„Mit dem Baubeginn hat die Stadt die Erweiterungsmaßnahmen offiziell eingeleitet“, sagt Architektin Tatjana Keller aus dem Fachbereich Bau und Umwelt der Stadt Gehrden. In Kürze werde noch an der Stirnseite des Bürgersaals ein offizielles Bauschild aufgestellt. „Innen wird aber schon gearbeitet“, berichtet die Projektleiterin. Im Eingangsbereich werde zurzeit eine provisorische Brandschutzwand errichtet: „Weil ein zweiter Rettungsweg benötigt wird, wenn das Treppenhaus wegen der Bauarbeiten gesperrt ist“, berichtet Keller.
Es ist ein Großprojekt für optimale Verwaltungsstrukturen. Laut Stadtverwaltung soll der moderne Anbau an der Hüttenstraße zusätzlichen Raum schaffen. Weil das bestehende Gebäude an seine Kapazitätsgrenzen stoße und sich die Anzahl der Mitarbeitenden erhöht habe, sei dringend mehr Platz erforderlich, sagt Keller. Im neuen Verwaltungstrakt sollen rund 30 weitere Arbeitsplätze und auch neue Besprechungsräume entstehen.
„Das Ziel des Bauprojekts sind optimierte Arbeitsabläufe und kurze Wege durch eine zentrale Verwaltung“, sagt die Architektin. Demnach beschäftigt die Stadt zurzeit insgesamt rund 90 Verwaltungskräfte. Aus Platzmangel wurden bereits externe Räume in umliegenden Gebäuden am Steinweg als Außenstellen angemietet. „Die derzeit ausgelagerten Teams werden wieder zurück an den Hauptsitz geholt“, berichtet Keller.
Der barrierefreie Zusatztrakt soll sich in einheitlicher Optik an das bestehende Rathausgebäude anschließen. Deshalb wurde auf dem angrenzenden Areal ein Fachwerkhaus abgerissen. Die Stadt hatte die Immobilie zuvor als Erweiterungsfläche erworben.
„Die Arbeiten am Erweiterungsbau sind in mehrere Phasen unterteilt“, berichtet Keller. Um flexibel auf den Baufortschritt reagieren zu können, sei ein grober Zeitrahmen vorgesehen: Abbrucharbeiten an der Fassade wurden geplant und durchgeführt. Zudem soll im weiteren Sommer nach dem Erdaushub geschossweise der Rohbau errichtet werden.
Im Herbst 2026 geht es dann nach den derzeitigen Plänen an der Außenhülle des Neubaus mit dem Einbau von Fenstern, der Fassadengestaltung und der Bedachung weiter. Für den Winter sei der Beginn des kompletten Innenausbaus geplant. Im Juni 2027 sollen die Arbeiten für den Anbau abgeschlossen werden.
Der Bau des Erweiterungstraktes ist nur der Auftakt einer großen Rathaus-Modernisierung: Etwa ab Oktober 2027 soll es im Bestandsgebäude weitergehen. Im Bürgersaal sollen Technik, Raumbelüftung und Beleuchtung erneuert sowie der Holzfußboden überarbeitet werden.
Für den Bestandsbau sind laut Verwaltung ebenfalls umfangreiche Modernisierungsarbeiten vorgesehen. Das Personal soll dann abschnittweise vorübergehend im neuen Trakt arbeiten.
Zu den Umbauplänen zählt auch eine Frischekur für den Eingangsbereich mit Empfang, Bürgerservice und Wartebereich. Abgeschlossen wird das Modernisierungsprojekt mit der Bibliothek. Nach bisherigen Schätzungen ist – inklusive Anbau – mit Bruttogesamtkosten in Höhe von rund 7,3 Millionen Euro und einer Bauzeit von drei bis vier Jahren zu rechnen.