Seit 1997 besteht die Städtepartnerschaft zwischen Wennigsen und Forges-les-Eaux in der Normandie. Entstanden ist sie aus einem Schüleraustausch. Heute besuchen sich Gruppen aus beiden Gemeinden regelmäßig rund um Christi Himmelfahrt – abwechselnd in Deutschland und Frankreich. In diesem Jahr machten sich 16 Teilnehmende aus Wennigsen auf den Weg in die Normandie. Viele von ihnen waren nicht zum ersten Mal dort.
Dass die Verbindung über die Jahre gewachsen ist, zeigt sich vor allem in der Art des Besuchs: Die Gäste aus Wennigsen wohnen nicht im Hotel, sondern in Familien. Dadurch werde der Austausch persönlicher und unmittelbarer, heißt es aus dem Verein. So erlebe man nicht nur ein offizielles Programm, sondern den Alltag der Menschen vor Ort.
Zum Programm gehörte in diesem Jahr ein Ausflug nach Saint-Valery-sur-Somme in der Picardie. Dort erkundete die deutsch-französische Gruppe die Umgebung an der Somme-Mündung per Schiff und Schmalspurbahn. Auch der Empfang durch die Stadt Forges-les-Eaux hatte eine besondere Bedeutung. Viele Geschäfte im Ortskern hatten sich an der Dekoration zum Treffen der Partnergemeinden beteiligt. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Kurstadt im Zentrum einen „Square Wennigsen“ angelegt – einen kleinen öffentlichen Platz, der die Partnerschaft sichtbar macht.
Für Jeschke-Franzius steht hinter solchen Gesten mehr als freundliche Symbolik. „30 Jahre Kontinuität zeigen, dass die Verbindung zwischen den beiden Orten tief verwurzelt ist und über die Jahre viele persönliche Freundschaften entstehen konnten“, sagt sie. Schule, Jugendparlament und Vereine freuten sich immer wieder auf den Austausch. Unterbrochen wurde die Tradition nur während der Corona-Zeit.
Die Vorsitzende versteht ihre Auszeichnung nicht nur als persönliche Ehrung. Sie sei auch eine Anerkennung für den Vorstand, den gesamten Verein und die Aktiven auf beiden Seiten. Der Partnerschaftsverein in Wennigsen zählt derzeit 49 Mitglieder. Jeschke-Franzius will sich weiter für die Aufrechterhaltung und Intensivierung der Beziehungen einsetzen. Besonders wichtig ist ihr dabei die Jugend. „Ich wünsche mir für die Zukunft weiterhin diese gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Gemeinden mit dem besonderen Augenmerk auf die Jugend der beiden Länder und ihre Verständigung“, sagt sie.
Der Besuch in Forges-les-Eaux war auch von Trauer geprägt. Beim Empfang wurde mit einer Gedenkminute an Jean-Claude Lebourg erinnert, den im März verstorbenen langjährigen Präsidenten auf französischer Seite. Mit Virginie Levillain ist inzwischen eine Nachfolgerin gefunden, die den Austausch in seinem Sinne fortsetzen soll.
Im kommenden Jahr steht nun ein besonderer Gegenbesuch an: 2027 soll die Delegation aus Forges-les-Eaux nach Wennigsen kommen. Dann feiern beide Gemeinden das 30-jährige Bestehen ihrer Städtepartnerschaft. Die Planungen laufen noch; Verein, Mitglieder und Gemeinde arbeiten an einem würdigen Programm.