„Selbst der Hausmeistermusste den Verkehr schon regeln“
Chaos mit Elterntaxis auf der Langen Feldstraße: Eine Besserung ist nicht in Sicht. Die Grünen fordern jetzt die Einrichtung von 14-Uhr-Schulbussen. Ortstermin nach den Ferien geplant.

Kurz vor Schulbeginn: Auf der Langen Feldstraße reihen sich die Elterntaxis auf.Foto: Heidi Rabenhorst
Gehrden. Es bleibt ein großes Ärgernis: Trotz zahlreicher Appelle, neuer Verkehrsschilder und einer Abholzone bringen zu viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto direkt bis vor die Schulen an der Langen Feldstraße – und holen sie nachmittags von dort wieder ab. Die Verkehrssituation am Morgen und nachmittags ist unübersichtlich.

Nina Grote (Grüne) bezeichnete die Situation in der jüngsten Sitzung des Rates als besorgniserregend. Die Kommunalpolitikerin sprach davon, dass die Autos Kinder gefährden, die auf der Fahrradstraße unterwegs seien. „Sie können die Straße gar nicht nutzen, sie müssen auf den Gehweg ausweichen“, sagte sie. Dazu würden Autofahrerinnen und -fahrer die Bushaltestelle und Behindertenparkplätze blockieren. „Oftmals wird in der zweiten Reihe geparkt“, so Grote.

Sie schlug vor, nach den Sommerferien einen Ortstermin zu vereinbaren. Auch eine Zählung der Fahrzeuge hält sie für notwendig. Ihre Sorge: Mit Beginn der Ganztagsangebote im neuen Schuljahr könnte der Autoverkehr nachmittags noch zunehmen.

Nina von Zimmermann beobachtet die Situation an der Langen Feldstraße und vor ihrer Schule täglich. Es gebe Unverbesserliche, bei denen auch keine Appelle helfen würden. Dabei versucht die Schule alles. Auf jedem Elternabend wird darauf hingewiesen, die Kinder nicht direkt vor die Schule zu fahren. „Die Straße ist einfach für den Verkehr am Morgen und am Nachmittag nicht geeignet“, meint sie. Als während der Bauarbeiten der Gehweg gesperrt und die Schulkinder auf die Straße ausweichen mussten, habe der Hausmeister den Verkehr geregelt.

Ein großes Problem ist auch die zusätzliche Abholzeit am Nachmittag um 14 Uhr. „Damit kommen wir den Eltern entgegen, deren Kinder nicht bis um 15.30 Uhr betreut werden sollen“, meint von Zimmermann. Das Problem: Es fährt um 14 Uhr kein Bus. „Die Grundschulkinder müssen also abgeholt werden“, sagt von Zimmermann.

Ein gemeinsamer Brief der Grundschulen Am Castrum und Am Langen Feld an das zuständige Ministerium blieb bislang unbeantwortet. Bestehende rechtliche Vorgaben verhindern aktuell flexible und praktikable Lösungen. Inzwischen haben sich die Grünen eingeschaltet. Sie haben das Schreiben an die niedersächsische Kulturministerin Julia Willie Hamburg und die Landtagsabgeordnete Djenabou Diallo Hartmann weitergeleitet. Die Grünen fordern eine schnelle, praxisnahe Lösung – sprich den Einsatz von Bussen um 14 Uhr.

Ein weiteres Problem: Der Hol- und Bringzone an der Schulstraße wird nur mäßig genutzt. „Es würde helfen, wenn die Eltern dort auf ihre Kinder warten würden.“ Dazu komme im Sommer, dass viele Besucherinnen und Besucher des Delfi-Bades in die Lange Feldstraße hineinfahren würden, um einen Parkplatz zu suchen.Kurzum: „Die Ausgangslage ist schwierig und komplex“, sagt von Zimmermann. Vielleicht würden mehr Kontrollen helfen. Bislang sei es ein großes Glück, dass noch nichts passiert ist. „Die Situation vor den Schulen ist gefährlich“, betont sie. Insgesamt würde sie sich wünschen, dass konsequent gehandelt wird. „Nur vom Anschauen wird es nicht besser“, kritisiert die Schulleiterin.

In dem Bereich der Langen Feldstraße werden etwa 1000 Grundschulkinder unterrichtet, hinzukommen die Schülerinnen und Schüler der IGS. Über die Verkehrslage war in den vergangenen Jahren immer wieder diskutiert worden. Auch einen Ortstermin gab es bereits – Ende 2024. Zwar wurden einige bauliche Maßnahmen getroffen, doch den gewünschten Effekt hatte das bislang nicht. Die Zahl der Elterntaxis ist konstant hoch.

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