Wie kann das Radwegenetz im Stadtgebiet verbessert werden?
Finanzen, Verkehr oder Infrastruktur: Das sagen Gehrdens Parteien und Wählergemeinschaften anlässlich der Kommunalwahl am 13. September zu wichtigen Themen aus der Stadt

Steiler Anstieg: Wer von Redderse nach Gehrden will, muss mit dem Rad auf der Straße fahren.Dirk Wirausky
Gehrden. „Ein guter Radweg hat eine ebene Oberfläche, keine Huckel, Löcher oder Kanten“: So beschrieb kürzlich Wernhard Thielemann vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) den erforderlichen Zustand. Eine Voraussetzung, die in Gehrden nicht jede Radwegestrecke erfüllt. Dazu kommt, dass die Anbindung der Ortsteile an die Innenstadt oft fehlt. Der größte Kritikpunkt: die schlechte Erreichbarkeit Gehrdens aus der Ortschaft Redderse. Die Parteien sind sich auch deshalb beim Thema Radwegenetz erstaunlich einig.

Die CDU unterstützt klar den Ausbau sicherer Radwege zwischen Kernstadt und Ortsteilen – insbesondere die bessere Anbindung von Redderse. Gehrden solle als attraktives Ziel für Radverkehr und Naherholung weiter gestärkt werden, meinen die Christdemokraten.

Die SPD setzt auf nachhaltige Ortsentwicklung und klimafreundliche Mobilität. „Dazu gehören auch gute und sichere Verbindungen zwischen Kernstadt und Ortsteilen“, so die Sozialdemokraten. Der Ausbau und die Instandsetzung der Infrastruktur sollten die Erreichbarkeit verbessern und gleichzeitig Umwelt- und Klimaschutzziele unterstützen.

Die Grünen plädieren für den Ausbau sicherer Radwege zwischen Kernstadt und Ortsteilen. Wer das Fahrrad im Alltag nutzen wolle, benötige durchgängige, sichere und komfortable Verbindungen. „Gute Radwege stärken die Mobilität aller Generationen, entlasten den Verkehr, schützen das Klima und verbessern die Anbindung der Ortsteile an Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitangebote“, meinen die Grünen.

Von der FDP kommt ein klares Ja zum Ausbau des Radwegenetzes zwischen der Kernstadt und den Ortschaften. Sichere, durchgängige und gut beleuchtete Radwege erhöhten die Verkehrssicherheit, förderten klimafreundliche Mobilität und böten eine echte Alternative zum Auto. Davon profitierten Pendler, Schülerinnen und Schüler sowie Freizeitradler gleichermaßen. Fördergeld von Land und Bund müsse dabei maximal ausgeschöpft werden. Und „Pflastermalerei“, wie auf der Schulstraße zu sehen, sei nicht nur für Kinder eine tödliche Gefahr.

Die UWG unterstützt ebenfalls den Ausbau des Radwegenetzes uneingeschränkt. Besonders wichtig sei die Anbindung Redderses. „Lückenschlüsse im Netz, wie zum Beispiel von Ditterke in Richtung Gehrden und Leveste, sowie sichere Abstellanlagen mit Ladepunkten gehören dazu“, sagt die UWG. Mobilität müsse wahlfrei möglich sein und nicht auf einzelne Verkehrsträger reduziert werden.

Der Ausbau des Radwegenetzes hat auch für Die Linke eine hohe Priorität. „Die Region sollte allerdings einen Teil davon im Rahmen des Ausbaus der Velorouten übernehmen“, so die Linkspartei.

Die AfD ist im Hinblick auf den Radwegeausbau sehr defensiv. Angesichts der prekären Haushaltslage lehnt sie ideologische Verkehrswendeprojekte und die einseitige Umschichtung von Geld zulasten des Autofahrers ab. Allerdings: Radwege nach Lenthe oder Redderse hält die AfD sehr wohl für sinnvoll, sie müssten aber mit Minimalaufwand realisiert werden.



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