Carsten Meyer, der früher bei einer Baufirma beschäftigt war, fing vor 25 Jahren ganz klein an. „Ich hatte erstmal nur einen Spargelstand“, erinnert sich der Mann aus Pennigsehl (Kreis Nienburg). Die Kundschaft habe ihn damals zu immer mehr ermuntert: „Die Leute fragten mich, ob ich keine Kartoffeln habe? Dann wollten sie Wurzeln und Erdbeeren“, erinnert er sich. Und so ging es weiter: Heidelbeeren, Zwiebeln, Äpfel, Tomaten … Aber immer alles aus heimischen Gefilden und was je nach Jahreszeit wächst.
Der 61-Jährige baute sein Sortiment sukzessive aus. Nicht nur das Angebot wurde größer, auch der Stand. Carsten Meyer schaffte sich einen Anhänger an, aus dem zweimal pro Woche der Verkauf stattfindet.
Früher baute Carsten Meyer seinen Stand auch in der Südstadt von Hannover und in Salzhemmendorf (Landkreis Hameln-Pyrmont) auf. Inzwischen steht er nur noch in Barsinghausen – und will noch lange bleiben. „Die Kunden sind alle so nett hier. Die meisten kenne ich mit Namen. Und mir macht es Spaß in Barsinghausen“, versichert der 61-Jährige.
Nicht nur er mag die Kunden, die Sympathie scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen – gepaart mit Vertrauen. „Oft geben die Kunden mir ihr Portemonnaie in die Hand, damit ich mir das Geld selbst raushole“, berichtet der Händler.
Nicht nur den Chef schätzen die Kunden, auch seine Verstärkung, mit der er seit vielen Jahren am Start ist. Ehefrau Edyta und Verkäuferin Christina Kolkmann versorgen die Barsinghäuser ebenfalls mit frischem Obst und Gemüse. Letztere ist inzwischen auch schon seit 16 Jahren bei Carsten Meyer beschäftigt.
Markenzeichen des Wochenmarkt-Urgesteins ist neben regionaler und saisonaler Ware auch sein Tattoo auf dem rechten Unterarm: das Vereinswappen von Borussia Mönchengladbach. Der 61-Jährige ist seit vielen Jahren Fan des Traditionsvereins.
Mit einem benachbarten Marktbeschicker, einem Bayern-München-Fan, hatte Carsten Meyer immer eine Wette laufen: Derjenige, dessen Club beim Bundesliga-Duell verloren hat, muss dem anderen den Kaffee bezahlen und darf die Flagge seines Vereins am nächsten Markttag hissen – in den vergangenen Jahren wehte die Borussen-Fahne allerdings nicht allzu häufig an Carsten Meyers Anhänger.