Hilfe seit 2005
– mit Pralinen hat alles angefangen
Nächster Flohmarkt in Lemmie soll wieder Erlöse bringen für „Philipp & Philippa“

Das Bild stammt vom Besuch auf den Philippinen im Januar 2026: Ruth Pahl (Zweite von links), Stefan Pahl (Vierter von links) und Iris Pahl (ganz rechts) haben ihre "Familie" besucht.privat / Familie Pahl
Lemmie. Nach 24 Monaten ist es wieder so weit – und wieder hilft das ganze Dorf mit. Darauf hofft zumindest Ruth Pahl, die 2005 das Hilfswerk „Philipp & Philippa“ gegründet hat. In Lemmie findet erneut ein Flohmarkt statt. Die Erlöse daraus kommen dem Hilfsprojekt und damit Slumkindern auf den Philippinen zugute.

Das Prinzip: Die Einwohnerinnen und Einwohner von Lemmie, und gern auch aus der Umgebung, verschenken alles an Trödel, den sie zu Hause finden können, und geben ihn bei der Familie Pahl ab. „Wir haben schon tolle Sammlungen erhalten. Aber wir brauchen noch Kindersachen, vorwiegend Spielzeug“, sagt Ruth Pahl. Der Flohmarkt findet am Samstag, 5. September, von 9.30 Uhr bis 16 Uhr auf dem Kastanienplatz in Lemmie statt. Dort erfolgt der Verkauf. Jeder Cent daraus fließt an bedürftige Kinder.

Was Pahl wichtig ist: „Die Unterstützung in Lemmie ist enorm. Ohne die könnten wir den Flohmarkt nicht austragen.“ Und damit meint sie außer den Abgaben der ersten Sachspenden auch die Bereitschaft aus Vereinen und Verbänden. So sorgt der DRK-Ortsverein für die Kuchentheke, die Ortsfeuerwehr stellt Pavillons, Tische und Bänke auf. Ab 11 Uhr gibt es Würstchen vom Grill, ab 12 Uhr Live-Musik. Das Büfett mit Torten und Kuchen eröffnet um 13 Uhr.

Beim letzten Dorfflohmarkt zugunsten des Hilfswerks kam im Spätsommer 2024 inklusive Verkauf und Spenden ein kleiner vierstelliger Betrag zusammen. Genau möchte Ruth Pahl das nicht beziffern – nur so viel: „Für sechs bis sieben Kinder auf den Philippinen hatten wir damit den Jahresetat geschafft.“ 42 Euro pro Monat kostet der Schulbesuch pro Kind, hinzu kommen Kosten für eine Krankenversicherung und Anschaffungen wie beispielsweise eine Brille.

Insgesamt wird dank „Philipp & Philippa“ 18 Kindern und Jugendlichen geholfen. Dabei handelt es sich um Schülerinnen und Schüler sowie um junge Menschen, die Ausbildungen absolvieren oder die Universität besuchen können. Die Gelder werden benötigt, beispielsweise für Uniformen oder für Busfahrkarten, um aus den Slums raus und in die Städte zu gelangen. Das Kinderhilfswerk agiert eigenständig, ist aber unter dem Dach des Christlichen Missionsvereins Würzburg (CMW) organisiert. „Sie machen für uns die Abrechnungen, das ist gut und entlastet“, sagt Pahl. Vor Ort in der philippinischen Stadt Davao habe man eine Schulsozialarbeiterin, die man persönlich kenne – genau wie alle Kinder und Jugendlichen.

Mittlerweile sind auch die Kinder von Ruth und Ehemann Stefan aktiv in Hilfsorganisationen tätig. „Sie sind da so reingewachsen. Das war nicht der Plan – aber schön, dass es so passiert ist“, sagt Ruth Pahl und lacht. Ihre Tochter Iris ist bei „Philipp & Philippa“ dabei. Mit Eva engagiert sich eine weitere Tochter in Tansania. Sohn Christian hat sein eigenes Hilfsprojekt in Kenia. Als Theologie-Student verbrachte er Zeit als Praktikant in der Hauptstadt Nairobi und war über die Zustände, wie Kinder auf der Straße überleben mussten, entsetzt.

Bleibt nur noch die Frage zu klären: Wie hat es bei Ruth Pahl selbst angefangen? Im Oktober 2005 flog sie auf den Philippinen. Ihr Bruder lebte dort – sie wusste also schon, wie in dem Land die Zustände sind und dass sie sich engagieren will. Kurz nach der Rückkehr wurde „Philipp & Philippa“ gegründet. Im Dezember 2005 gab es auf dem Weihnachtsmarkt in Lemmie die erste Aktion, um Geld einzusammeln. „Ich habe damals Pralinen verkauft“, erinnert sie sich.

Für den Flohmarkt müssen die Sachspenden vorab bei den Pahls abgegeben werden – nicht am Veranstaltungstag. Zu erreichen ist die Familie unter der Telefonnummer (05109) 4575 sowie per Mail an ruthpahl@t-online.de. Auch Geldspenden sind möglich.

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