Probleme mit Ratten?
Komposthaufen sichern, Müll korrekt entsorgen: Verwaltung gibt Tipps,
wie sich die Verbreitung der Nager verhindern lässt

Ronnenberg. Es ist ein Anblick, der für Unbehagen sorgt: Wenn Ratten im Stadtbild auftauchen, sind die Menschen besorgt – und das auch zu Recht. Denn Ratten sind nicht nur Überträger von Krankheiten wie dem Hantavirus, das gerade medial für großes Aufsehen gesorgt hat. Die ungeliebten Nager mit den langen Schwänzen sind auch häufig ein Hinweis darauf, dass es im Hinblick auf die Müllentsorgung nicht so läuft, wie es gedacht ist – das gilt nicht zuletzt auch für Komposthaufen.

Ein Hinweis des AfD-Politikers Marko Nickel brachte das Thema Rattenbefall jüngst wieder auf die Tagesordnung des Rates. Die Schädlinge seien zuletzt wieder häufiger im Ort Ronnenberg zu sehen gewesen, und das nicht nur am Bahnhof, sondern auch auf „sauber geführten Grundstücken“. Ihre Beobachtungen steuerte auch die Grünen-Ratsfrau Dorothea Pein dazu bei. So fänden die Tiere offenbar unter einem Grünguthaufen auf dem Kirchhügel im Herbst „ein warmes Bett“. Im Umfeld gebe es von den Anwohnern immer wieder Hinweise auf Ratten.

Die Verwaltung verweist darauf, dass sie sich dieses Themas bereits im vergangenen Jahr intensiv angenommen hat. Unter anderem wurde ein Flyer mit Tipps und notwendigen Kontaktinformationen an alle Haushalte verschickt. Auf privaten Grundstücken sind die Eigentümer grundsätzlich verpflichtet, gegen die Tiere vorzugehen. Allerdings – darauf weist der Erste Stadtrat Torsten Kölle hin – hat die Stadt mit der im Herbst 2025 vom Rat beschlossenen Verordnung zur öffentlichen Sicherheit in Gefahrensituationen auch selbst die Möglichkeit, auf privaten Flächen einzugreifen. „Von Ratten kann eine Gefahr ausgehen“, sagt er.

Damit die Stadt von den Problemen mit Ratten Wind bekommt, sollen die Bürger die Sichtungen melden. Hinweise nehmen Patricia Meyer vom Team öffentliche Sicherheit unter der Telefonnummer (0511) 46003201 oder Thomas Schill vom Team technische Infrastruktur unter der Telefonnummer (0511) 46003302 entgegen. Bürgermeister Marlo Kratzke (SPD) erinnert auch an das Meldeportal „Bürgertipps“, mit dem Hinweise an die Verwaltung auch zu allen anderen Themen direkt in die jeweiligen Rathaus-Teams gemeldet werden können.

Ein natürliches Phänomen begünstige aktuell, dass mehr Ratten in Ronnenberg zu sehen seien, erläutert Kölle. „Der Grundwasserspiegel in Ronnenberg ist deutlich zu hoch – das treibt die Tierchen nach oben“, sagt er. „Da gibt es eine Kausalität.“ Gleichzeitig fördern Futterquellen – bewusst oder fahrlässig bereitgestellt – das Aufkommen von Schädlingen. Im dörflichen Umfeld sind dies oft Futterstellen für Haustiere oder Komposthaufen, auf denen Essensreste entsorgt werden, von denen sich Ratten ernähren. Die Stadt Ronnenberg weist in ihrem Flyer auch explizit darauf hin.

■ • Keine Essensreste in die Toilette werfen

• Mülltonnen geschlossen halten

Komposthaufen so anlegen, dass sie verschlossen sind, und keine Speisereste auf Komposthaufen entsorgen

• Futterplätze in Hühnerställen, Vogelhäusern, Hundezwingern etc. sauber halten und Futterreste regelmäßig entfernen

• Mülltonnen mit Flüssigkeitsablass im Boden mit einer Schraube verschließen

• Grundstücke sauber halten, Lebensmittel ordnungsgemäß entsorgen (nicht in Büsche oder Gärten)

Gerade nach Einführung der Biotonne besteht der Verdacht, dass die Zahl der Ronnenbergerinnen und Ronnenberger zugenommen hat, die sich die Tonne sparen wollen und in diesem Zuge Lebensmittel auf Komposthaufen entsorgen. Neuerdings ruft das den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) auf den Plan. „Sofern ein begründeter Verdacht auf Rattenbefall besteht, überprüft der KOD Grundstücke auf mögliche Quellen beziehungsweise Ursachen“, heißt es dazu seitens der Verwaltung. Verbunden ist dies mit einer Aufklärung der Verantwortlichen. Je mehr Quellen entfernt werden, desto schneller sei der Befall bekämpft.

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