Wieder Luft, wieder schnell
Caroline Marie Viole und andere Athletinnen aus der Region überzeugen bei den norddeutschen Jugendmeisterschaften in Lübeck mit starken Leistungen

Caroline Marie Viole von der SG Bredenbeck-HoltensenFoto: Matthias Abromeit
Region. Caroline Marie Viole ist wieder die Alte. Und ihre Stammplätze in den Finals und sogar auf dem Treppchen hat die Sprinterin der SG Bredenbeck-Holtensen auch wieder belegt. Bei der norddeutschen Meisterschaft der U20- sowie U16-Jugend in Lübeck gab es vor kurzem Silber auf der 200-Meter-Strecke und im 100-Meter-Finale immerhin Rang acht. „Nach meiner Nasen-OP kriege ich auch wieder richtig Luft“, so U20-Athletin Viole. Das zeigte Wirkung. „Seit langem war ich nach den Vorläufen wieder so erholt, dass ich mich im Finale noch steigern konnte.“ Los ging es am ersten Tag auf der 100-Meter-Geraden. Nach 12,50 Sekunden bei Gegenwind, schob der Rückenwind sie im Finale auf 12,44 Sekunden. Violes Hauptstrecke sind aber die 200 Meter. „Nur noch länger darf es nicht sein“, sagte Viole. „Schon bei 200 Metern werden an manchen Tagen auch die letzten 50 Meter richtig lang.“ Das passierte diesmal im Finale aber nicht. „Es lief richtig gut.“ Viole steigerte sich auf 24,89 Sekunden und sprintete nach der nur vierbesten Vorlaufzeit nun auf Rang zwei. Sechs Tage vor dem 18. Geburtstag ein vorgezogenes Geschenk.

Vorne lief die Rostockerin Paula Springstein in einer anderen Welt. Die Doppelmeisterin über 100 und 200 Meter brauchte nur 23,73 Sekunden und war über eine Sekunde schneller als Viole. „Paula ist eine Maschine“, so Viole. Deren Vater Thomas Springstein, früherer Trainer von Weltmeisterin Katrin Krabbe, wurde einst wegen Weitergabe von Dopingmittel an Minderjährige zu 16 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Auch Mutter Grit Breuer, 400-Meter-Läuferin die auch ein Jahr für den LT 85 Hannover startete, war einst in ähnliche Verfahren verstrickt. Doch die Vorbehalte, die anfangs auch Paula Springstein trafen, konnte Viole nicht bestätigen. „Die ist echt nett und fröhlich. Wir haben uns nach den Rennen noch gut unterhalten“, sagte Viole.

Bei den W15-Schülerinnen stand Liv Wotrubez (TSV Neustadt) zweimal auf dem Treppchen. Im Dreisprung ist sie ein Naturtalent. „Erst in diesem Jahr hat sie mit dem Dreisprung begonnen“, so Trainer Matthias Bansa. Nun flog sie im sechsten Durchgang auf 11,52 Meter und damit zu Silber. Davon beflügelt düste die Neustädterin nur eine Stunde später auch über 300 Meter Hürden als Dritte in 46,30 Sekunden auf das Podium. Amaliia Stadnichuk (TSV Burgdorf) verpasste mit 11,90 Metern im Kugelstoß als Vierte noch das Treppchen. Doch der Diskuswurf liegt ihr noch mehr. Mit 34,49 Meter gewann sie Silber. Nur die Fürstenwalderin Nele Kleinschmidt (41,86) startete in einer anderen Wurf-Welt.

Druckansicht