Mit dem „Jedermann“ inszeniert Renate Rochell für die Freilichtbühne ein mehr als 100 Jahre altes Stück, das in der langen Zeit bis heute jedoch keine Patina angesetzt hat. Im Gegenteil: Das Spiel vom Sterben eines reichen Mannes, der im Luxus lebt und plötzlich vor dem Tod steht, wirkt bis in die Gegenwart. „Das Stück begeistert mich, weil es so aktuell und so zeitlos ist. Der Jedermann ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft“, sagt Regisseurin Renate Rochell.
Erzählt wird die Geschichte eines reichen Mannes namens Jedermann, der im Luxus lebt und zynisch auf die anderen Menschen herabschaut. Als jedoch der Tod kommt und ihn holen will, fleht Jedermann um Aufschub. Der Tod gestattet eine Frist von einer Stunde, aber keine Gnade. Stattdessen zwingt er Jedermann, Rechenschaft abzulegen. Dieser sucht nun verzweifelt nach Verbündeten, doch alle verlassen ihn – die Freunde, das Geld, die Geliebte. Jedermann spürt schmerzhaft, was wirklich wichtig ist: Nicht das Geld, sondern die Taten zählen. Gibt es noch eine Rettung?
Seit 1920 wird das Stück um die sieben Todsünden jedes Jahr bei den Salzburger Festspielen aufgeführt, immer wieder neu und anders erzählt. Und auch die Inszenierung von Renate Rochell verspricht eine speziell für dieWichtig sei ihr bei der Inszenierung vor allem auch das Spiel im Ensemble. Alle mehr als 20 Rollen seien, so betont Renate Rochell, „fantastisch besetzt“ worden. Der ehemalige Vize-Vorsitzende Malte Großestrangmann schlüpft dabei in die Titelrolle – und steht als „Jedermann“ in diesem 100-Minuten-Stück – ohne Pause – nahezu ununterbrochen auf der Bühne. Die Arbeit an und mit dem Jedermann habe ihr „sehr viel Spaß“ bereitet, weil sie so viele Freiheiten in der Inszenierung habe ausleben können, erläutert Renate Rochell.
Und die Moral vom „Jedermann“? – Alles ist vergänglich!