Vorne lief die Rostockerin Paula Springstein in einer anderen Welt. Die Doppelmeisterin über 100 und 200 Meter brauchte nur 23,73 Sekunden und war über eine Sekunde schneller als Viole. „Paula ist eine Maschine“, so Viole. Deren Vater Thomas Springstein, früherer Trainer von Weltmeisterin Katrin Krabbe, wurde einst wegen Weitergabe von Dopingmittel an Minderjährige zu 16 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Auch Mutter Grit Breuer, 400-Meter-Läuferin die auch ein Jahr für den LT 85 Hannover startete, war einst in ähnliche Verfahren verstrickt. Doch die Vorbehalte, die anfangs auch Paula Springstein trafen, konnte Viole nicht bestätigen. „Die ist echt nett und fröhlich. Wir haben uns nach den Rennen noch gut unterhalten“, sagte Viole.
Bei den W15-Schülerinnen stand Liv Wotrubez (TSV Neustadt) zweimal auf dem Treppchen. Im Dreisprung ist sie ein Naturtalent. „Erst in diesem Jahr hat sie mit dem Dreisprung begonnen“, so Trainer Matthias Bansa. Nun flog sie im sechsten Durchgang auf 11,52 Meter und damit zu Silber. Davon beflügelt düste die Neustädterin nur eine Stunde später auch über 300 Meter Hürden als Dritte in 46,30 Sekunden auf das Podium. Amaliia Stadnichuk (TSV Burgdorf) verpasste mit 11,90 Metern im Kugelstoß als Vierte noch das Treppchen. Doch der Diskuswurf liegt ihr noch mehr. Mit 34,49 Meter gewann sie Silber. Nur die Fürstenwalderin Nele Kleinschmidt (41,86) startete in einer anderen Wurf-Welt.