Die Deister-Freilicht-Bühne
zeigt den „Jedermann“
Premiere in der Inszenierung von Renate Rochell ist am heutigen Sonnabend, 6. Juni, 18 Uhr. Stück von Hugo von Hofmannsthal ist ein „Spiegel unserer Gesellschaft“.

Das „Jedermann“- Ensemble mit seiner Regisseurin Renate Rochell (links).HWNeugebauer
Nach dem furiosen Start in
die neue Theatersaison mit dem Familienmusical „Das Dschungelbuch“ bringt die Deister-Freilicht-Bühne jetzt einen echten Klassiker zur Aufführung – und zeigt den „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal in einer Bearbeitung von Renate Rochell, die auch Regie führt. Der „Jedermann“ feiert Premiere am Sonnabend, 6. Juni, um 18 Uhr. Die zweite Vorstellung folgt am Sonntag, 7. Juni, um 16.30 Uhr. Als drittes Bühnenstück für die Spielzeit 2026 steht „Der erste letzte Tag“ von Bestseller-Autor Sebastian Fitzek mit der Premiere am 11. Juli auf dem Programm.

Mit dem „Jedermann“ inszeniert Renate Rochell für die Freilichtbühne ein mehr als 100 Jahre altes Stück, das in der langen Zeit bis heute jedoch keine Patina angesetzt hat. Im Gegenteil: Das Spiel vom Sterben eines reichen Mannes, der im Luxus lebt und plötzlich vor dem Tod steht, wirkt bis in die Gegenwart. „Das Stück begeistert mich, weil es so aktuell und so zeitlos ist. Der Jedermann ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft“, sagt Regisseurin Renate Rochell.

Erzählt wird die Geschichte eines reichen Mannes namens Jedermann, der im Luxus lebt und zynisch auf die anderen Menschen herabschaut. Als jedoch der Tod kommt und ihn holen will, fleht Jedermann um Aufschub. Der Tod gestattet eine Frist von einer Stunde, aber keine Gnade. Stattdessen zwingt er Jedermann, Rechenschaft abzulegen. Dieser sucht nun verzweifelt nach Verbündeten, doch alle verlassen ihn – die Freunde, das Geld, die Geliebte. Jedermann spürt schmerzhaft, was wirklich wichtig ist: Nicht das Geld, sondern die Taten zählen. Gibt es noch eine Rettung?

Seit 1920 wird das Stück um die sieben Todsünden jedes Jahr bei den Salzburger Festspielen aufgeführt, immer wieder neu und anders erzählt. Und auch die Inszenierung von Renate Rochell verspricht eine speziell für die
Deister-Freilicht-Bühne bearbeitete Version: Nicht moralisierend, sondern frisch, frech, locker und unterhaltsam-kurzweilig. „Als Regisseurin habe ich hier viel Fantasie walten lassen. Wir arbeiten zum Beispiel viel mit optischen und akustischen Effekten – von Barock bis Rock, um damit die Zeitlosigkeit dieses Stückes und dieses Themas deutlich zu machen“, erläutert die Regisseurin. Die Barsinghäuser-Version des „Jedermann“ bietet unter anderem viel Musik, kraftvollen Rock ebenso wie Bach-Klänge in einer Popversion. „Mehr wird nicht verraten“, verspricht Rochell weitere Überraschungen.

Wichtig sei ihr bei der Inszenierung vor allem auch das Spiel im Ensemble. Alle mehr als 20 Rollen seien, so betont Renate Rochell, „fantastisch besetzt“ worden. Der ehemalige Vize-Vorsitzende Malte Großestrangmann schlüpft dabei in die Titelrolle – und steht als „Jedermann“ in diesem 100-Minuten-Stück – ohne Pause – nahezu ununterbrochen auf der Bühne. Die Arbeit an und mit dem Jedermann habe ihr „sehr viel Spaß“ bereitet, weil sie so viele Freiheiten in der Inszenierung habe ausleben können, erläutert Renate Rochell.

Und die Moral vom „Jedermann“? – Alles ist vergänglich!



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