Dass Hunfeld erneut sämtliche Konkurrenten bezwingt, hatte er selbst nicht unbedingt vorhergesehen. „Es zeichnete sich im Vorjahr schon ab, dass das Turnier gut besetzt ist. Ich wusste, dass es tough wird“, sagt er. „Es ist krass, wie sehr das Niveau gestiegen ist.“ Doch anscheinend hat auch er sich noch einmal steigern können.
Etwas bedauerlich fand Hunfeld, dass die Wettkämpfe an den Rand gedrängt wurden und somit recht wenig Zuschauer anlocken konnten. Für die Entscheidung, die Spielfläche am Sportleistungszentrum aufzubauen, hat er allerdings Verständnis. „Es galt als Demonstrationssportart. Viele kennen Teqball noch immer nicht“, sagt Hunfeld.
Diejenigen, die sich die Duelle an der gekrümmten Platte anschauten, sahen technisch versierte und agile Ballkünstler. Besonders nervenaufreibend war das Halbfinale zwischen Hunfeld und Jon Nielsen vom FC St. Pauli. Der Hamburger gewann den ersten Satz, führte im zweiten bereits mit 5:0. Doch dann drehte er auf, wehrte mehrere Matchbälle ab und gewann schließlich den dritten Satz mit 17:15. Im Finale setzte sich Hunfeld dann souverän in zwei Sätzen gegen den Thüringer Elias Petzold durch. Philip Koppitz und Hanno Heimann holten für die SG Everloh-Ditterke Bronze im Doppel. Koppitz landete im Einzel ebenfalls auf Platz drei. Insgesamt waren neun Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Gehrden bei der deutschen Meisterschaft am Start.Mit der nächsten Goldmedaille hat sich Hunfeld erneut für die Weltmeisterschaft im November in China qualifiziert. „Das lasse ich mir nicht nehmen“, sagt er. Bei seiner letzten WM-Teilnahme in Rumänien hatte er nur knapp das Viertelfinale verpasst. „Vielleicht geht da was, noch ein bisschen weiterzukommen“, sagt Hunfeld. Er möchte die Reise mit einem Urlaub in der Volksrepublik verbinden. Seine Freundin wird ihn auf dem Trip begleiten.
Etwa einmal im Monat kehrt Hunfeld noch nach Hannover und Gehrden zurück. „Das verbinde ich auch mit Training. Wir haben eine Top-Truppe.“ Anders als in München sei das Spielniveau bei der SG deutlich höher. „Das bringt mich dann auch weiter, wenn ich richtige Gegner habe“, sagt Hunfeld. Dabei wird er nicht müde, an der Platte zu stehen. „Es macht einfach Bock. Auch nach vier Stunden wird es nicht langweilig.“
Doch in München hat er inzwischen eine etwas andere Sportart für sich entdeckt. Womöglich eine, die noch weniger Menschen kennen als Teqball. Es handelt sich um Footvolley. „Das ist Volleyball, nur mit dem Fuß“, sagt Hunfeld. Er scheint auch für diese Sportart ein besonderes Füßchen zu haben. Mit seinem Team holte er den Meistertitel und stieg damit in die nächsthöhere Liga auf. Könnte die Sportart womöglich Teqball den Rang ablaufen? „Mein Herz liegt auf der Platte“, sagt Hunfeld. „Bei Footvolley muss ich noch einiges lernen. Aber es bereitet mir ein gutes Gefühl, barfuß im Sand zu spielen.“
Doch das ist noch nicht alles. Bevor es nach China geht, tritt Hunfeld für Deutschland bei der Footmesa-Weltmeisterschaft in Rom an. „Ich wurde angefragt“, sagt er. „Das wird auch eine geile Nummer.“ Dabei spielen immer Zweierteams gegeneinander an einem Tisch. Die Spieler können sich frei ringsherum bewegen und müssen den Ball mit einem Körperteil – außer Armen oder Händen – auf die Platte befördern.
Zwei Chancen also, um die nächsten Medaillen einzusammeln. Vielleicht setzt Hunfeld seine Serie ja noch fort.