Born berichtete explizit von zwei Vorfällen am Sonntag, bei denen Badbetriebsleiter Julian Pengel tätig werden musste. Als ein dreijähriges Mädchen vom flachen ins tiefe Wasser wechseln wollte, schritt er umgehend ein und zog das Kind aus dem Wasser. Das Gleiche wiederholte sich bei einem vierjährigen Jungen. Die Eltern der Kinder befanden sich währenddessen auf der Liegewiese.
Die Hitze hatte möglicherweise auch die Gemüter erhitzt: Am Sonnabend gerieten laut Born Heranwachsende aneinander. Eine Gruppe von etwa 20 jungen Männern, die sich untereinander aggressiv verhielten, wurde schließlich von den Aufsichtskräften getrennt.
Die meisten Badegäste aber verhielten sich friedlich. Allerdings kritisierten einige den Zustand des Freibadbereichs. Die Mülleimer am Bistro quöllen über, die Liegewiese sei teilweise verdreckt, und überall liege Unrat herum, bemängelte eine Besucherin. Damit lag sie offenbar nicht falsch. Der Stadtsprecher gab auf Anfrage zu: „Die Reinigung der Liegewiese hat aufgrund von akutem Personalmangel bei der beauftragten Reinigungsfirma leider nicht funktioniert.“ Für den Bistro-Bereich sei die Stadt allerdings nicht verantwortlich. Dort sei der Pächter der „Lagune“ zuständig. „Mit ihm wurde bereits gesprochen.“
Aus Sicht der Besucherin gibt es aber noch weitere Missstände. Die Toiletten seien in einem schlimmen Zustand, die Becken, in denen die Füße abgespült werden, seien verdreckt und röchen unangenehm. Zudem sei das Wasser trüb.
Investitionen in die alten Toilettenanlagen lohnten sich nicht mehr, sagt Born. Denn in die künftige neue Drei-Feld-Sporthalle würden auch neue Toilettenanlagen für das Freibad integriert. Ferner verhielten sich einige Badegäste beim Toilettenbesuch nicht ordnungsgemäß, sodass vermeidbare Verschmutzungen aufträten, die nicht immer sofort beseitigt werden könnten.
Die Filteranlage für das Badewasser läuft nach Auskunft von Born mit maximaler Kapazität. „Der Eintrag durch Sonnencreme und Kosmetik in das Wasser durch die Badegäste ist aber nicht unerheblich“, sagt er. Tag und Nacht werde Frischwasser hinzugegeben.
Schon im Vorfeld der Freibadsaison hatte es Probleme gegeben. So konnte das Bad erst Ende Mai eröffnen. Der Grund: Schäden an der veralteten Technik. Für die Stadt waren die ausgebliebenen Einnahmen ein herber Verlust. „Jeder warme Tag, an dem nicht geöffnet ist, tut weh“, sagte Bürgermeister Malte Losert (parteilos).
Unabhängig davon soll und muss das Gehrdener Bad in den nächsten Jahren weiter saniert und modernisiert werden. Doch ein konkreter Plan für die Zukunft fehlt nach wie vor. Wie es mit dem jahrzehntealten Delfi-Bad weitergehen kann, soll deshalb in einer Studie ermittelt werden.
Das Delfi-Bad wird im Sommer 63 Jahre alt. „Wir hoffen nicht, dass es so alt ist, dass man es nicht mehr erhalten kann“, sagt Losert. Unter dieser Fragestellung werde es jetzt ausführlich von einem Planungsbüro begutachtet. Im Herbst erhoffe man sich erste Ergebnisse. „Dann hat der neue Rat gleich eine Aufgabe, um die er sich kümmern kann“, sagte der Bürgermeister mit Blick auf die Kommunalwahl im September.