Schmetterlinge gehören für viele Menschen zum Sommer. Doch in den meisten Gärten, an Wegen und auf Wiesen ist es deutlich farbloser geworden. Immer häufiger erreichen den NABU Niedersachsen Fragen wie: „Warum sehe ich kaum noch Schmetterlinge in meinem Garten?“ oder „Was kann ich tun, damit sie zurückkommen?“ Die Sorge ist berechtigt. Viele Tag- und Nachtfalter geraten auch in Niedersachsen zunehmend unter Druck. Ihnen fehlen blütenreiche Wiesen, Brachen, heimische Wildpflanzen und ungestörte Rückzugsorte. Hinzu kommen Belastung durch Pestizide und Dünger, Lichtverschmutzung und Gärten, in denen für Insekten kaum noch Platz bleibt.
„Noch nie waren so viele Schmetterlingsarten gefährdet“, sagt Lamin Neffati, Pressesprecher des NABU Niedersachsen. „Viele Menschen merken inzwischen, dass deutlich weniger Falter unterwegs sind als früher. Umso wichtiger ist jeder naturnahe Quadratmeter, ob im Garten, im Kleingarten, auf dem Balkon oder auf der Dachterrasse.“
Ein schmetterlingsfreundlicher Garten muss nicht makellos aussehen. Im Gegenteil: Er lebt von Vielfalt und Bereichen, die nicht ständig gemäht, geschnitten oder aufgeräumt werden. Wer Schlehe, Weißdorn, Salweide und Wildblumen pflanzt, bietet erwachsenen Faltern Nahrung und schafft zugleich wichtige Entwicklungsräume für Eier, Raupen und Puppen.
Auch Laub, hohle Stängel und alte Pflanzenreste sind wertvoll. Viele Schmetterlingsarten nutzen solche Strukturen zum Überwintern oder als geschützten Ort während ihrer Entwicklung. Wer im kommenden Herbst nicht alles entfernt, hilft deshalb bereits mit einfachen Mitteln.
Eine besondere Rolle spielt die Brennnessel. Was in vielen Gärten noch immer als störendes Unkraut gilt, ist für zahlreiche Falterarten unverzichtbar. Mehr als dreißig heimische Schmetterlingsarten nutzen Brennnesseln als Futterpflanze oder Entwicklungsort. Wer einige Pflanzen in einer ruhigen Gartenecke stehen lässt, schafft damit Lebensraum für künftige Schmetterlinge. „Brennnesseln und andere heimische Wildpflanzen erhöhen die ökologische Wertigkeit unserer Grünflächen spürbar“, sagt Neffati. „Sie bieten Nahrung und Schutz für diverse Falterarten.“
Neben heimischen Pflanzen und wilden Ecken helfen auch Wasserstellen. Kleine Insektentränken, naturnahe Teiche oder flache Wasserbereiche bieten Schmetterlingen die Möglichkeit, Flüssigkeit aufzunehmen. Blumenwiesen, Kräuterbeete, Pflanzkübel mit heimischen Stauden und sogar Balkongärten können den Tieren Nahrung bieten.
Praktische Tipps für das ganze Jahr bietet die NABU-Broschüre „Das Schmetterlings-Gartenjahr“ der Schmetterlings-AG des NABU Oldenburg. Darin werden zahlreiche Schmetterlingsarten vorgestellt. Außerdem gibt es monatliche Hinweise für schmetterlingsfreundliche Maßnahmen und eine ausführliche Pflanzenliste für naturnahe Gärten. Gemeinsam mit der Broschüre „Gartenlust“ kann sie beim NABU Niedersachsen gegen Einsendung von 5 Euro angefordert werden: Alleestraße 36, 30167 Hannover.