Freie Hallenzeiten auf einen Klick
Die Gemeinde Wennigsen will einen digitalen Belegungsplan für Sportstätten einführen.Er soll Sportvereinen ihre Planung erleichtern.

Verwaiste KGS-Sporthalle: Die Gemeinde will einen digitalen Belegungsplan für kommunalen Sportstätten einführen, damit Vereine freie Zeiten rechtzeitig erkennen und auf unerwartete Lücken reagieren können.Foto: Ingo Rodriguez
Wennigsen. Weniger Missverständnisse im Trainingsbetrieb und mehr Handlungsspielraum für die Sportvereine: Die Gemeinde Wennigsen soll einen digitalen Belegungsplan für die kommunalen Sportstätten einführen. Das hat der Rat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Das geplante Online-Portal soll dabei helfen, rechtzeitig freie Zeiten erkennen und auf unerwartete Änderungen reagieren zu können.

Mit seinem Votum sprach sich der Rat fraktionsübergreifend für einen Antrag der SPD aus. „Wir haben uns in den vergangenen Wochen mit vielen Sportvereinen ausgetauscht“, berichtete Sonja Schwarze, die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende. Aus den Gesprächen sei eine sinnvolle Anregung hervorgegangen: Gerade vor dem Hintergrund der engen Hallenkapazitäten sei es aus Sicht der Vereine hilfreich, mit einem digitalen Belegungsplan für mehr Transparenz zu sorgen, so Schwarze.

Um mögliche Missverständnisse künftig zu vermeiden, sollen in dem Online-Portal nicht nur die regelmäßigen Nutzungszeiten registriert werden. Erfasst werden sollen auch kurzfristige Änderungen, Sondernutzungszeiten wie schulische und kulturelle Veranstaltungen oder geplante Hallensperrungen. Ziel sei es, „die vorhandenen Kapazitäten transparent und vor allem aktuell darzustellen“, heißt es in dem SPD-Antrag. Ein zentrales Infosystem soll außerdem dabei helfen, dass sich Verwaltung, Schulen, Vereine und weitere Nutzer einfacher abstimmen können.

Laut SPD-Fraktion machen den Vereinen vor allem kurzfristige Änderungen Probleme. „Wenn diese Informationen zentral und aktuell sichtbar sind, wissen alle Beteiligten verlässlich, wann welche Halle genutzt werden kann“, ist im SPD-Antrag über die Vorteile eines digitalen Belegungsplanes zu lesen. Freie und zusätzliche Kapazitäten könnten besser gefunden und koordiniert werden. So könnten Sportlerinnen, Sportler und Vereine zeitnah und kurzfristig davon profitieren.

Ziel sei es, eine praxistaugliche technische Lösung auszuwählen, sagt SPD-Ratsfrau Schwarze. Sie kündigte an, dass dafür die Möglichkeiten einer finanziellen Unterstützung ausgelotet werden sollen: „Die Gemeinde soll auch prüfen, ob es für ein geeignetes Programm Fördermittel gibt.“

Gemäß dem Ratsauftrag soll der digitale Belegungsplan mit dem Arbeitskreis Sport und den örtlichen Sportvereinen erarbeitet werden. Mit Blick auf die geplanten Hallenneubauten in den kommenden Jahren sei ein aktueller Überblick über die verfügbaren Hallenkapazitäten noch wichtiger, so die SPD-Fraktion. Der Digitalplan sei ein erster konkreter und vergleichsweise zeitnah umsetzbarer Schritt, um die Vereine praktisch zu unterstützen.

Was die Gemeindeverwaltung bei der Einführung des neuen Sportstätten-Portals darüber hinaus beachten soll: Wenn sich das Infosystem bewährt, könnten dort in einem zweiten Schritt auch andere kommunale Veranstaltungsräume mit ihren Belegungszeiten eingepflegt werden. Das regten mehrere Ratsmitglieder fraktionsübergreifend an.

Für diesen Vorschlag gab es Zuspruch von der Ersten Gemeinderätin Jacqueline Gebauer: Diese Idee solle beim Anforderungsprofil eines Programmes berücksichtigt werden, „bei der Auswahl einer Software muss man darauf achten“, so Gebauer.

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