Das Bauprojekt nimmt endlich Fahrt auf
Für die neue Grundschule Am Castrum beginnen die Rohbauarbeiten.Der Abriss des alten Gebäudes und die Bodenuntersuchungen sind abgeschlossen.

Blick in die Zukunft: Eine neue Visualisierung des zuständigen Architekturbüros zeigt, wie der Schulneubau später aussehen soll.Bild: h4a Gessert + Randecker + Legner Architekten GmbH
Gehrden. Eine Verspätung gab es schon beim offiziellen Spatenstich im April. Eine erhebliche sogar. Eigentlich hätte es diesen formellen Akt schon 2023 geben sollen. Doch das Projekt ging nicht richtig voran, obwohl bereits vor mehr als vier Jahren der Entwurf für die neue Grundschule am Castrum vorgelegt worden war. Bürgermeister Malte Losert (parteilos) gibt ehrlich zu: „Wir sind schon lange nicht mehr im Zeitplan.“

Mitte/Ende 2028 sollen die ersten Schülerinnen und Schüler in die vier neuen und rund 42 Millionen Euro teuren Gebäude einziehen. Das zumindest hofft Losert. Bis Ende dieses Jahres soll der Rohbau fertiggestellt werden, um dann im nächsten Jahr mit dem Innenausbau weitermachen zu können.

Laut Losert ist der Abriss des alten Gebäudes beendet, auch die Bodenuntersuchungen, die vier Monate in Anspruch genommen haben, sind abgeschlossen. Nun haben die Vorbereitungen für die Rohbauarbeiten begonnen. Für die vier Bauteile, aus der die neue Grundschule besteht, werden in den nächsten Monaten die Fundamente gelegt. Nach Einschätzung des städtischen Projektleiters Frank Becker-Sieckau nimmt der Neubau damit Fahrt auf.

Dort, wo eines Tages der Neubau stehen soll, ist derzeit nur eine freie Fläche zu sehen. Doch demnächst sollen die vier Gebäude, die die Grundschule ausmachen werden, zumindest in Umrissen zu erahnen sein. Die Baustelle sei dann „ablesbar“, nennt es Becker-Sieckau.

Geplant ist eine Schule im Clusterstil. Sie soll aus vier zweigeschossigen Neubauten bestehen, die als Lernhäuser genutzt werden sollen. Die Gebäude bekommen jeweils ein Gründach mit Photovoltaikanlage. Daran angrenzend wird die neue 350 Quadratmeter große Festhalle gebaut, die als Schulaula und für Veranstaltungen genutzt werden kann.

Das moderne Baukonzept der Clusterschule soll sich im Inneren fortsetzen. Dort werden die Klassenzimmer rings um eine Art Marktplatz angelegt, den die Schülerinnen und Schüler frei zum Lernen nutzen können.

Nach den ursprünglichen Planungen sollte Am Castrum bereits in diesem Jahr wieder mit dem Unterricht begonnen werden. Noch 2021 hieß es, der Bau solle 2023 starten. Die Verzögerung hatte mehrere Gründe. Die Kosten von mehr als 40 Millionen Euro für Abriss und Neubau erforderten eine EU-weite Ausschreibung. Dazu kamen Asbestbestandteile im alten Gebäude und Probleme mit den Brandschutzauflagen; auch die Archäologen blieben länger als gedacht.

Der Schulhof soll sich auf den Flächen zwischen den Gebäudeteilen erstrecken. Unter dem bisherigen Parkplatz wird zudem der für die Wärmepumpe benötigte Eisspeicher verbaut – ein spannendes und nicht alltägliches Verfahren. „Das ist einmalig”, sagt Losert. Ein Eisspeicher ist eine unterirdische Wasserzisterne, die in Verbindung mit einer Wärmepumpe als Heizsystem dient. Vor allem im süddeutschen Raum wird diese Art des Heizens und auch des Kühlens genutzt.

Das Prinzip : Eine im Speicher verbaute Wärmepumpe entzieht dem Wasser Wärmeenergie. Das Wasser kühlt nach und nach ab. Wenn das Wasser im Tank gefriert, wird dabei sogenannte Kristallisationsenergie frei, die von der Wärmepumpe zum Heizen des Hauses genutzt wird.

Bis zur Fertigstellung des vierteiligen Schulgebäudes werden die Schülerinnen und Schüler in den neuen Räumlichkeiten der Grundschule Am Langen Feld unterrichtet, ehe sie dann in vermutlich zwei Jahren in die neuen Räume an ihrem alten Standort zurückkehren sollen.



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