Die Besten ihres Jahrgangs
Abschlusszeugnisse an der Goetheschule KGS Barsinghausenund der Lisa-Tetzner-Oberschule vergeben

Absolventen aus Barsinghausen (v.l.): Kian Riemer (15), Xenia Leneschmidt (15) und Kian-Yasin Bingöl (18)Foto: Alec Gosewisch
Barsinghausen. Vor den Sommerferien steht dieses Blatt Papier: Zeugnisse. Für viele vielleicht ein Horrormoment. Bei Xenia Leneschmidt und Kian-Yasin Bingöl von der Goetheschule KGS Barsinghausen sowie Kian Riemer von der Lisa-Tetzner-Oberschule ist das anders. Sie haben die besten Abschlüsse in ihren Jahrgängen und jeweiligen Schulzweigen in der Tasche.

Das Trio weiß: Noten sind bei weitem nicht alles – und trotzdem sind starke Leistungen in der Schule einer Ehrung würdig. Wie blicken sie auf ihre Schulzeit zurück? Welche Hürden mussten sie nehmen? Und wie geht es weiter?

„Ich bin ganz gut durchgekommen“, gesteht sich Kiam Riemer bescheiden ein. An der Lisa-Tetzner-Oberschule hat der 15-Jährige seinen erweiterten Realschulabschluss gemacht. Er hatte Respekt vor den Prüfungen, besonders in einem Fach. „Deutscharbeiten waren schon immer meine Schwäche, das war eine Herausforderung.“ Am Ende reicht es für das beste Abschlusszeugnis des Jahrgangs. Seinen Eltern hat er zunächst nichts davon erzählt. Er wollte sie überraschen.

Seine schönsten Erinnerungen an die Schulzeit sind aber nicht gute Noten, sondern die vielen Momente mit den Mitschülern. „Das Schlimmste wird sein, die Leute zu vermissen“, sagt Riemer. Skifreizeit, Abschlussfahrt und die gemeinsame Zeit in der Schule werden ihm fehlen. „Inzwischen kann man mit fast allen sehr gut Zeit verbringen, wir sind richtig zusammengewachsen“, sagt er.

Mittlerweile kennen seine Eltern die Abschlussnoten und haben sich natürlich riesig gefreut. „Meine Mutter hat geweint, als sie es erfahren hat.“ Auch Kian selbst ist sehr glücklich, war aber als Teilnehmer der Zeugniskonferenzen schon darauf vorbereitet, dass er den Abschluss mit dem besten Notenschnitt nach Hause bringen könnte.

Anders bei Kian-Yasin Bingöl von der Goetheschule KGS: Eines Tages als Jahrgangsbester von der Schule zu gehen, hätte er sich früher nicht vorstellen können. „In der dritten Klasse war ich noch der Schlechteste. Jetzt der Beste zu sein, ist ein komisches Gefühl.“ Sein Weg zum Realschulabschluss war nicht leicht: „Schon in der ersten Klasse war ich der einzige Ausländer und wurde oft gehänselt – teils von meinen eigenen Lehrern“, erinnert er sich. Er wiederholte die zweite Klasse, zunächst ging es für ihn bergauf, seine Noten waren im guten Durchschnitt.

Mit dem Wechsel auf die weiterführende Schule ließ aber die Motivation nach. Er sagt: „Ich war faul und unreif. Die siebte Klasse musste ich wegen meiner Noten auch noch wiederholen.“ Dann hat sich der inzwischen 18-Jährige zusammengerissen, immer mit der Unterstützung seiner Eltern. „Die waren wegen der Wiederholung sehr enttäuscht, aber haben auch gesehen, dass ich das kann.“

Das hat er bewiesen: Für die Prüfungen im Mai hat er schon in den Weihnachtsferien angefangen zu lernen, und auch die Osterferien wurden genutzt. Das hat sich ausgezahlt.

Xenia Leneschmidt ist erst seit drei Jahren an der Goetheschule KGS Barsinghausen. „Ich war vorher schon auf vielen anderen Schulen, weil meine Familie häufig umgezogen ist“, sagt sie. An der Goetheschule KGS hat sie sich nach den vielen Wechseln von Anfang an angekommen gefühlt und gute Freunde gefunden.

Die Schulzeit wird sie vermissen, vor allem nach der gemeinsamen Abschlussfahrt nach Rotterdam. „Das war sehr schön, aber auch sehr traurig – vor allem am letzten Tag.“ Viele Tränen seien geflossen, der Abschied sei emotional gewesen.

Durch die Prüfungsphase ist sie ohne viel Schweiß und Tränen gekommen. „Ich habe das Glück, mir Dinge gut merken zu können“, sagt sie. Ein paar Tage Vorbereitungen haben ihr gereicht. Für ihren erweiterten Sekundarabschluss musste sie eine Abschlussprüfung schreiben, der Rest waren herkömmliche Klassenarbeiten. „Das war schon stressig, aber ich glaube, nicht so schwer wie die Abiturprüfungen.“ Die stehen ihr wohl noch bevor.

Xenia Leneschmidt wechselt nach den Ferien auf das Hannah-Arendt-Gymnasium und will Abitur machen. Danach ist sie offen für vieles. „Ich möchte auf jeden Fall ein Jahr Work and Travel oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) machen und danach studieren.“ Eine genaue Richtung hat sie noch nicht. Sie weiß nur, dass sie erst einmal mehr von der Welt sehen will.

Auch für Kian-Yasin Bingöl geht es weiter Richtung Abitur. Danach hat er große Ziele: Er will Medizin studieren. „Das wird sehr schwer, so einen Schnitt muss man erstmal schaffen“, sagt er mit Blick auf den Numerus Clausus. Sein Plan B: Ein Studium der Biochemie.

Kian Riemer hat schon einen Plan für sein Berufsleben. „Ich habe mich vor längerer Zeit bei der Polizei beworben“, sagt er. Nach dem Fachabitur in Hannover will er bei der Polizei studieren und irgendwann auf Streife gehen. Jetzt genießt er die Sommerferien.

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