Wie soll das Betreuungsproblem in den Kitas gelöst werden?
Finanzen, Verkehr oder Infrastruktur: Das sagen Gehrdens Parteien und Wählergemeinschaften anlässlich der Kommunalwahl am 13. September zu wichtigen Themen aus der Stadt

Verlässliche Betreuung als Ziel: Auch in Gehrden gibt es einen Personalmangel bei Erzieherinnen und Erzieher. Die Folge ist, dass die Betreuung der Kinder nicht immer gewährleistet ist.foto: Monika Skolimowska/dpa
Gehrden. Die Betreuungssituation in Gehrden ist durch einen chronischen Personalmangel in Kitas und lange Wartelisten seit Jahren angespannt. In den Kindertagesstätten beeinflusst der akute Personalmangel die Betreuungssituation. Das Problem könnte sich weiter verschärfen, da Renteneintritte, Schwangerschaften und Kündigungen hinzukommen. Um den künftigen Bedarf an Betreuungsplätzen zu decken, wird im Wohnquartier Vorwerk aktuell eine neue Kindertagesstätte gebaut. In einem sind sich die Parteien nahezu einig: Der Arbeitsplatz in Kitas muss attraktiver werden.

„Wir wollen Notfall- und Vertretungskonzepte optimieren und einen stadtweiten Springerpool prüfen und Eltern frühzeitig einbinden“, sagt die CDU. Ziel sei es, plötzliche Schließungen zu vermeiden. „Zudem wollen wir Gehrden als attraktiven Arbeitgeber für Fachkräfte positionieren“, so die Union.

Das Ziel der SPD ist es, den bestehenden Standard der Kinderbetreuung dauerhaft zu sichern. Dazu gehören die neue fünfzügige Kita im Wohnquartier Vorwerk sowie die Ganztags-Kita in Lemmie. Gleichzeitig müssten ausreichend Fachkräfte gewonnen und langfristig gebunden werden, damit Familien auf eine verlässliche Betreuung vertrauen können.

Die Grünen meinen, dass Familien eine verlässliche Betreuung bräuchten. „Deshalb wollen wir ausreichend Kita-Plätze schaffen“, so die Grünen. Außerdem wollen sie die Attraktivität der Arbeitsplätze erhöhen: mit zusätzlichem Personal für bürokratische Arbeit, hauswirtschaftlicher Unterstützung oder Aufwendungen für Lärmschutz. „Gute Arbeitsbedingungen, moderne Einrichtungen, Fortbildungsangebote und eine vorausschauende Personalplanung sind entscheidend“, heißt es vonseiten der Partei. Gleichzeitig setzen sie sich für verlässliche Ganztagsangebote ein, damit Familie und Beruf besser vereinbar werden.

Von der FDP heißt es, dass das Betreuungsproblem in den Kitas gemildert werden könnte, indem man Erzieherinnen und Erzieher von bürokratischen Aufgaben entlastet, damit sie mehr Zeit für die Kinder haben. Zudem könnte die Ausbildung attraktiver gestaltet und flexible Betreuungsmodelle eingeführt werden, beispielsweise in Kooperation mit der privaten Wirtschaft oder Tageseltern.

Die UWG ist mit dem Status quo durchaus zufrieden. Mit der neuen Kita am Spehrteich stehen aus Sicht der UWG nach aktueller Kenntnis ausreichend Plätze bereit. Die Personalausstattung liege über den gesetzlichen Vorgaben. Entscheidend sei, die Attraktivität der Arbeitsbedingungen weiter zu verbessern, um Ausfallzeiten zu reduzieren. „Ergänzend setzen wir auf verlässliche Öffnungszeiten und familienfreundliche Angebote“, so die UWG.

Die Linke sieht das Problem nicht bei der Stadt Gehrden. Die Rahmenbedingungen für die Ausbildung des Personals würden auf Landesebene entschieden, der Spielraum der Kommune sei leider begrenzt. Dieser sollte aber maximal ausgeschöpft werden. Genauer äußert sich die Linkspartei dazu nicht.

Die AfD glaubt, dass die Bewältigung des Betreuungsmangels eine Strategie zur Personalrekrutierung, die auf attraktiven Arbeitsbedingungen und beruflicher Wertschätzung basiert, erfordere. Parallel dazu müsse die Platzvergabe durch optimierte Anmeldeportale und zentrale Servicebüros effizienter gestaltet werden.

Zudem könnten digitale Tools den administrativen Aufwand minimieren, was die Kommunikation verbessere und dem Personal mehr Zeit für die pädagogische Kernarbeit ermögliche.

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