Die Hotelkapazität steigt durch den Umbau von bisherigen 68 auf 88 Zimmer. Neben der Aufstockung erhält das alte Gebäude auch eine optische Aufwertung. Die Fassade des B-Traktes wird nach Abschluss der Baumaßnahmen mit bodentiefen Glasfenstern versehen sein. Auf der zur Sportanlage zugewandten Seite entstehen zudem neue Balkone. Klimaanlagen in allen neugebauten Räumen bieten zukünftig mehr Komfort für die Gäste. Auch die angrenzenden Giebel sind Teil der Erneuerung. So wird die Gastronomie inklusive der Küche modernisiert und im Saal Berlin wird es eine neue Innenausstattung für bessere Akustik, Video und Klimatisierung geben.
2023 begannen die Planungsarbeiten. „Der Startschuss soll im Mai 2026 erfolgen“, hieß es in der offiziellen Verkündung des NFV im vergangenen Jahr. Unter der Leitung des Architekten Oliver Zech vom Architekturstudio pm aus Minden konnte der Zeitplan eingehalten werden. Die NFV-Direktoren Jan Baßler und Steffen Heyerhorst, die zusammen mit Bernd Dierßen dem Sporthotel als Geschäftsführer vorstehen, sind mit dem bisherigen Vorankommen zufrieden. Derzeit laufe alles nach Plan. Nach aktuellen Berechnungen und Prüfung durch diverse Gutachten liegen die Gesamtkosten bei 18 Millionen Euro.
Auf dem Gelände vor Gebäudetrakt B sammeln sich die Container und Bagger. Unter ihnen liegt der C-Platz begraben und dient für die zweijährige Bauzeit als Baustellenzentrale und Abstellplatz. Kompensiert wird das Training auf den anderen beiden Fußballplätzen. Neben der korrekten Entsorgung des Bauschrotts in den Containern steht auch die Baustellensicherung im Vordergrund. „Der Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator kommt regelmäßig vorbei und prüft die Abläufe“, sagt Heyerhorst.
Das Gebäude blickt auf eine lange Historie zurück. Bei der Einweihung am 28. April 1951 als Verbandsheim des NFV war es bereits vom damaligen Präsidenten des Verbands, Karl Laue, mit dem „Charakter eines großen Sporthotels“ angekündigt worden. Seit ihrer Gründung ist die Institution eine feste Größe. Der gute Ruf des Hotels mit direkt angrenzender Sportanlage zieht immer wieder Weltstars und zahlreiche Nationalmannschaften an den Deister. Unter anderem fanden Fußball-Ikonen wie Pelé, Franz Beckenbauer und Rudi Völler oder auch Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger Unterkunft im beschaulichen Fuchsbachtal.
Neben seiner sportlichen Relevanz ist das Sporthotel auch ein beliebter Austragungsort für Tagungen, Feiern und weitere Großveranstaltungen. Auch die Küche des Restaurants trägt zu der Vier-Sterne-Bewertung bei.
Während der Bauphase bleibt das Sporthotel geöffnet. Das im November 1999 eröffnete Gästehaus kann mit 27 Doppelzimmern weiterhin als Übernachtungsmöglichkeit dienen. Drei weitere Hotelzimmer im Haus 2 der NFV-Akademie komplettieren das Angebot. „Der Gastronomiebetrieb wird weiterhin vollständig betrieben, wir können nur nicht so viele Gäste beherbergen“, betont Baßler. Das Hotelrestaurant wurde in den „Fuchsbau“ im vorderen Bereich des Gebäudes verlegt. Die Anzahl der Plätze verändert sich dadurch nicht. Durch einen vorübergehend eingerichteten Küchencontainer ist die Verpflegung der Gäste gegeben. Einzig die Barrierefreiheit ist in der Gastronomie eingeschränkt.
Die Aufrechterhaltung des Freizeitangebots wurde ebenfalls in die Bauplanung einbezogen. Ein neu angelegter Außenweg um das Gebäude führt zum Fitnessstudio „Studio B54“. Unabhängig vom zentralen Bauprojekt werden derzeit auch das Schwimmbad und die Bowlingbahn renoviert. Bis spätestens Mitte September 2026 sollen diese wieder geöffnet sein. Auch Tagungen und größere Veranstaltungen ermöglicht das Hotel während der Bauphase weiterhin. Für Events mit bis zu 100 Personen können Interessierte den Saal Niedersachsen anmieten.
Das Großprojekt befindet sich noch am Anfang. Vorgesehen waren 24 Monate Bauzeit, die nach aktuellem Stand eingehalten werden können. Bei Einhaltung des Zeitplans könnte der modernisierte Gebäudeteil im Jahr 2028 in Betrieb gehen. „Der Sommer 2028 ist realistisch“, sagt Baßler.