öffentlichkeit nicht informiert. Lediglich die betroffenen Grundstückseigentümer hatten einen Infobrief erhalten.

Auf Nachfrage zum Baustart konkretisierte UKA jetzt aber Einzelheiten zu den Windpark-Planungen, die Projekte „Schwarzfeld“ und „Ihme-Roloven“. Wobei „Schwarzfeld” wiederum in drei Abschnitte unterteilt ist. Die Projekte und Abschnitte befänden sich in unterschiedlichen Planungs-, Bau- und Genehmigungsphasen.

Beim Repowering nördlich von Linderte („Schwarzfeld I”) werden drei Bestandsanlagen aus dem Jahr 2001 zurückgebaut und durch drei moderne Windenergieanlagen ersetzt, erläutert Sprecher Severin Semm-Senge gegenüber der Redaktion. Der Bau dieser drei Windräder sind bereits von der Region Hannover genehmigt.

„Aktuell laufen die Erdbauarbeiten für die Zuwegung und die Anlagenstandorte. Dafür werden vorhandene Wirtschaftswege, die für die Anlieferung der Großkomponenten benötigt werden, in einzelnen Abschnitten verbreitert und ertüchtigt“, berichtet Semm-Senge. Zusätzlich entstünden für die Bauphase temporäre Baustraßen und Kranaufstellflächen.

Der weitere Zeitplan für das Repowering: Die Erdarbeiten für die Fundamente sollen voraussichtlich Ende August beginnen. Im November übernimmt der Anlagenhersteller Nordex die Baustelle und errichtet die Fundamente. Die Anlieferung der ersten Turmkomponenten erwartet UKA im ersten Quartal 2027. Erst einmal fertiggestellt sollen die neuen Anlagen nach Unternehmensangaben etwas mehr als 13-mal so viel Strom wie die bisherigen Anlagen erzeugen. Der Vergleich mit den Altanlagen sei aufgrund der fehlenden tatsächlichen Ertragsdaten als Näherung zu verstehen, so der Sprecher. Parallel zu den UKA-Arbeiten sollen die bestehenden drei Windräder, die nur eine Höhe von rund 70 Metern haben, zurückgebaut werden.

Temporär angelegte Baustraßen und Flächen, die nach Abschluss der Arbeiten nicht mehr benötigt werden, sollen ebenfalls zurückgebaut und wiederhergestellt werden. Dauerhaft verbleibe nur die Wege- und Flächeninfrastruktur, die für den Betrieb, die Wartung und die Erreichbarkeit der Anlagen erforderlich ist. „Die bestehenden Wirtschaftswege werden im Zuge der Bauarbeiten dort ertüchtigt, wo dies für die Transporte notwendig ist“, kündigt Semm-Senge an.

Die drei Repowering-Anlagen sind Teil des insgesamt zehn Anlagen umfassenden Projekts „Schwarzfeld“. Für die sieben weiteren Windräder in den Abschnitten „Schwarzfeld II“ und „Schwarzfeld Erweiterung“ wartet UKA Nord weiterhin auf den Genehmigungsbescheid. Ein belastbarer Zeitplan für diese sieben Anlagen lasse sich deshalb sich derzeit noch nicht nennen, so das Unternehmen.

Das Projekt „Ihme-Roloven“ bezieht sich indes auf die Flächen, die die Stadt Ronnenberg derzeit im Rahmen eines Verfahrens zur Änderung eines Flächennutzungsplans auf ihre Tauglichkeit überprüfen lässt. Dabei hat der Rat der Stadt bereits nach einer ersten öffentlichen Beteiligung eine große Fläche aus diesem Verfahren herausgenommen. Die Anzahl möglicher weiterer Windkraftanlagen reduzierte sich dabei von fünf auf eine. Diese könnte zwischen Linderte und Hiddestorf nördlich der Landesstraße 389 als Erweiterung des Windparks errichtet werden, so UKA. Die abschließende Entscheidung zum Flächennutzungsplan hat der Rat allerdings noch nicht gefällt.

Die Planungen von Windenergieanlagen in den Kommunen Ronnenberg, Hemmingen und Pattensen stößt bei einigen Anwohnerinnen und Anwohnern in ihrer schieren Menge auf Kritik. In allen drei Stadtgebieten werden neue Windräder geplant. Vor allem im Hemminger Ortsteil Hiddestorf fühlten sich die Einwohner deshalb zum Teil „eingemauert“. Die vier dem Ort am nächsten gelegenen Windräder von UKA Nord in Ronnenberg werden nach der Entscheidung im dortigen Rat nun zumindest nicht gebaut.

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