Angesichts zunehmender Hitzeperioden und sinkender Grundwasserspiegel wird Wasser im Garten zum kostbaren Gut. Wer klug wirtschaftet, nutzt die Geschenke der Natur und setzt auf Regenwasser sowie auf eine intelligente Pflanzenauswahl, um Wasser und Geld zu sparen.
Statt Trinkwasser aus dem Hahn zu nutzen, lohnt es sich, Regenwasser zum Bewässern zu verwenden. Nach Berechnungen der Klimanauten der Heinrich-Böll-Stiftung sammeln sich über ein durchschnittliches Dach rund 70.000 Liter Regenwasser pro Jahr. Allein eine durchgehend mit Regenwasser gefüllte Gießkanne spare durchschnittlich 135 Euro pro Jahr. Regenwasser ist für viele Pflanzen zudem bekömmlicher als aufbereitetes Trinkwasser. Wer die Regentonne effektiv nutzen möchte, sollte in eine Pumpe investieren. Diese ermöglicht es, direkt aus der Tonne zu gießen oder einen Sprenger zu betreiben.
Im Idealfall führt ein Fallrohr direkt von der Regenrinne in die Regentonne. Alternativ lässt sich ein Regenwassersammler („Regendieb“) in das Fallrohr einbauen. Wichtig ist außerdem eine Abdeckung der Regentonne, um Unfälle zu vermeiden. Zudem sollte sie regelmäßig geleert werden, damit sich keine Mückenlarven entwickeln.
Für größere Grundstücke kann auch eine Zisterne sinnvoll sein. Sie speichert Regenwasser unterirdisch und ist in unterschiedlichen Größen erhältlich. Welche Größe benötigt wird, hängt unter anderem von der Gartenfläche ab.
Viele Gartenbesitzer lassen fälschlicherweise täglich den Rasensprenger laufen. Dabei verdunstet beim Gießen in der Mittagssonne ein Großteil des Wassers. „Die beste Uhrzeit zum Gießen ist morgens zwischen 4 und 8 Uhr“, erklärt Rasenspezialist Norbert Lischka. Dann könne das Wasser tief in den Boden eindringen. Wer so früh nicht gießen möchte, sollte dies nach Sonnenuntergang tun.
Grundsätzlich sind Rasengräser gut an sommerliche Trockenheit angepasst. Zu viel Wasser begünstigt sogar die Bildung von Unkraut. Entstehen dennoch trockene Stellen, reicht es häufig aus, diese gezielt zu bewässern. „Wenn der Rasen nur punktuell trocken ist, dann ist das Gießen mit der Hand am effektivsten“, rät Lischka. Verdichtete Böden lassen sich zudem mit einer Grabgabel auflockern, damit Wasser wieder besser zu den Wurzeln gelangt.
Der Boden ist der natürliche Wasserspeicher im Garten. Bodendecker, Mulch, Kompost oder Humus halten die Feuchtigkeit länger im Boden und verringern die Verdunstung deutlich. Regenwasser sollte möglichst versickern können, deshalb sollten nur wenige Flächen versiegelt werden. Pflanzen werden am besten direkt am Boden gegossen, nicht über die Blätter.
Merken Sie sich diese Tipps für die Bewässerung:– Nicht zu häufig, dafür gründlich wässern. Zu häufiges Gießen nützt vor allem dem Moos.
– Seltener mähen. Sehr kurzer Rasen benötigt mehr Wasser und ist bei Hitze stärker belastet.
– Wer Gartenmöbel oder das Fahrrad mit dem Hochdruckreiniger säubert, kann dies auf dem Rasen tun. So wird das Wasser doppelt genutzt. Reinigungsmittel sind dabei tabu.
– Bereits bei der Gartengestaltung lässt sich Wasser sparen. Trockenheitstolerante Pflanzen sowie geschickt angeordnete Verschattungsinseln reduzieren den Bewässerungsbedarf.
Geeignet sind nach diesem Prinzip beispielsweise Lavendel, Thymian, Ginster, Liguster, Tamariske, Purpur-Fetthenne, Sommerflieder, Sanddorn oder Schlehe. Sie sind pflegeleicht, kommen mit Trockenheit gut zurecht und fördern zugleich die Artenvielfalt.