Sozialwissenschaftlerin ist neue Kripo-Chefin
Polizeikommissariat: Sarah Porcher übernimmt Stelle im Kriminal- und Ermittlungsdienst

Sarah Porcher, neue Kripochefin des Polizeikommissariats Barsinghausen, PolizeihauptkommissarinFoto: Britta Mahrholz
Barsinghausen. Sarah Porcher ist Sozialwissenschaftlerin. Mit Diplom. Anders als es sonst oft üblich ist, arbeitet die 40-Jährige allerdings nicht in der Forschung, der Personalabteilung eines Unternehmens oder in der Verwaltung einer Kommune. Sie ist Polizistin. Und die Hauptkommissarin und Mutter zweier kleiner Kinder ist seit einigen Wochen die neue Kripo-Chefin in Barsinghausen.

Der berufliche Werdegang von Sarah Porcher nahm kurz vor dem Abschluss ihres Studiums eine unerwartete Wende. 2011 entschied sie sich für den Einsatz bei der Polizei Niedersachsen.

„Ich habe mich schon immer für Menschen interessiert“, nennt Sarah Porcher den Grund für das Studium der Sozialwissenschaften. Zum Umgang in der Gesellschaft miteinander würden auch Regelbrüche und Kriminalität gehören, sagt sie. Und da schließt sich für die Beamtin der Kreis: „Polizei ist die gelebte Sozialwissenschaft“, so die 40-Jährige.

Dass ihre Berufswahl richtig war, habe sich im dreijährigen Studium an der Polizeiakademie schnell gezeigt. Denn ihre im Sozialwissenschafts-Studium erlernten Fähigkeiten ließen sich von Anfang an bei der Polizei bestens einsetzen: „Ich habe gefühlt, das matcht“, so Sarah Porcher.

In den 15 Jahren bei der Polizei hat die Hauptkommissarin einige Stationen durchlaufen und ganz unterschiedliche Erfahrungen innerhalb der Organisation gesammelt. Nach dem Studium an der Akademie in Nienburg war sie zunächst im Einsatz- und Streifendienst in Garbsen tätig, im gleichen Bereich anschließend auch in der Inspektion Hannover am Welfenplatz (Oststadt).

Nach kurzer Dozententätigkeit an der Polizeiakademie in Nienburg war sie Dienstabteilungsleiterin im Kommissariat in Laatzen. Es folgten eine Tätigkeit in der Direktion in Hannover im Personaldezernat und ein weiterer kurzer Einsatz in der Inspektion in Garbsen.

Seit dem 1. Juni ist Sarah Porcher nun Leiterin des Kriminal- und Ermittlungsdienstes (KED) in Barsinghausen. Sie ist die Nachfolgerin von Joachim Eickmeyer, der den Job als Kripo-Chef mehr als elf Jahre lang machte.

In der Vita von Sarah Porcher fällt auf, dass sie nie besonders weit weg war. Die 40-Jährige war immer rund um Hannover tätig. Allerdings ist es weniger die Landeshauptstadt, die ihr am Herzen liegt, verrät sie. Es ist das Umland, zu dem sie eine besondere Verbundenheit verspürt: „Ich bin hier groß geworden, ich bin ein Kind der Region“, berichtet die Beamtin. Aktuell lebt sie mit ihrer Familie unweit des Steinhuder Meeres.

Als ihr der Posten im Polizeikommissariat Barsinghausen angeboten wurde, habe sie sich gefreut, berichtet Sarah Porcher. Zum einen, weil sie erstmals Erfahrungen in der Leitung eines Kriminal- und Ermittlungsdienstes sammeln kann, zum anderen, weil ihr die Stadt mit ihrer schönen Lage am Deister gefällt.

Als Diplom-Sozialwissenschaftlerin und Polizistin hat sich Sarah Porcher bereits eingehend mit den Bürgerinnen und Bürgern in Barsinghausen beschäftigt. Anders als es häufig in der anonymen Großstadt Hannover ist, habe sie das Gefühl, dass sich die Menschen in Barsinghausen noch füreinander interessieren. Nachbarn würden oftmals aufeinander achten. Das ist auch ein großer Vorteil bei der Kriminalitätsbekämpfung – insbesondere bei einer immer älter werdenden Bevölkerung. Auch habe sie eine enge Verbundenheit zwischen der Polizei und den Barsinghäuserinnen und Barsinghäusern festgestellt. Gerade in der aktuellen, schnelllebigen Zeit, in der auch die Demokratie unter Druck steht und viele Menschen verunsichert sind, sei das ein „stabilisierender Faktor“.

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