Am Steintor ist nur nocheine Seniorenwohunung frei
Richtfest gefeiert: Fünfstöckiges Mehrfamilienhaus soll bis Ende des Jahres fertig sein

Zimmermeister Sebastian Vogel hält den traditionellen Richtspruch. Daneben der geschäftsführende Gesellschafter Matthias Steinhauer.Foto: Dirk Wirausky
Gehrden. Das Bauprojekt nimmt für jedermann deutlich sichtbare Konturen an. Am Steintor in Gehrden wird ein fünfstöckiger Komplex mit 38 altersgerechten Wohnungen errichtet. Das Projekt des betreuten Wohnens stößt auf große Nachfrage: Nur noch eine Wohnung ist verfügbar.

Ein Etappenziel haben die Investoren von der Norddeutschen Wohnbau GmbH aus Hannover erreicht: Am Mittwochnachmittag konnte das Richtfest gefeiert werden. Zimmermeister Sebastian Vogel von der gleichnamigen Zimmerei aus Harsum sprach den feierlichen Richtspruch, bevor er das zuvor geleerte Schnapsglas zerschellen ließ. Mit dem Richtfest feierte der Bauträger gemeinsam mit Bürgermeister Malte Losert (parteilos), Baubeteiligten sowie künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern das Wohnprojekt.

Die beiden Geschäftsführer Christoph Eisenberg und Matthias Steinhauer sind zufrieden. Das Bauvorhaben komme wie geplant voran, berichtete Eisenberg. Lediglich vor gut einem Jahr habe es Verzögerungen geben – aufgrund eines vermuteten Fundes einer Kriegsbombe. Der Verdachtsfall hatte sich jedoch nicht bestätigt. Es handelte sich um Reste eines alten Brunnens.

Steinhauer sprach von einem besonderen Konzept. Es würden komfortable, moderne Wohnungen für Menschen ab 60 Jahre gebaut mit der AWO als Service-Dienstleister im Haus. Bis Ende des Jahres soll das Mehrfamilienhaus fertig sein, und auch die ersten Wohnungen werden noch 2026 übergeben.

„Es werden seniorengerechte Wohnungen benötigt“, sagte Steinhauer. Die Nachfrage gibt den Investoren recht. 37 der 38 barrierefreien Eigentumswohnungen sind bereits verkauft worden. Es sind vorwiegend Gehrdener, die ihr Zuhause in das Gebäude am Steintor verlegen werden.

Bürgermeister Losert lobte das Bauprojekt. Zum einen, weil eine mehr als 20 Jahre ungenutzte Fläche in der Innenstadt nun bebaut worden ist, und zum anderen, weil mit Care Living ein „tolles, zukunftsweisendes Konzept am Eingang des Stadtzentrums“ entstehe. Die Lage sei ideal.

Bis zum Herbst 2026 soll der fünfstöckige Komplex mit einem Investitionsvolumen von etwa 20 Millionen Euro fertiggestellt sein – im energetischen Standard KfW 40. Das Projekt ist für altersgerechtes Wohnen ausgelegt. Die barrierefreien Wohnungen werden per Aufzug zu erreichen sein und eine Größe von 51 bis 97 Quadratmetern bieten. Die modernen Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen verfügen über Balkone oder Loggien.

Auf dem Gelände, auf dem Care Living Gehrden entsteht, stand einst ein Fachwerkhaus mit einem Deko- und Geschenkeladen im Erdgeschoss. 2003 wurde es abgerissen. Seitdem gab es viele Ideen und Pläne – aber nichts davon wurde umgesetzt. Die große Baulücke entwickelte sich am Eingangstor zur Stadt zu einem Schandfleck. Im November 2020 habe die Norddeutsche Wohnbau GmbH laut Steinhauer das Exposé gesichtet und im Oktober 2021 das Areal erworben.

Zum Projekt des barrierefreien und altersgerechten Wohnens gehört ein Dienstleister. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) ist mit ihrer Jugend- und Sozialdienste gGmbH mit einem Büro im Erdgeschoss vertreten und per 24-Stunden-Hausnotruf für die Eigentümerinnen und Eigentümer zu erreichen. Außerdem stehen Gemeinschaftsräume zur Verfügung. Angeboten werden Sitzgymnastik, Kaffeenachmittage und Sprechstunden. Dies und Weiteres soll den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner angepasst werden.

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