„Es ist eine Superschule“
Breites Profil, engagierte Lehrkräfte und motivierte Schüler sorgen am Matthias-Claudius-Gymnasium für überdurchschnittliche Abiturergebnisse. So auch in diesem Jahr.

Eine von vielen Auszeichnungen: MCG-Lehrer Martin Lackenbucher zeichnet Thorben Krause (rechts) für besondere Leistungen im Fach Physik aus.Foto: Dirk Wirausky
Gehrden. Nun gut, das Rekordergebnis wurde nicht erreicht. Das stammt aus der Zeit der Corona-Pandemie. 2021 verabschiedete das Matthias-Claudius-Gymnasium 79 Heranwachsende. Gleich 33 von ihnen hatten eine Eins vor dem Komma, der Notenschnitt lag bei 2,07. Und das trotz eines Schuljahres mit Wechselunterricht, Homeschooling und Videokonferenzen.

Schon damals sprach Schulleiter Christian Schmidt von einem „unglaublichen Ergebnis“. Eine Einschätzung, die er kürzlich nahezu identisch wiederholte. Von einem „sensationellen Ergebnis“ sprach er vor wenigen Wochen bei der Entlassungsfeier des Abiturjahrgangs in der Margarethenkirche. Die 75 entlassenen Jugendlichen schafften einen Notenschnitt von 2,23. Auch damit liegt das MCG unter dem Landesdurchschnitt, der 2025 2,45 betrug.

Dass das Gehrdener Gymnasium stets deutlich besser ist als der Schnitt in Niedersachsen, ist schon fast normal. Diese „Erfolgsgeschichte“ ist für Schmidt vielschichtig. Mit Blick auf die aktuell verabschiedeten Abiturientinnen und Abiturienten spricht er von einem „leistungsstarken Jahrgang“. Unabhängig davon biete das MCG ein gutes Rahmenangebot. „Wir haben ein breites Profil, das den unterschiedlichen, individuellen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zugutekommt“, sagt er. Nicht unerheblich sei aber auch, dass viele Schülerinnen und Schüler bei den Lerninhalten externe Unterstützung aus ihrem Elternhaus erfahren.

Darüber hinaus trügen auch die Lehrkräfte im großen Maße dazu bei, dass die Schülerinnen und Schüler so erfolgreich abschneiden. Der Grundstein dafür werde aber nicht erst in der Oberstufe gelegt. „Inhalte und Kompetenzen werden bereits im Vorfeld gelegt und vermittelt“, sagt Schmidt. Ein umfangreiches Profilangebot gebe es bereits in der Mittelstufe.

Was Schmidt zudem wichtig ist: Das MCG habe zwar einen gymnasialen Anspruch. Ziel sei es aber auch, die Schülerinnen und Schüler zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern zu machen. Es gehe nicht nur um fachliche Leistung, sondern auch um soziales Engagement.

Was Schmidt auch beobachtet hat: „Wir haben überdurchschnittlich viele Kinder und Jugendliche, die motiviert und engagiert sind.“ Schlussendlich seien es die Schülerinnen und Schüler selbst, die für das persönliche Abschneiden verantwortlich sind. Für den neuen fünften Jahrgang hat das MCG 150 Kinder aufgenommen. Mehr geht nicht, obwohl die Zahl der Anmeldungen höher ist. Aber es fehlen Räume. Eine Erweiterung der Schule ist politisch nicht gewollt. „Wir mussten losen“, sagt Schmidt.

Besonders herausragend war das Abschneiden von Thorben Krause. Der junge Gehrdener schaffte 884 von 900 möglichen Punkten. Ein Ergebnis, das auch am MCG nahezu einmalig ist. Krause lobte die Schule: das Umfeld, die Angebote, die Lehrkräfte, den Unterricht. „Es ist eine Superschule“, sagte er. Dass es sogar noch besser geht, ist kaum zu glauben, aber es ist passiert. In Göttingen kam eine Abiturientin auf unfassbare 900 von 900 möglichen Punkten.

Den Begriff Elite-Schule hört Schmidt nicht gerne. Das sei ein Etikett aus der Vergangenheit. Denn elitär möchte das MCG nicht sein, sondern offen für alle.

Und das Gymnasium ist beliebt, auch über die Stadtgrenzen Gehrdens hinaus. Das liege laut Schmidt auch an dem umfassenden Angebot, zu dem neben einem Musikzweig auch Kursfahrten, Schüleraustausche und Projekttage gehören. „Wir haben ein aktives Schulleben“, so Schmidt. Das MCG sei in der Breite eine sehr gute Schule mit einem individuellen Angebot. Er fasst zusammen: „Ich bin stolz auf das MCG.“

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