Den Anfang genommen hatte seine Leidenschaft schon im Kindesalter. „Ich war sieben Jahre alt, zweimal im Jahr waren wir in Laatzen auf der Kartbahn, sind locker und zum Spaß gefahren“, erinnert sich Leonard. Nach dem Geburtstagsgeschenk geschah dies regelmäßiger, einmal pro Woche ging es auf die Bahn in Laatzen.
Dort kamen der Schüler des Matthias-Claudius-Gymnasiums (MCG) sowie seine Eltern David und Karolina Frey mit Leuten in Kontakt, die den Kartsport ernsthaft und eher professionell betreiben. Seitdem ist Vollgas angesagt. Das war auch schon Thema in der Schule, denn Kartsport betreibt sonst kein anderer am MCG. „Ein bisschen habe ich erzählt, manchmal fragen auch meine Freunde“, berichtet der junge Rennfahrer.
Im April 2023 fuhr Leonard schließlich sein erstes Rennen bei der norddeutschen Kartmeisterschaft. „Mein Vater ist der Mechaniker, ich bin der Fahrer“, sagt Leonard und lacht. Das Duo ist fast jedes Wochenende unterwegs. „Es ist zwar viel Aufwand, aber es macht Spaß. Und sukzessive ist man ja auch angespornt und möchte mehr“, sagt Vater David Frey. Einen beruflichen Hintergrund als Mechaniker für das wendige Rennfahrzeug hat er nicht. „Wir hatten anfangs überhaupt keine Erfahrung. Man bringt sich das selbst bei und lernt immer dazu.“
Aber was ist am Kartsport so besonders? Leonard nennt den Rausch der Geschwindigkeit, die Rasanz bei den Rennen. „Mich fasziniert aber auch das Ambiente mit den vielen Menschen und dem internationalen Flair“, sagt er.
Seit dem vergangenen Jahr ist Leonard in einem Team untergekommen. Er fährt für Ebert Motorsport und nimmt an den Rennen zur deutschen Kartmeisterschaft teil. Und das alles in der offenen Erwachsenenklasse, nicht in einer Nachwuchskonkurrenz. Außerdem fährt der junge Gehrdener mittlerweile auch die Rennserie World Series Kart – als Fahrer für das polnische Team KB Racing. Die Rennen finden in Italien statt. „Dort fahren nur die Topleute. In Italien zu fahren ist die höchste Liga im Kartsport“, sagt Vater David Frey.
In der Praxis sieht der Kartsport-Alltag wie folgt aus: Die Saison geht von April bis Oktober. In der Regel erfolgt donnerstags die Anreise zu den Rennen, um noch vor Ort trainieren zu können und sich an die Strecke zu gewöhnen. Mit Qualifikation und Rennen wird es dann von Freitag bis Sonntag ernst. Im Winter wird es ruhiger. Dann wird viel getüftelt.
Die Familie muss nicht nur Zeit investieren, Kartsport kostet auch viel Geld. Ohne Sponsoren würden die Freys es nicht schaffen. Beruflich wird Leonard davon in Zukunft wohl nicht leben können. Dennoch: Sein Ziel ist es, später über den Kartsport als Sprungbrett in den Automobilsport zu kommen.
Die Freys sind aber realistisch, träumen nicht vom Formel-Rennsport. Eine Einsteigerserie wie beispielsweise der BMW 2 Cup wäre ihrer Ansicht nach geeignet.
Und dann bleibt noch eine letzte Frage zu klären: Hat Leonard eigentlich schon einen Führerschein? Er lacht. „Nein, noch nicht. Für den Kartsport brauche ich den auch nicht, ich habe eine Kartlizenz“, sagt er. Derzeit würde es bei dem vollen Programm ohnehin eng werden, einen Führerschein fürs Auto zu machen. Andererseits: Im Dezember wird der Schüler, der in seiner Freizeit gern ins Fitnessstudio geht, 18 Jahre alt. Vielleicht käme zum Geburtstag ja vonseiten seiner Eltern mal wieder ein nachhaltiges Geschenk infrage.