Gehrden radeltauf den vorletzten Platz
Wettbewerb Stadtradeln: Bürgermeister Malte Losert freut sich aber über ein Plus an Kilometern

Stadtradeln: Mehr als 72.000 Kilometer sind die Gehrdenerinnen und Gehrdener beim diesjährigen Wettbewerb geradelt.foto: Paul Michler
Gehrden. An Motivation und Ideen hat es Bürgermeister Malte Losert (parteilos) nicht gemangelt. Mit den bisherigen Platzierungen Gehrdens beim bundesweiten Wettbewerb Stadtradeln war er gar nicht zufrieden, schließlich ist er selbst begeisterter Radfahrer. Darum wollte er dieses Mal die Gehrdenerinnen und Gehrdener im Zusammenspiel mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) stärker für die Teilnahme an dem Wettbewerb motivieren. „Wir müssen es nur schaffen, die Leute für die Aktion zu begeistern“, betonte er im Vorfeld des Stadtradelns.

So gab es Ende Mai eine Auftaktveranstaltung unter dem Titel „FahrKulTour“. Auf einem 33 Kilometer langen Rundkurs durch Gehrden und die Ortschaften gab es mehr als 30 besondere Angebote. Dazu gehörten ein Hörerlebnispfad, die Möglichkeit, T-Shirts zu bedrucken, Atelierbesichtigungen und Führungen durch zwei Skulpturengärten. Außerdem stellte eine Ortsfeuerwehr ihre Fahrzeuge vor. Die Veranstaltung kam zwar gut an, doch die Teilnahme war nicht wie erhofft. Der Hauptgrund: das Wetter. Es regnete an dem Tag. „Das war natürlich ärgerlich“, sagt Losert.

Allerdings: 2025 wurden 58.409 Kilometer geradelt, dieses Jahr waren es fast 15.000 Kilometer mehr. Dennoch belegt Gehrden beim Wettbewerb in der Region wieder nur den 19. und damit vorletzten Platz. Auf exakt 72.672 Kilometer kamen 341 Radelnde (2025 waren es nur 256 Teilnehmerinnen und Teilnehmer) in 30 Teams, die sich registrieren ließen. 6079 Fahrten wurden in drei Wochen gesammelt. Damit liegt Gehrden zwar deutlich vor Sehnde, das Schlusslicht in der Region ist. Aber 3000 Kilometer hinter der Nachbarkommune Ronnenberg.

Am fleißigsten unterwegs war das Offene Team Gehrden mit seinen 47 Teilnehmenden. Es erradelte 13.659 Kilometer. Dahinter folgen die zwölfköpfige Gruppe von Radland (5991 Kilometer) und die Stramme Kette Gehrden (5449 Kilometer), die mit 23 Frauen und Männern am Start war.

Eher überschaubar war das Teilnehmerfeld der Schulen. Die Grundschule Am Castrum schaffte 2605 Kilometer und motivierte 25 Kinder und Lehrer zum Mitmachen. Die OBS/IGS gruppierte sich mit 1068 Kilometern ein – acht Radfreunde machten mit. Lediglich 47 Kilometer erreichte die Grundschule Am Langen Feld: Allerdings unterstützten hier nur zwei Personen den Wettbewerb.

Warum ist Gehrden erneut nur auf dem vorletzten Platz gelandet? So richtig erklären kann sich Losert die zurückhaltende Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger auch nicht. „Bei uns ist der Wettbewerb nicht so etabliert wie beispielsweise in Wennigsen“, meint er. Und: Viele seien zwar täglich mit dem Rad unterwegs, hätten aber möglicherweise keine Lust, die Kilometer einzutragen. „Wir müssen im nächsten Jahr noch ein wenig mehr werben – gerade auch in Schulen“, kündigt der Bürgermeister an.

Wie im vorigen Jahr wurde in Wennigsen pro Kopf die längste Strecke unter den Umlandkommunen zurückgelegt: Je Einwohner und Einwohnerin waren es 16 Kilometer. Gehrden kam im Vergleich auf 4,58 Kilometer. Bei den absoluten Zahlen siegte das Stadtgebiet Hannover, dahinter rangieren Wennigsen und Garbsen. Während die Hannoveranerinnen und Hannoveraner fast zwei Millionen Kilometer zurücklegten, kam Wennigsen auf 237.925 Kilometer und Garbsen auf 181.952 Kilometer.

Die bundesweite Kampagne Stadtradeln will seit Jahren Kommunen und deren Bürgerinnen und Bürger motivieren, Alltagswege verstärkt mit dem Fahrrad zurückzulegen und CO2 einzusparen.

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