Ein Gedenkort jüdischen Lebens
Symbolische Schlüsselübergabe: Bürgermeister läutet nächste Projektphase für die Lern- und Erinnerungsräume an der Velsterstraße ein

Übergabe: Bürgermeister Marlo Kratzke (rechts) mit dem Schlüssel für Christiane Buddenberg-Hertel und Peter Hertel.Foto: Stadt Ronnenberg
Ronnenberg. Die Stadt Ronnenberg hat einen weiteren wichtigen Fortschritt beim Thema Erinnerungsarbeit gemacht: Bürgermeister Marlo Kratzke (SPD) überreichte bei einer Kulturveranstaltung vor wenigen Tagen symbolisch die Schlüssel für zwei Ausstellungsräume im ehemals jüdischen Anwesen an der Velsterstraße 2. Peter Hertel und Christiane Buddenberg-Hertel nahmen die Schlüssel im feierlichen Rahmen stellvertretend für den Förderverein für Erinnerungsarbeit in Ronnenberg (FER) entgegen. Die Räume sollen Teil eines Lern- und Gedenkortes werden, den die Stadt gemeinsam mit dem FER und der Marie-Curie-Schule entwickelt. Der Bürgermeister bedankte sich in Anwesenheit von rund 70 Gästen insbesondere für das langjährige Engagement der beiden Ehrenamtlichen: „Es braucht Leidenschaft, Ausdauer und den unbedingten Willen, Geschichten zu erzählen, die erzählt werden müssen. Dafür bin ich Ihnen beiden von Herzen dankbar, und ich weiß, dass die Stadt Ronnenberg stolz sein kann, Menschen wie Sie in ihrer Mitte zu haben.“

Mit der Schlüsselübergabe beginnt nun die nächste Phase des Projekts. Die Räume werden in den kommenden Monaten ausgestattet und für eine Dauerausstellung vorbereitet, die die Geschichte der jüdischen Gemeinde Ronnenbergs dokumentieren und für künftige Generationen zugänglich machen soll.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand zudem die Vorstellung der Publikation „Zurück in Ronnenberg – Jüdische Lebensbilder einer Calenberger Gemeinde“ von Peter Hertel und Christiane Buddenberg-Hertel. Die Publikation beleuchtet die Geschichte der Ronnenberger Jüdinnen und Juden vom 18. Jahrhundert bis zu ihrer Vertreibung während des nationalsozialistischen Terrors.

Im Fokus stehen Objekte, Dokumente und Fotografien, die jüdischen Familien gehörten – es gelang ihnen, diese auf ihrer Flucht zwischen 1937 und 1939 mitzunehmen. Mehr als 300 Originale und Reproduktionen dieser Zeitzeugnisse haben die Autoren seit 2017 aus Israel, Großbritannien, Brasilien und den USA nach Ronnenberg zurückgeführt.

Diese Sammlung bildet künftig die Grundlage der geplanten Dauerausstellung in der Velsterstraße 2. Der entstehende Lern- und Gedenkort soll die Erinnerung an das jüdische Leben in Ronnenberg bewahren, historische Zusammenhänge vermitteln und einen Raum für Bildung, Begegnung und Auseinandersetzung mit der Geschichte schaffen.

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