Große Pläne für das alte Gerätehaus in Benthe
In Benthe will ein neu gegründeter Verein das alte Feuerwehrhaus zu einem Dorftreffpunkt umbauen.

Nachnutzungspläne für das bisherige Gerätehaus an der Vogelsangstraße: Nach dem Auszug der Feuerwehr will ein neu gegründeter Verein in dem Gebäude einen Dorftreff einrichten.Foto: Ingo Rodriguez
Benthe. Die Arbeiten für den geplanten Feuerwehrneubau haben in Benthe zwar noch nicht einmal begonnen, trotzdem gibt es bereits ehrgeizige Nachnutzungspläne für das bisherige Gerätehaus an der Vogelsangstraße. Nach dem Auszug der Feuerwehr soll in dem Gebäude ein Dorftreff eingerichtet werden. Mit diesem Ziel hat sich jetzt ein neuer Verein gegründet. Der künftige Leerstand soll genutzt werden, damit in Benthe endlich ein eigenes Gemeinschaftshaus entsteht.

„Dorftreff Alte Feuerwehr Benthe“ – so heißt der Verein, den zehn Gründungsmitglieder im vergangenen Dezember aus der Taufe gehoben haben. Ziel sei es, das dörfliche Gemeinschaftsleben zu stärken, sagt Ortsbürgermeister Henning Bitter (CDU), der auch der Vereinsvorsitzende ist. „Dazu soll das alte Feuerwehrhaus zum Dorftreff weiterentwickelt werden – als Ort der Begegnung, des Austauschs und für Veranstaltungen“, berichtet Bitter.

Hintergrund ist der geplante Neubau für die Feuerwehr. Das Baufeld an der Sieben-Trappen-Straße, auf dem sich bislang noch ein Spielplatz befindet, soll im Oktober 2026 für den Baustart frei gemacht werden. Rund 3,9 Millionen Euro investiert die Stadt Ronnenberg in den Brandschutz des Bergdorfes, 1,6 Millionen davon stammen aus einer Bedarfszuweisung des Landes. „Das bisherige Gerätehaus entspricht nicht mehr den Anforderungen“, sagt Bitter. Deshalb plane der Verein, das alte Gebäude nach dem Auszug der Feuerwehr umzubauen und als Dorftreff zu nutzen.

Ein Gemeinschaftshaus gibt es in Benthe bislang nicht. Zurzeit sei es möglich, das Café „benthe.mitte“ für Veranstaltungen und Aktionen zu nutzen, berichtet Bitter. „Es ist aber offen, wie es dort weitergeht, wenn der Mietvertrag ausläuft“, sagt der Ortsbürgermeister. Unterdessen sind die Pläne für die Nachnutzung des alten Gerätehauses schon sehr konkret: Laut Vereinsvorstand wurde bereits ein Architekturbüro damit beauftragt, den notwendigen baulichen Umfang, die technischen Anforderungen und voraussichtliche Kosten zu ermitteln. „Diese Untersuchung läuft noch“, berichtet der Vereinsvorsitzende Bitter. Demnach kosten die Planungsleistungen rund 35.000 Euro. Davon übernehme die Region Hannover 25.000 Euro als Zuschuss aus einem Förderprogramm für Maßnahmen zur Stärkung der Innenentwicklung. Die Stadt beteilige sich mit 10.000 Euro. Nach der Leistungsermittlung sowie der Vor- und Entwurfsplanung soll „eine belastbare Grundlage“ vorliegen. „Dann wissen wir, welcher Aufwand für den Umbau erforderlich und mit welchen Gesamtkosten zu rechnen ist“, sagt Bitter.

Aus Sicht des Vorstands ist die Nachnutzung des alten Gerätehauses als Dorftreff zwar für Benthe „ein wichtiges Anliegen“, trotzdem dürfe die Umsetzung nicht um jeden Preis erfolgen, betont Bitter. Schließlich handele es sich für die Stadt um eine freiwillige Leistung, die sorgfältig zu prüfen sei. Vor dem Hintergrund von derzeit prognostizierten Schulden von bis zu 300 Millionen Euro in den Jahren 2029/2030 seien freiwillige Vorhaben nur zu verantworten, wenn Finanzierung, Folgekosten und Prioritätensetzung belastbar geklärt seien.

„Sollten die Projektkosten zu hoch ausfallen, müssen auch ein Verzicht oder eine spätere Umsetzung in Betracht gezogen werden“, sagt der Vorsitzende. Um den städtischen Haushalt zu entlasten, plane der Verein aber auch, die Fördermittelakquise zu unterstützen – unter anderem aus dem Programm Leader-Region Calenberger Land. Vereinszweck seien außerdem die Beteiligung am Umbau, an der Sanierung, dem Erhalt durch Pflege und Instandhaltung, an der Weiterentwicklung des Dorftreffs sowie der Außen- und Nebenanlagen.

„Sobald die Planung abgeschlossen ist und eine belastbare Kostenschätzung vorliegt, soll das Gesamtkonzept vorgestellt werden“, beschreibt der Vorsitzende die nächsten Schritte. Anschließend sei zu prüfen, ob der Rat der Stadt bereit sei, das Geld zur Verfügung zu stellen. „Sollte das Projekt fortgeführt werden, möchte der Verein weitere Mitglieder gewinnen und Interessierte dazu einladen, sich aktiv an der Entwicklung und dem späteren Betrieb des neuen Dorftreffs zu beteiligen“, kündigt Bitter an.

Der Verein plant auch, die organisatorischen Aufgaben rund um die Nutzung, Betreuung und Koordination der Räume zu übernehmen. Geplant seien kulturelle, gesellschaftliche und nachbarschaftliche Angebote wie Ausstellungen, Lesungen, Vorträge, Konzerte, Feiern, Kurse und Treffen.

Einen Rückschlag hat es aber auch schon gegeben: „Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit wurde trotz fachlicher Unterstützung einer Steuerberaterin vom Finanzamt abgelehnt“, berichtet der Vorsitzende. Als Begründung sei die Annahme herangezogen worden, dass der Verein vorrangig gesellige Veranstaltungen im geplanten Dorftreff ausrichten wolle. Aus Sicht der Steuerberaterin sei die Entscheidung zwar nicht nachvollziehbar. Zur Folge habe dies aber: „Der Verein darf keine Spendenquittungen ausstellen“, so Bitter.

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